Hairman(n) K. als Botschafter des Friseurhandwerks zu Besuch bei Jens Müller

„Wirklich ein toller Beruf“

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Ein fröhliches Trio: Jens Müller und Jessica Benien mit ihrem ganz speziellen Gast Hairman(n) K..

Verden - Kleiner Mann mit großer Mission. Auf den ersten Blick ist Hairman(n) K. nichts weiter als eine Handpuppe. Wer aber genauer hinschaut, erfährt: Der blauäugige Blondschopf mit der Eduard-Zimmermann-Gedächtnisbrille ist ein Botschafter des Friseurhandwerks. Und als solcher war er jetzt zu Gast in Verden, bei Jens Müller und seinen Haarspezialistinnen.

Seit April des vergangenen Jahres reist Hairman(n) K. in seinem roten Koffer durch die Republik, war sogar schon in Rom und Paris, um vor allem eines zu machen: Werbung für den Beruf des Friseurs.

Die Idee zu Hairman(n) kommt von Stefan Hagens und Rainer Kaemena, Geschäftsführer der Bremer Hairliners. Inspiriert von HitchBot, einem trampenden Roboter, schufen sie den „fiktiven Charakter“ – so steht es in Hairman(n)s Reisepass – und schickten ihn von Salon zu Salon, von Veranstaltung zu Veranstaltung. Via Facebook berichtet der kleine Coiffeur von seinen Erlebnissen und zeichnet ein Bild von den Möglichkeiten des Berufes.

„Die Vielfältigkeit ist enorm“, sagt auch Jens Müller. Man könne nicht nur als Friseur arbeiten, sondern auch als Visagist oder als Trainer. Und das auf der ganzen Welt.

Müller ist seit 38 Jahren im Beruf, betreibt sei 28 Jahren ein eigenes Geschäft. Schon seine Eltern hatten einen Friseursalon. Als „erbliche Vorbelastung“ betrachtet der 54-Jährige das jedoch nicht. Er hat sich im elterlichen Betrieb genauso wohlgefühlt, wie jetzt im eigenen Unternehmen.

Er liebe es, mit Menschen zu arbeiten, sagt der Wahl-Verdener. „Und ich sehe immer schnell das Ergebnis meiner Arbeit“, fügt er hinzu. Mache das dann den Kunden glücklich, strahle ein wenig von dieser Freude auch auf ihn ab.

Dass der Friseurberuf in Deutschland, anders als in anderen Länden, nicht das größte Ansehen genießt, weiß Jens Müller. „Ich glaube, das liegt daran, dass Dienstleistungen hier einen schlechten Ruf haben. Das finde ich schade, zumal doch jeder gerne bedient werden möchte.“

„Es gibt viele Kinder, die Friseur werden wollen“, sagt er. Aber dann redeten die Eltern von schlechten Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten und machten so den Wunsch des Nachwuchses zunichte. „Aber wenn man es gut macht, kann man auch gutes Geld verdienen“, betont der Geschäftsmann mit einem Lächeln.

14 Mitarbeiterinnen, darunter fünf Auszubildende, beschäftigt Jens Müller in seinem Salon. Im Sommer werden wieder zwei Jugendliche ihre Friseurlehre bei ihm antreten. Doch die Zahl der Bewerbungen sinkt. Vor fünf Jahren habe es noch 45 Interessenten für eine Lehrstelle gegeben, im vergangenen Jahr waren es 15.

Dem drohenden Fachkräftemangel begegnet der Friseurmeister unter anderem, indem er „Mobi-Pro“ unterstützt. Das EU-Projekt ermöglicht Jugendlichen aus ganz Europa eine Friseur-Ausbildung in Deutschland – und bescherte Jens Müller die Italienerin Annalisa.

Mit ihr sprach Hairman(n) genauso wie mit Jessica Benien, inzwischen auch Meisterin ihres Faches und seit Jahresbeginn wieder in ihrem ehemaligen Ausbildungbetrieb tätig. Ein Foto-Shooting für eine Braut stand für den Gast mit dem missionarischen Eifer ebenfalls auf dem Programm. Und der gelangte schließlich ein weiteres Mal zu der Erkenntnis: „Friseur ist wirklich ein toller Beruf.“

kp

www.hairmannk.de

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