Projekt startet

Verdener Modell soll Hausarzt-Versorgung im Landkreis sichern

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Als erste Teilnehmer des Verdener Modells stellten Dörte Liebetruth und Ärztekammer-Geschäftsführer Hubertus Wiegand (v. l.) mit Lea Verwohlt und Marianne Baehr (v. r.) Sabrina Döring und Felix Camphausen vor.

Verden - Sabrina Döring und Felix Camphausen wollen in Verden Hausärzte werden. Dass ihnen für diesen Plan der rote Teppich ausgerollt wird, könnten sie angesichts der wachsenden Probleme bei der Versorgung mit Hausärzten überall in der Republik erleben. Dass sie sich aber gerade für Verden entschieden haben, hat auch etwas damit zu tun, dass sie die ersten sind, die mit dem Kreisverdener Modell für die Kreisstadt gewonnen werden konnten.

Allzu fern lag es für die beiden Mediziner nicht, sich für die Vollendung ihrer Ausbildung zum Facharzt Allgemeinmedizin in der Allerstadt zu verdingen. „Ich komme aus Walsrode und mein Mann aus Achim“, berichtete Sabrina Döring im Pressegespräch zum Start des Modells, das dem Landkreis die hausärztliche Versorgung sichern soll. Ihr Kollege Felix Camphausen hat bereits sechzehn Jahre als Anästhesist gearbeitet. „In Walsrode“, berichtet er, und dann habe er beschlossen, sich umzuorientieren.

Beiden fiel es leicht, sich auf das Verdener Modell einzulassen. Camphausen, weil es die finanziellen Folgen der Rückkehr in die Ausbildung abmildert, und Döring, weil die Unterstützung vieles bei der Verwirklichung ihrer Ambitionen erleichtert.

Ausgearbeitet hat das Verdener Modell ein Runder Tisch, den die Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth ins Leben gerufen hat. Als Mitglied der Enquette-Kommission des Landtags zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung wusste sie, wo die Probleme liegen. Es ist vor allem das hohe Durchschnittsalter der 90 Hausärzte im Kreisgebiet. Sie hat deswegen auch Kassenärztliche Vereinigung, Ärztekammer und den Landkreis zur Tischrunde geladen.

„Der Kreistag hat die Unterstützung für Assistenzärzte im vergangenen Sommer beschlossen“, berichtete Liebetruth. Das machte möglich, dass Sabrina Döring und Felix Camphausen vom Landkreis je einen Fortbildungsgutschein für bis zu 2 000 Euro pro Jahr erhalten.

Das Verdener Modell umfasst aber noch viel mehr. „Auch die Kassenärztliche Vereinigung unterstützt die Ärzte im Rahmen ihrer Förderinstrumente“, ergänzte Lea Verwohlt, Assistentin der KVN-Geschäftsführung. Nicht zu unterschätzen sei, dass die Weiterbildung im Verbund organisiert wird und Weiterbildungsassistenten mithilfe eines Mentors die Betreuung der Teilnehmer übernehmen. „Das ist das Charmante am Angebot“, fand Marianne Baehr. Die Geschäftsführerin der Aller-Weser-Klinik konnte schätzen, dass die Mentoren auch den Fortbildungsbedarf der Teilnehmer im Auge behalten und die Verbindungen zu passenden Praxen herstellen, in denen sie noch nicht nachgewiesene Erfahrungen machen können.

„Als Querseinsteiger habe ich die Klinik-Zeit schon abgeleistet“, gab Felix Camp-hausen ein Beispiel aus eigener Erfahrung. Ihm fehlen aber noch einzelne Nachweise, wie etwa die 500 Ultraschallaufnahmen. Für die sei eine Praxis gefunden, und den ambulanten Teil seiner Weiterbildung könne er in der Praxis von Dr. Dirk Wieters in Kirchlinteln ableisten.

„Die Wege werden kürzer und die Zusammenarbeit enger“, fasste Marianne Baehr das Prinzip zusammen. Wie im Fall von Sabrina Döring, die ihre Weiterbildung im Achimer Krankenhaus begonnen hat, biete die Aller-Weser-Klinik immer zwei Stellen für die angehenden Fachärzte an.

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