Stube glänzt nicht überall

Betriebshof kämpft fünfmal in der Woche gegen Dreck in der Innenstadt

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Iris Tellermann macht den Anfang: Sie schrubbt den „Brunnen vor ihrem Blumengeschäft „Blickfang“. Damit startet die Verdenerin den Frühjahrsputz in der Innenstadt. Wer schließt sich dem Großreinemachen an?

Verden - Von Erika Wennhold und Lea Oetjen. Die Sonne bringt es ans Licht: schmutzige Fenster, Staub auf allen Flächen und Spinnenweben an der Decke. Doch wie sieht es eigentlich in Verdens guter Stube aus? Auch hier ist ein Frühjahrsputz schon lange überfällig.

Das ist das Ergebnis einer Überprüfung des Zustands zwischen Allerpark und Oberer Straße sowie Norder- und Süderstadt: Schmutz vor allem in den Ecken, Zigarettenkippen zwischen Pflaster- und Gulli-Ritzen, Laubhaufen am Straßenrand, verdrecktes Waschbetonpflaster sowie gläserne Lampenschirme, die wohl schon seit den 1970er-Jahren Wasser und Seife nicht mehr zu sehen bekommen haben.

Auch die Fußgängerzone bleibt vom Schmutz nicht verschont. Das ärgert vor allem die Inhaber und Mitarbeiter der ansässigen Geschäfte. Iris Tellermann, die das Blumengeschäft „Blickfang“ betreibt, hat es satt. Immer würden Hunde an den kleinen unechten Brunnen vor ihr Geschäft pinkeln. „Manchmal liegen da sogar Häufchen“, klagt Tellermann. Der äußere Zustand des Brunnens sei peinlich. „Bei Stadtführungen stehen die Leute davor und man sieht ihren Blicken an, dass sie der Geruch stört“, bedauert die Verdenerin, die ebenfalls die verschmutzten gläsernen Lampenschirme vehement kritisiert.

Verschmutzte Lampen.

Tellermann hat nach dem Gespräch mit unserer Zeitung den Anfang gemacht: Sie suchte sich Eimer, Spülmittel sowie einen Putzlappen zusammen und legte prompt selbst Hand an. Unsere Leser sind herzlich aufgerufen, sich am Verdener Frühjahrsputz zu beteiligen und uns per E-Mail Fotos von ihrer Säuberungsaktion zukommen zu lassen.

Müll am Lugenstein.

Aber, wer ist eigentlich zuständig für die Beseitigung von Dreck und Müll in der Innenstadt? Müssen die Geschäftsleute um Tellermann tatsächlich selbst dafür sorgen, dass ihre Türen frei von Müll und Hundehäufchen bleiben? Und wie verhält es sich, wenn Eigentümer Müllhaufen an exponierter Stelle nicht entfernen?

Welche Handhabe die Stadt hat und an welcher Stelle sie zuständig ist, darüber gab Rainer Kamerman, Leiter des Fachbereichs Straßen und Stadtgrün, Auskunft. „Bei Privatgrundstücken können wir natürlich nicht eingreifen. Es sei denn, es siedeln sich Ratten an. Dann informieren wir den Landkreis als zuständige Behörde.“ 

Kippen im Gullirost.

In der Innenstadt werde fünfmal in der Woche von Mitarbeitern des städtischen Betriebshofs aufgeräumt, auch am Sonntagvormittag. Abfalleimer würden geleert, Kippen zusammengefegt und sicher auch das eine oder andere Stück Müll aufgehoben. Um die unzähligen Reste von gerauchten Zigaretten von der Straße zu bekommen, habe man Abfalleimer mit einem extra Ascher aufgestellt. Noch nicht überall, doch nach und nach sollen die Alten ersetzt werden.

Abfalleimer mit Ascher.

Überall dort, wo die neuen Abfalleiner aufgestellt worden sind, sieht es tatsächlich sauberer aus. Doch oft nur ein paar Meter weiter und speziell dort, wo es eine Sitzgelegenheit gibt oder sich der Eingang zu einem Café oder einer Gaststätte befindet, gibt es das gleiche Bild: Kippe liegt an Kippe oder ziert die Zwischenräume eines Gullirosts. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viel davon in die Regenwasserkanäle gefallen sind, und so die hiesige Kläranlage oder die Gewässer belasten.

Kamermann: „Man kann immer nur an die Vernunft der Menschen appellieren.“ Ihn ärgern vor allem Müllhaufen in der Landschaft oder Restmüllsäcke in städtischen Abfalleimern. Um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen, arbeitet sein Kollege Rüdiger Nodorp, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung daran, seine Außendienstmitarbeiter, zuständig für die Parkplatzüberwachung, auch die Aufgabe zu übertragen, auf Fehlverhalten in der Öffentlichkeit zu achten.

Nodorp: „Sie sollen die Menschen ansprechen und sie bitten, ihren Müll oder die Hinterlassenschaft ihrer Hunde zu entfernen.“ Außerdem sollten seine Mitarbeiter Präsenz zeigen. „Das hilft oft schon ganz viel.“

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