Zählung und Vergleich des Umsatzes der vergangenen Jahre

Wirtschaftsmacht Handwerk

Die Handwerksstatistik im Landkreis Verden im Überblick.

Verden - Es schwächelt im Kreis Verden ein bisschen: 822 Handwerksbetriebe sind in der neuesten Handwerkszählung erfasst worden. Im Jahr davor waren es 840. Bei ihnen finden 8.027 Menschen Beschäftigung (Vorjahr: 7.828). Der Umsatz ist in dieser Zeit um 22,34 Millionen Euro gewachsen.

Handwerker zählen ist nicht so einfach. Die Palette reicht schließlich vom Ein-Mann-Betrieb bis zur Großfirma, und Statistiken sind nicht besonders beliebt. Die neuesten Zahlen, die die Statistischen Landesämter jetzt veröffentlichen konnten, sind die Zahlen fürs Wirtschaftsjahr 2013. Die 2014er-Zahlen wird es nächstes Jahr im Frühjahr geben.

Zweite Besonderheit ist, dass man weitere im Handwerk tätige Personen hat. Unter diesen Begriff fallen Chef, Chefin, Familienangehörige und Arbeitnehmer. Da wurden 8.875 gezählt (Vorjahr: 8 699). Werden nur die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten für sich genommen, liegt deren Zahl bei 6.926. In der Handwerkszählung davor waren das 6.772, sprich 154 weniger.

Der versteuerte Umsatz der erfassten Handwerksbetriebe im Kreis Verden lag 2013 bei 873,82 Millionen Euro. Im Jahr davor waren es noch 851,48 Millionen Euro gewesen. Im Schnitt steht ein Beschäftigter derzeit für 98. 459 Euro Umsatz (Vorjahr: 97.882 Euro). Im Bundesdurchschnitt betrug der Umsatzwert pro Kopf im Handwerk 100 132 Euro.

Karriere mit Lehre heißt heute aber nicht mehr, dass da auch ein Meisterbrief an der Wand hängen muss. Ohne diesen Brief geht es in den zulassungsfreien Gewerken. Wer glaubt, er ist Fliesenleger, darf eine Firma aufmachen. Auch Schuhmacher, Geigenbauer, Gebäudereiniger, selbst Bestatter, genießen beispielsweise diese Zulassungsfreiheit. Wer sichergehen will, muss fragen. Im Kreis Verden bieten derzeit 115 zulassungsfreie Betriebe ihre Dienste an. 707 Handwerksbetriebe müssen einen Meister haben oder haben sogar mehrere.

Betrachtet man die Bedeutung für die Beschäftigung, sind in den zulassungspflichtigen Handwerksbetrieben 7.855 Menschen tätig. Von denen sind 6 365 oder 81 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Minijobber oder sonstige geringfügig Beschäftigte stellen mit 762 Menschen rund 9,7 Prozent. Der Umsatz der Meisterbetriebe lag zuletzt bei 838,2 Millionen Euro oder 95,9 Prozent des gesamten Handwerksumsatzes. Damit ist der Umsatz der Meisterbetriebe binnen eines Jahres um 20,3 Millionen Euro gewachsen.

Zulassungsfreie Handwerksbetriebe machten im Kreis Verden 35,65 Millionen Euro Umsatz. (Vorjahr: 33,56 Millionen). Hier sind 1.020 Menschen tätig. Von denen sind 561 (oder 55 Prozent) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Minijobber oder sonstige geringfügig Beschäftigte sind 339 oder rund 33,20 Prozent.

Wie es weitergeht, entscheidet sich aktuell. Deutschland hat wie alle EU-Staaten seine reglementierten Berufe überprüfen müssen und einen Aktionsplan vorgelegt. Ergebnis: Am deutschen Meister will die Regierung nicht weiter rütteln. Wie die anderen Staaten das sehen, wird sich zeigen.

„Interessensgruppen, einschließlich nationaler Behörden und Berufsverbänden, werden über die gegenseitige Bewertung der reglementierten Berufe, über die Bewertung der Ergebnisse und die nationalen Aktionspläne zum Angehen unverhältnismäßiger Regulierung diskutieren“, kündigt die EU-Kommission an und meldet „begrenzte Fortschritte bei der Beseitigung ungerechtfertigter Beschränkungen für freiberufliche Dienstleistungen. Deutschland hat der Abschaffung verbindlicher fester Tarife für Steuerberater zugestimmt.“

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