Kein dringender Tatverdacht: Landgericht bewertet Aussage des Binnenschiffers als authentisch

Haftbefehl gegen Kapitän aufgehoben

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Dörverden/Verden – Wende im Landgerichtsprozess um den Tod eines 37 Jahre alten Steuermanns auf einem Binnenschiff Ende Januar in Dörverden. Die 1. Große Strafkammer hat den Haftbefehl gegen den Kapitän des Schiffes aufgehoben. „Weil die Kammer nach derzeitiger Bewertung keinen dringenden Tatverdacht mehr sieht“, erklärte Gerichtssprecher Dr. Rouven Seeberg.

Seit Monatsbeginn muss sich der 39 Jahre alte Tscheche wegen Totschlags verantworten. Er bestreitet, den Steuermann getötet zu haben, mit dessen Schwester er liiert sei. Vielmehr will er den 37-Jährigen am Abend des 24. Januar nach einem Sturz in den Kanal aus dem Wasser gezogen haben. Am nächsten Morgen habe er den 37-Jährigen auf dem Deck liegend aufgefunden, die Rettungswache alarmiert und bis zum Eintreffen der Helfer selbst Wiederbelebungsversuche unternommen.

„Die Einlassung des Angeklagten macht einen authentischen Eindruck“, so Seeberg. Die Spurenlage könne auch mit den auf dem Schiff zu erwartenden Tätigkeiten, dem Zusammenleben der beiden und den Rettungsbemühungen erklärbar sein. Es hätten sich zwar „keine konkreten Anhaltspunkte auf einen Alternativtäter“ ergeben, aber die derzeitige Bewertung reiche nicht für den Tatverdacht.

Der Steuermann wies Verletzungen auf, die aus Sicht der Verteidigung mit dem Ziehen aus dem Wasser und den Rettungsversuchen des Angeklagten in Einklang gebracht werden können. Zuletzt war erwogen worden, ob anders als zunächst angenommen, doch eine oder weiter Personen über einen Steg an Bord gelangt sein könnten. Bilder einer Überwachungskamera zeigen ein parkendes Auto am Ufer. Verteidigerin Daniela Post zieht einen Drogendealer als Täter in Betracht. Darum wird es auch in der weiteren Beweisaufnahme gehen.

Abseits der Hauptverhandlung entschied das Gericht über den Antrag der Verteidigung auf Aufhebung des Haftbefehls. Vorsorglich und eindringlich hatte der Vorsitzende Richter, Volker Stronczyk, dem Angeklagten erklärt, dass er auf jeden Fall zu den weiteren Terminen zu erscheinen habe. Andernfalls müsse er mit einem erneuten Haftbefehl rechnen.

Am 10. August soll der Prozess fortgesetzt werden. Danach sind noch zehn weitere Verhandlungstage bis zum 29. September vorgesehen.

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