Wabe informiert über Hintergründe und Handlungsstrategien

Hassreden im Weltnetz

Referentin Caroline Paeßens gab bei Wabe einen Einblick in die neue Strategie der rechten Bewegung. - Foto: Wabe

Landkreis - Das Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie und Zivilcourage hatte die Sozialwissenschaftlerin Caroline Paeßens zum Vortrag „Hatespeech? Trollalarm?“ in die Vereinsräume am Holzmarkt in Verden eingeladen, um über rechte und rassistische Hassreden im Netz zu informieren und geeignete Handlungsstrategien zu diskutieren.

In Teilen der rechtsextremen Szene werde das Internet, das „Weltnetz“, argwöhnisch beäugt. Hinter dem „Weltnetz“ versteckten sich vermeintlich jüdische Machenschaften und auf „Heimseiten“ sollte man als überzeugter Rechter wenn möglich verzichten, so die Referentin. Der weitaus größere Teil der Szene allerdings bediene sich der Vorteile der weltweiten Vernetzung und der sozialen Netzwerke sehr geschickt. Sie nutzten das Internet für ihre menschenverachtende Propaganda und schafften es gekonnt, ihre rechtsextremen Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft zu platzieren.

Doch nicht nur bekennend rechtsextreme User nutzten das Internet, um andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung zu diskriminieren und zu beleidigen, heißt es in einer Pressemitteilung. In der Anonymität fühlten sich Kommentatoren zu unsäglichen Aussagen hingerissen. Die Kommentarspalten bei Facebook und Twitter seien voll von so genanntem „Hate Speech“ (Hasskommentaren). Die Folgen für die Adressaten würden oft nicht thematisiert. Umso wichtiger sei es, mögliche Formen der Gegenrede zu kennen und sich aktiv auch im Netz gegen Hasskommentare zu stellen. Dazu gehöre laut Paeßens letztlich auch, die strafrechtlichen Möglichkeiten gegen Beleidigungen und Volksverhetzung aktiv zu nutzen.

Caroline Paeßens (Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt Braunschweig/ Zentrum Demokratische Bildung Wolfsburg) gab einen Einblick in die neue Strategie der rechten Bewegung und zeigte auf, welche Gegenmaßnahmen alle Social-Media-Nutzer/innen ergreifen könnten und ermutigte die Teilnehmer dazu, strafbare Inhalte durch Sicherungsmöglichkeiten zu dokumentieren.

Das Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie & Zivilcourage (Wabe) wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des entsprechenden Bundesprogramms.

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