Gericht verurteilt junge Männer

Haftstrafe für Schläger

Opfer Karlheinz Riemer (83) mit Anwältin Anja van der Pütten (l.), seiner Tochter Andrea Gentzsch und Christian Flügge (r.) von der Stiftung Opferhilfe. Archivfoto: Bruns

Verden – Schuldig gesprochen des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung hat die 3. Große Jugendkammer des Landgerichts Verden gestern drei junge Männer, die am 18. August 2018 nach einem Musikfestival im Verdener Allerpark auf einen 82 Jahre alten Mann aus Emden eingetreten und eingeschlagen hatten. Bei einem der 21-Jährigen kam noch Sachbeschädigung nach einer Brandlegung dazu.

Zwei 21 Jahre alte Angeklagte aus Verden wurden zu Jugendstrafen in Höhe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Zudem wurde deren Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Ein 17-jähriger Angeklagter aus dem Landkreis Rotenburg wurde zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Trio war nach dem Jump-Festival durch Verden gezogen und traf zufällig am Norderstädtischen Markt auf das Opfer (wir berichteten). „Damals 82 Jahre alt. Ein betagter älterer Herr“, so der Vorsitzende Richter Lars Engelke. Für die Tritte und Schläge beim ersten und einem zweiten Zusammentreffen habe es „gar keinen Anlass gegeben“. „Die Konstitution des Opfers sieht aus, als hätte man sich gezielt einen Schwächeren gesucht, den man einfach vermöbelt hat“, so der Vorsitzende.

Nach dem „zweiten Akt“ hatten die Angeklagten den potenziell lebensgefährlich verletzten Mann bewusstlos zurückgelassen. Wenigstens zwei aus dem Trio sorgten sich dann doch. Sie kehrten zurück, aber dies wurde vom Gericht nicht als strafbefreiender Rücktritt vom Versuch gewertet. Denn selbst habe man nichts unternommen, um dem Opfer zu helfen. Der dritte Angeklagte hatte noch versucht, einen Zeugen, der Hilfe holen wollte, davon abzuhalten.

„Dass mit weiteren Straftaten zu rechnen ist, liegt auf der Hand“, so Engelke zu den beiden vorbestraften 21-Jährigen. Grund sei deren Drogen- und Alkoholkonsum, weshalb eine verminderte Schuldfähigkeit erkannt und zugleich die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet wurde. Die Haftbefehle bleiben wegen Fluchtgefahr aufrechterhalten, aber statt die Strafe im Knast abzusitzen, sollen beide direkt mit der Therapie starten.

Der bislang nicht vorbestrafte und in vollem Umfang geständige 17-Jährige bekam die Chance der Bewährung. „Aber jede kleine Straftat führt dazu, dass sie Bewährung sofort widerrufen wird“, gab der Vorsitzende ihm zu bedenken. Das Urteil ist aktuell noch nicht rechtskräftig.  wb

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