Imbiss im Verbrauchermarkt an der Max-Planck-Straße

Der „Hähnchenkönig“ geht in den Ruhestand

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„Hähnchenkönig“ Erich Sülzle hat heute seinen letzten Tag am Grill.

Verden - Der „Hähnchenkönig“ geht in den Ruhestand. Erich Sülzle hat 43 Jahre im Rewe-Markt an der Max-Planck-Straße Hähnchen gegrillt, Bratwurst brutzelt und Pommes frittiert. Heute ist sein letzter Tag, der „Hähnchentarzan“, wie ihn seine Kunden getauft haben, geht in den Ruhestand.

43 Jahre sind eine lange Zeit. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass der Mann, der da immer im Imbissstand steht, den Kunden des Verbrauchermarktes fest ins Gedächtnis eingebrannt bist. „Er hat aber auch selbst mit seinen Sprüchen dafür gesorgt“, berichtet Tochter Katja Mügge. Mit seinen lockeren Anmerkungen vom Tresen aus sei er den Kunden aufgefallen, die auf die Regale zustrebten. Und weil dabei oft genug auch deutlich wurde, dass Sülzle ein großer Fußball-Fan ist, haben sie ihm zusätzlich den Spitznamen Werder-Erich verpasst.

Das ist nun vorbei, heute macht der Imbiss dicht, berichtet Katja Mügge. Der Markt plane einen Umbau, und so hätte für ihren Vater angestanden, seinen mittlerweile betagten Stand zu modernisieren. „Das überlegt man sich mit 66 Jahren“, deutet die Tochter an, warum er die Investition gescheut hat.

Selbstständig im Alter von 22 Jahren 

Dass er sein Leben mit Curry-Wurst und Kartoffelsalat verbringen würde, hatte der gebürtige Brunsbrocker gar nicht geplant. Nach der Schule habe Sülzle erstmal die Handelsschule besucht und eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Bremen absolviert.

Schon 1973 machte sich Erich Sülzle selbstständig, im Alter von 22 Jahren. Nach der Ausbildung hatte er seinen Grundwehrdienst abgeleistet und im Posthauser Kaufhaus Dodenhof gearbeitet, bevor er den kleinen Imbiss in Bahnhofnähe hatte. Nur ein Jahr später wechselte er an die Max-Planck-Straße. „Damals war das noch eine Kafu-Markt“, weiß Katja Mügge aus Erzählungen ihres Vaters. Sie war zu der Zeit gerade einmal drei Jahre alt. Bis 1992 hätten ihre Eltern, Vater Erich und Mutter Ilka, den Imbiss gemeinsam betrieben. Anfangs war es eine Filiale eines Franchise-Unternehmens. Zehn Jahre später übernahm der „Hähnchenkönig“ den Stand in eigener Regie. Die Ehe hielt nicht, berichtet die Tochter, aber die Verbindung zum Verdener Verbrauchermarkt und zu seiner Kundschaft. Zumindest bis heute. 

kle

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