Grundstein für das neue Bettenhaus

Pläne des Neubaus, Tageszeitungen, eine Festschrift zum AWK-Jubiläum und einen Mundschutz verstaute Marianne Baehr in der Zeitkapsel.
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Pläne des Neubaus, Tageszeitungen, eine Festschrift zum AWK-Jubiläum und einen Mundschutz verstaute Marianne Baehr in der Zeitkapsel.

Der erste Spatenstich noch im Dezember des vergangenen Jahres. Anfang April dann der Beginn der Betonarbeiten für die Sohle. Gestern nun die feierliche Grundsteinlegung: Es geht voran mit dem Bettenhaus-Neubau der Aller-Weser-Klinik (AWK) in Verden. Noch besser: Das 38-Millionen-Euro-Projekt befindet sich im Zeitplan.

Verden – Baupläne, ein Jubiläumsheft der Klinik, Tageszeitungen und – zur Erinnerung an die besonderen Umstände – einen Mundschutz steckte AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr in die Zeitkapsel. Sozialministerin Dr. Carola Reimann, Landrat Peter Bohlmann, Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann und einer strahlenden Geschäftsführerin oblag es schließlich, die in einer kupfernen Kapsel gut verstauten Zeitdokumente einzumauern.

Ehe sie wieder ans Tageslicht gelangen, sollen jetzt viele Jahrzehnte vergehen. Schließlich handele sich sich um einen „Bau für mehrere Generationen“, so Brockmann.

Nicht nur er machte aber deutlich, dass das Bettenhaus nicht die einzige Baustelle ist, die die AWK zu bewältigen hat. Auch bei der Krankenhausfinanzierung gibt es vieles nachzubessern. So nahm Brockmann den Bund in die Pflicht, sich an der Finanzierung der Bauunterhaltung zu beteiligen, damit Gebäude wie das Bettenhaus denn auch wirklich vielen nachfolgenden Generationen zur Verfügung stehen.

114 000 Reichsmark, so hatte der Bürgermeister nachgeschlagen, hatte der erste Verdener Klinikbau, 1892 eingeweiht, gekostet. Und mehr als 30 Jahre waren zuvor ins Land gegangen von der Idee bis zur Realisierung des Krankenhauses.

Dieses Mal wird es schneller gehen. Das neue Bettenhaus mit seinen vier OP-Sälen, zwei Pflegestationen mit jeweils 60 Betten, Intensivbetten und der Erweiterung der Zentralen Notaufnahme soll im Sommer 2022 in Betrieb genommen werden.

Schon mit Beginn des Innenausbaus, geplant ab dem kommenden Sommer, soll auch die Bevölkerung Gelegenheit erhalten, den Neubau zu erkunden. „Es soll Ihr Krankenhaus werden“, richtete Marianne Baehr ihr Wort an die Gäste der Grundsteinlegung. „Sie sollen es von der Pike auf kennenlernen.“

2023, so ist es vorgesehen, wird dann auch der Altbau umgebaut sein. 13 beziehungsweise 14 Jahre, nachdem Fördermittel beim Niedersächsischen Sozialministerium beantragt wurden.

Für die Bewilligung von 30 Millionen Euro aus Hannover dankte Peter Bohlmann Sozialministerin Carola Reimann für ihre Unterstützung. Gleichzeitig betonte der Landrat, wie berechtigt diese Investitionen seien, „unabhängig von den räumlichen Problemen“.

Die Anzahl der Fälle im Verdener Haus der AWK habe in den vergangenen vier Jahren um 21 Prozent zugenommen. Die Zahl der Geburten sei sogar um 26 Prozent, von 480 auf 650, gestiegen. Ein Plus von 31 Prozent bei den Erlösen spreche zudem für mehr und schwerere Behandlungen. „Und trotzdem musste der Landkreis die Klinik insgesamt, gleich verteilt auf beide Standorte, mit vier Millionen Euro jährlich bezuschussen“, machte Bohlmann auf eine Problematik der Krankenhausfinanzierung aufmerksam.

Dabei habe sich gerade in der Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig und richtig Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft seien. „Ohne die AWK hätten wir die Krise nicht so gut bewältigt, wie wir es bisher geschafft haben“, lobte Bohlmann die gute Kooperation zwischen dem Landkreis und Klinik.

Die Bedeutung eines Hauses wie der Aller-Weser-Klinik für eine moderne, wohnortnahe medizinische Versorgung zweifelte auch die Sozialministerin nicht an. Bei der Krankenhausförderung könne das Land aber nicht nach dem Gießkannenprinzip vorgehen. Stattdessen stünden Kooperationen, Fusionen und Schwerpunktbildungen im Fokus.

„Das heißt nicht, dass wir alle kleinen Krankenhäuser schließen“, fuhr Reimann fort. Die von den Kassen oft geforderte Zentralisierung habe in einem Flächenland wie Niedersachsen ihre Grenzen. Stattdessen forderte die Ministerin dazu auf, sektorenübergreifend zu arbeiten, sprich, die ambulante und stationäre Versorgung, die Prävention und Rehabilitation, die Pflege und die Palliativversorgung miteinander zu verknüpfen. Ihr sei klar, dass dies ein „dickes Brett“ sei. Dennoch forderte sie dazu auf, den Mut für eine grundlegende Reform zu haben und die Sektorengrenzen anzugehen.

Von Katrin Preuss

Mit kräftigen Hammerschlägen besiegelten Bürgermeister Lutz Brockmann, Landrat Peter Bohlmann, AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr und Sozialministerin Dr. Carola Reimann (v.l.) die Grundsteinlegung.

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