Arbeiten an Tribüne und Bühne für die Festspiele

Handwerker haben das Sagen

Zurzeit ist Harald Michaelis mit dem Aufbau der ersten Spielfläche beschäftigt. Die beiden höher gelegenen Bühnenteile folgen in der kommenden Woche. - Fotos: Niemann

Verden - Auf dem Domplatz haben die Aufbauarbeiten für die Verdener Domfestspiele begonnen. Eine kleine Zelt- und Containerstadt entsteht. Auch die Tribünen werden aufgebaut und Bühnenbildner Harald Michaelis werkelt an der Bühne, die, anders als bei vorausgegangenen Produktionen, nicht monumental gestaltet, sondern auf Wesentliches reduziert ist.

Mitte vergangener Woche wurde das Material für die beiden Tribünen und für einen Teil der Bühne für die Domfestspiele „Der brennende Mönch“ auf den Domplatz geliefert. Das restliche Material für die höher gelegenen Bühnenaufbauten wird heute erwartet und schon in wenigen Tagen werden der grobe Bühnenaufbau und alle 822 Sitzplätze fertig sein.

In der kommenden Woche wird dann der Gastrobereich aufgebaut, bevor am Mittwoch, 5. Juli, die Proben für das Festspiel-Ensemble auf dem Domplatz beginnen und viele fleißige Hände das komplette Festspielgelände mit unzähligen Ausstattungsdetails aufhübschen. Wenn sich also am Freitag, 14. Juli, um 20 Uhr, der imaginäre Vorhang für die Premiere der Domfestspiele hebt, gebührt der erste Applaus zunächst einmal einem Team, das auf der Freilichtbühne nicht zu sehen sein wird.

Der Dom als Kulisse.

Bühnenbildner Harald Michaelis ist dabei einer der wichtigsten Künstler hinter den Kulissen. Er ist bereits zum dritten Mal Herr über die Freilichtbühne am Dom, die er mit Fantasie und Können ganz im Zeichen der Reformation gestaltet. Das Konzept dafür hat der Bremer in enger Zusammenarbeit mit Regisseur Hans König erarbeitet, und er bedient sich großer Attribute, wenn er die Begebenheiten dieser Arbeit beschreibt. „Es ist ein sehr schönes Umfeld“, sagt er. Natürlich baut Michaelis die teils aufwändigen Konstruktionen nicht gänzlich alleine.

Unter seiner Federführung arbeiten auch die Maler- und Tischlerauszubildenden der Deutsche Angestellten Akademie an der Umsetzung des Bühnenbildes mit. Michaelis hat schon viele Inszenierungen bereichert – im Theater wie im Freien. 2011 hat er erstmals das Bühnenbild für die Domfestspiele kreiert. Dass die Aufführungen unter freiem Himmel über die Bühne gehen, macht die Arbeit für den Bremer nur noch interessanter: „Wenn man ein Bühnenbild für einen Theaterraum entwirft, ist das etwas ganz anderes. Draußen ist es aufwändiger. Man muss das historische Ambiente und die örtlichen Gegebenheiten in die Planungen mit einbeziehen und natürlich auch die Witterungseinflüsse bedenken.“ Zudem sei eine Freilichtbühne um ein vielfaches größer als eine Bühne in einem Theatersaal.

„Die Bühne ist draußen eine weite Landschaft und das Auge der Zuschauer entsprechend fokussiert“, so der Theatermacher. „Die Bühnengestaltung muss alle Spielorte in sich vereinen, die das Stück thematisiert und die beim Bau verwendeten Materialen müssen witterungsresistent und stabil sein und im konkreten Fall der Domfestspiele auch den Fallwinden am Dom trotzen. „Beim Freilichttheater muss man immer einen Plan B in petto haben“, sagt er. Der Job von Michaelis und seinem Team ist zurzeit, all diese Anforderungen zu erfüllen. Keine einfache Aufgabe, doch laut Michaelis läuft alles nach Plan, und mit großen Problemen rechnet der Mann mit den vier Berufen – Bühnenbildner, Bildhauer, Architekt und Autor architektonischer Bücher – nicht. „Den Worst Case mit Regen und Sturmböen hat die Bühne schließlich schon 2011 und 2014 ohne Blessuren überstanden“, sagt der Bühnenbildner. 

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