Handwerk spricht Nachwuchs frei / Feierstunde und Gesellenbriefe

Kleiner Wermutstropfen

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Für ihre besonderen Leistungen zeichnete Kreishandwerksmeister Fritz Suhr (l.) mehrere Gesellen aus: Grischa Gerhardy, Natascha Meyer, Paul Tollemer, Dominik Rosenbrock, Justine Dunbar, Till Putzas, Waldemar Koch v.l.). Marie-Sophie Hüneke hatte sich zu ihrem eigenen Bedauern abgemeldet.

Verden - „Heutzutage sollte es bei den vielen Möglichkeiten der Kommunikation doch wohl möglich sein, sich kurz beim Sekretariat zu melden und sich für die Freisprechungsfeier abzumelden“, hieß es am Rande dieser Veranstaltung im Verdener Niedersachsenhof. Von den 86 freizusprechenden Auszubildenden waren nur etwa 70 der Einladung gefolgt, nur wenige hatten sich abgemeldet, ein knappes Dutzend der Stühle blieb unbesetzt.

Enttäuscht und vielleicht auch leicht verärgert zeigte sich Kreishandwerksmeister Fritz Suhr vor der offiziellen Begrüßung über die unbesetzten Stühle: „Das kann doch nicht sein, dass so viele fehlen“. Ungeachtet des Verhaltens von einigen ehemaligen Auszubildenden begrüßte Suhr anschließend die vielen Gäste zur Feierstunde mit der Übergabe der Gesellenbriefe. Neben den Vertretern der Politik sowie weiterer Institutionen hieß er vor allem die Ausbilder und Lehrherrn sowie die Familien der Jung-Gesellen willkommen.

Der Festredner des Abends, Kriminaldirektor Uwe Jordan, Leiter der Polizeiinspektion Osterholz/Verden, betonte in seinem Vortrag, dass er seit vielen Jahren als Gast bei diesen Freisprechungsfeiern dabei sei und sich jedes Mal auf die Feierstunde freue. „Auf den feierlichen Rahmen, die musikalische Begleitung, aber ebenso auf die besondere Stimmung, einer Mischung aus Freude und Anspannung. Es ist ein besonderer Moment, an dem etwas Altes zum Abschluss kommt und etwas Neues seinen Anfang nimmt.“

Sie seien jetzt erleichtert und könnten stolz darauf sein, dass die Zeit der Ausbildung mit dem Abschluss erfolgreich beendet worden sei, so Jordan weiter. Der heutige Tag gebe den Jung-Gesellen sowohl beruflich als auch privat mehr Freiheit. Neben dieser freudigen Aussicht steige aber auch die manchmal schwere Last an Verantwortung. Ihm habe in schwierigen Situationen der Satz geholfen: „Ich bin verantwortlich oder ich kann mich entscheiden.“ Größter Gegner dieser Haltung sei die Ansicht: „Der oder die anderen sind schuld an meinem Dilemma.“

Dieser Prozess verlaufe aber nicht schlagartig sondern entwickle sich, so Jordan. Man habe Zeit, sich selbst zu beobachten und dabei Erfahrungen zu sammeln. Und nur wer sich vom Nestrand abdrücke, erfahre den Spaß am freien Fliegen. Durch die Sichtweise auf Probleme falle meistens ein viel günstigeres Licht auf das so im Kopf festgeschriebene Schlechte: „Sie treffen die Entscheidungen allein, seien Sie sich dieser Freiheit bewusst und lassen Sie sich das nicht nehmen.“

Landrat Peter Bohlmann betonte, dass die Entscheidung der Jung-Gesellen für das Handwerk goldrichtig gewesen sei. Das Handwerk biete Perspektiven und werde auch in Zukunft in allen Lebenslagen dringender denn je gebraucht, sei es beispielsweise bei dem Bau von Wohnungen sowie als Bäcker, Fleischer oder Fachverkäuferin in diesen Berufsbildern, als Friseur oder als Mechatroniker. Die solide Ausbildung sei zudem das Fundament für den Meisterbrief oder ein Studium.

Für locker-flockige Unterhaltung sorgte auf der Freisprechungsfeier des Handwerks Till Putzas. Der Jung-Geselle erinnerte unter anderem an den dreiwöchigen Italien-Aufenthalt der Klasse der Maler und Lackierer, was dem Publium sichtlich Freude bereitete.

Nach Übergabe der Gesellenbriefe zeichnete Kreishandmeister Fritz Suhr noch einige Jung-Gesellen für ihre besonderen Leistungen bei den Prüfungen aus. Bürokauffrau: Natascha Meyer, Syke (Baalk Backbord, Verden); Fleischer: Waldemar Koch, Verden (G. Badenhop Fleischwerke, Völkersen); Friseure: Justine Dunbar, Thedinghausen, und Marie-Sophie Hüneke, Verden (beide Jens Müller, Verden); Zimmerer: Grischa Gerhardy, Stubben (Helmut und Hans-Dieter Frese, Ottersberg), Dominik Rosenbrock, Ottersberg (Kahrs Holz & Bau, Ottersberg), Paul Tollemer, Lachendorf (Uwe Becherer, Marklohe); Maler und Lackierer: Till Putzas, Zeven (Harald Hustedt, Oyten).

Musikalisch umrahmt wurde die gelungene Feierstunde von der Big Band des Gymnasiums am Wall, Leitung Dorothea Vogel und Gerd Alsleben.

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