Gute Pflege im Rotenburger Tierheim lässt schon Gedanken ans Auswildern zu

Eichhörnchenbaby geht‘s gut

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Nicht mehr allein: Eichi kuschelt im Tierheim mit einem Leidensgenossen.

Verden - Diesem Anblick können Tierfreunde nur schwer widerstehen: Zwei kleine Eichhörnchen kuscheln sich in ihrem Nest aneinander, liegen ganz dicht beisammen. Beide Tierbabys sind erst wenige Wochen alt und nur knapp dem sicheren Tod entronnen. Das Linke ist Eichi, das Waisenkind aus Verden, dessen Mutter, wie wir berichteten, an der Artilleriestraße von einem Auto überfahren wurde.

Inzwischen wurde es von seiner Retterin, Petra Gehrmann, in die Obhut von Regina Buchhop übergeben, die nicht nur die Chefin im Rotenburger Tierheim, sondern auch eine ausgewiesene Kennerin dieser possierlichen Wildtiere ist. „Eichi geht‘s gut“, sagt Buchhop, doch ohne menschliche Hilfe sei der schätzungsweise fünf bis sechs Wochen alte Nager immer noch nicht lebensfähig.

In diesem Alter seien Eichhörnchen noch völlig von der Versorgung durch die Mutter abhängig. Regina Buchhop füttert den Zwerg noch im Dreistundenrhythmus mit Spezialmilch und lässt dem Eichhörchenbaby natürlich auch die entsprechenden Pflege- und Kuscheleinheiten zukommen.

„Das Alter solcher Findelkinder lässt sich nur schwer schätzen. Sie wachsen nicht so schnell wie ihre Artgenossen in der freien Natur und sind oft in ihrer gesamten Entwicklung verzögert“, erklärt die Expertin. Aber Eichi sei auf einem guten Weg und werde, sobald er ausreichend kräftig und damit flügge sei, von ihr wieder ausgewildert. Doch bevor sie Eichi in die Freiheit entlässt, wird er zur Vorbereitung auf das Auswildern für ein paar Tage in eine Außenvoliere umziehen, damit er die für ihn ungewohnte Umgebung wahrnehmen kann.

Das von der Tierschützerin schon viele Male durchgeführte Auswildern geschieht dann völlig unspektakulär: „Ich öffne die Tür zur Voliere, die danach offen bleibt, damit die Tiere so lange zurückkommen können wie sie wollen. Auf meinem Grundstück gibt es einige Nussbäume und so ist der Tisch für die Eichhörnchen immer reich gedeckt.“

Wer ein Eichhörnchenbaby findet, sollte sich an Kenner wie Regina Buchop wenden und auf keinen Fall das Tier mit einer selbst angemischten Milchnahrung füttern. „Die Menschen meinen es ja meist nur gut, aber ohne die entsprechenden Kenntnisse wird einfach zu viel falsch gemacht“, so die Tierschützerin. Wer ein hilfloses Eichhörnchen findet oder Fragen hat, kann sich telefonisch unter 04268/94343 mit dem Tierheim in Verbindung setzen.

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