„Ganz schön holpriger Weg“

20 Jahre Theaterbeirat Verden: Ein gutes Konzept setzt sich durch

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Lutz Brockmann überreichte Blumen an Katrein Goldbach (20 Jahre Sprecherin des Theaterbeirats) und Nachfolgerin Gesine Ahlers (r.).

Verden – Bestürzung über den plötzlichen Tod von Hanna Meyer, bestimmte die Feierstunde „20 Jahre Theaterbeirat Verden“ im Rathaus. Die langjährige Mitstreiterin im Theaterbeirat fehlte. „Sie hat viele Jahre sehr engagiert mitgearbeitet und auch das laufende Theaterprogramm für die Saison 2020/21 mitgestaltet. Wir sind tief betroffenen von ihrem Tod“, sagte Gesine Ahlers, die neue Sprecherin des Theaterbeirats. Sie bat zu Beginn ihrer Festrede um eine Gedenkminute, um damit zugleich auch allen anderen bereits verstorbenen aktiven Mitgestaltern des Theaterabos zu gedenken.

Zuvor hatte Bürgermeister Lutz Brockmann in der musikalisch von der jungen Cellistin Carola Renschel und von der Theatergruppe Strahlkraft umrahmten Feierstunde bereits die Anfänge der längst etablierten Kulturinstitution skizziert. Er sprach über den Vorläufer unter dem organisatorischen Dach der KVHS Verden, erinnerte an die Theatervorstellungen in der Aula des Gymnasiums am Wall und daran, dass Katrein Goldbach den Theaterbeirat unter dem Dach der Stadt Verden auf den Weg gebracht habe. Inzwischen sei diese Institution seit zwei Jahrzehnten etabliert und bereichere mit ihren Veranstaltungen die Freunde der Theaterkunst und das Kulturleben in Verden und über die Region hinaus.

Auch Ahlers ging in ihrer Festrede auf die Anfänge des Theaterbeirats ein. Ziel war, ein neues Theaterabo mit Bürgerbeteiligung zu installieren. Sie verwies auf die umfangreichen Vorbereitungen, die das Vorhaben gebraucht habe und davon, dass sich die Begeisterung bei einigen der Entscheidungsträger anfangs durchaus in Grenzen gehalten habe. „Bedenken und Kritik überwogen erst einmal, und man vertrat die Meinung, wir sollten das Theaterprogramm der neuen Stadthalle überlassen“, erinnerte Ahlers.

Carola Renschel begleitete den Abend am Cello.

Doch die „Kämpfer für die Kultur“ blieben am Ball. Sie fanden weitere theaterbegeisterte Menschen, die ihre Idee unterstützten und mitmachen wollten. Ahlers: „Von März bis September 1999 mussten wir Vorarbeiten leisten, bis wir für die SPD-Fraktion und Bündnis 90/Die Grünen einen konkreten Antrag im Stadtrat stellen konnten.“ Am 21. September sei dieser mit einer Stimme Mehrheit im Verwaltungsausschuss beschlossen worden. Zudem sei es gelungen, auch die CDU mit ins Boot zu holen, sodass das Konzept für die Stadt Verden noch vor Jahresende 1999 gemeinsam bei der Stadt Verden eingereicht wurde.

Der Theaterbeirat konnte starten. Bis heute würden pro Saison je ein klassisches und ein modernes Stück, zwei zeitgenössische Stücke und eine Kabarettvorstellung ausgewählt. Die Preisgestaltung sei wie von Beginn an so, dass sie allen Theaterinteressierten einen Besuch ermögliche. Im Redeverlauf ging Ahlers auch auf die vielen Mühen und Diskussionen ein, die hinsichtlich der Finanzierung immer wieder Thema im Stadtrat waren. Auch die anfänglichen Probleme mit dem Veranstaltungsort, der neuen Stadthalle, kamen zur Sprache. Der Weg zu dem Theater, wie man es heute vorfinde, sei nicht einfach, sondern eher ganz schön holprig gewesen. Seit der ersten Saison freue man sich jedoch über kontinuierlich steigende Besucherzahlen.

Am Ende ihrer Rede dankte Ahlers allen Menschen, die sich in den vergangenen 20 Jahren für diese Sache engagiert hätten und einen aktiven Beitrag zur kulturellen Bereicherung in Verden geleistet hätten beziehungsweise noch leisteten.

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