Golfclub Verden zieht Bilanz / „Beifallsorgie“ für Schatzmeister Ernst-August Wolf

„Haben einen Fehler gemacht“

Zu Ehrenmitgliedern wurden Dr. Hans Joachim Beer (l.) und der scheidende Schatzmeister Ernst-August Wolf ernannt.

Verden - Je später der Abend, desto höher schlugen die Wellen, sprich die Emotionen. Und nach vier Stunden Sitzung war vermutlich jeder froh, das Hotel Niedersachsenhof verlassen zu haben. Das Präsidium des Golfclubs Verden musste freimütig schwere Fehler im vergangenen Geschäftsjahr einräumen, und Schatzmeister Ernst-August Wolf wurde mit einer „Beifallsorgie“ verabschiedet.

Das waren zugleich die bestimmenden Elemente in der hervorragend besuchten Jahresversammlung, an der 265 stimmberechtigte Mitglieder teilnahmen und die so lange dauerte wie eine Golfrunde. Bei 936 Mitgliedern (darunter 701 Vollmitglieder und 54 Jugendliche) eine durchaus imposante Teilnehmerzahl.

„Was wir denken, ist nicht optimal rübergekommen“, sagte Präsident Reiner Witte zu Beginn seines Geschäftsberichts. Dabei seien alle Einnahmen (Beiträge und Sponsoring) sowie Ausgaben (Greenkeeping und Pachten) auf den Kopf gestellt worden. Witte musste einräumen, dass die Mitgliederentwicklung sich nicht so positiv dargestellt habe wie erhofft. Die meisten Clubs verlören deutschlandweit Mitglieder, Verden habe seinen Bestand wenigstens gehalten.

Weiter habe das Präsidium festgestellt, dass es eine Lücke bei den 30- bis 40-Jährigen gebe. Die Zusammenarbeit mit den Schulen müsse intensiviert werden, die Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“ habe die nachhaltigste Wirkung. Die bioaktive Pflege des Platzes ohne Pestizide führe dazu, dass keine Pilze mehr wachsen, freute sich Witte.

Der Wermutstropfen kam indes gleich hinterher. Es seien Gelder aufgenommen worden, die haushaltsmäßig nicht abgedeckt gewesen seien. Witte wörtlich: „Das war ein Fehler. Wir sind übers Ziel hinaus geschossen.“ Augenscheinlich sei das Präsidium von einer Euphorie getrieben worden, den Platz zu verschönern und damit auch etwas für die Mitglieder zu tun. Das werde so nicht wieder vorkommen.

Platzobmann Holger Rengstorf betonte, Ziel sei es, möglichst ganzjährig auf regulären Grüns zu spielen. Der Zustand der nur mit einem Putter bespielbaren Flächen zum Abschluss eines jeden Fairways bezeichnete Rengstorf ebenfalls als gut: „Es geht eben nur richtig oder gar nicht.“

Spielführer Torsten Nissen stellte den „Rookie of the year“ in Person von Hagen Röpke vor, der es innerhalb eines Jahres geschafft habe, sich von Handicap 54 auf 33,0 herunter zu spielen. Jugendwartin Tanja Macksen kritisierte, dass von den derzeit 54 Jugendlichen nur 25 so richtig aktiv seien.

Schatzmeister Wolf, der nach 16 Jahren im Präsidium noch einmal den Haushalt präsentierte, machte deutlich, dass der Club ab 2017 an einer Beitragserhöhung nicht vorbeikommen werde. Dem entsprechenden Antrag des Präsidiums folgte die Mehrheit der Mitglieder (Vollzahler müssen in Zukunft statt 1 100 Euro jährlich 1 250 zahlen). Zuvor war der Vorstand im übrigen mehrheitlich entlastet worden.

Die Nachfolge von Wolf tritt Bernd Krebs an, neuer Spielführer ist Mike Bremer. Zu Ehrenmitgliedern wurden Dr. Hans-Joachim Beer und Ernst-August Wolf ernannt. Nach diversen Satzungsänderungsdiskussionen schlug Reiner Witte eine Arbeitsgruppe vor, die sich mit der Durchforstung dieses für den Club maßgeblichen Papiers befassen wird. In einem Jahr wird darüber neu abgestimmt.

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