Die Grundschule in Walle braucht mehr Platz / Ausschuss stimmt dafür

Dringend Handlungsbedarf

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Freundlicher Eingang, aber es wird eng im Gebäude: die Waller Grundschule.

Verden-Walle - Klein aber fein, so die Kurzbeschreibung der Grundschule in Walle. Die Betonung liegt in diesem Falle allerdings auf klein. Und das wird zunehmend zum Problem. Schulleiterin Claudia Nobis mahnte im Schulausschuss am Mittwochabend: „Wir sind zwar alle sehr bemüht, doch so wie jetzt kann es nicht weitergehen.“ Das Gremium mochte da nicht widersprechen und will sich für eine zügige Lösung einsetzen.

Wer durch die Tür der Waller Grundschule geht, der fühlt sich zunächst einmal wohl. „Diese Erfahrung machen nicht nur wir, sondern auch Besucher, die zum ersten Mal ins Haus kommen“, erzählte Claudia Nobis im Ausschuss. Der hatte im Mehrzweckraum des Hauses Platz genommen und konnte sich ein eigenes Bild machen. Das Innere des Gebäudes ist hell und offen gestaltet, da gibt es große Räume und Spielmöglichkeiten.

Doch bei offen und hell fangen die Nöte an. „Unser Problem ist der Lärm“, so die Schulleiterin. Auf dem Flur werde gespielt, es gebe Konferenzen, Elterngespräche, Nachmittagsbetreuung, die Inklusion und Vorstellungsgespräche mit Lehramtskandidaten – insgesamt habe sich mittlerweile ein ziemlicher Lärmpegel entwickelt. „Stimmen hallen durch das gesamte Haus, es fehlt die Möglichkeit, sich zurück zu ziehen“, so Claudia Nobis.

Die Schulleiterin hat selbst unter der Platznot zu leiden. Gemeinsam mit ihrer Sekretärin teilt sie sich seit Jahren ein Büro. Auch das eine auf lange Sicht „unzumutbare Situation“. Bedauerlich sei zudem die nur noch begrenzte Nutzung der schuleigenen Küche. „Sie dient lediglich der Essensausgabe, gekocht wird nicht mehr“, so der aktuelle Sachstand. Das Gesundheitsamt hat so entschieden.

Und es wird nicht besser mit dem Platz. Bislang noch einzügig, müssen sich Schulleitung und Verwaltung für das kommende Schuljahr auf einen kleinen Ansturm einstellen. 29 Kinder werden die benachbarte Kita verlassen. „Da werden wir wieder zweizügig sein und brauchen dann mehr Raum“, so Claudia Nobis.

Der Hilferuf der Schulleiterin stieß im Ausschuss auf offene Ohren. Es gebe auch schon einen Haushaltsansatz von 15000 Euro für Verbesserungen. „Wir sollten allerdings eine grundsätzliche Lösung anstreben“, betonte Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Bohling. Ein Architekt soll sich über Um- und Anbau Gedanken machen, ein Akustiker über den Lärm. Vielleicht gebe es auch eine Möglichkeit, den benachbarten Kindergarten in eine Gesamtlösung einzubinden. Auch da muss dringend gebaut werden.

Detailliert wollte der Ausschuss in die Planungen allerdings noch nicht einsteigen, machte aber die Dringlichkeit deutlich. „Wir sehen die Not, es ist Veränderungsbedarf“, formulierte Gunda Schmidtke (SPD). Anja König (CDU) sprach sich dafür aus, „Nägel mit Köpfen zu machen“ und noch im Haushalt 2016 Planungsmittel bereit zu stellen. „Dafür sollten wir uns im Finanzausschuss stark machen.“ Jürgen Weidemann (FDP) unterstrich: „Wir wollen die Waller Schule erhalten, also müssen wir auch etwas dafür tun.“ Ulla Schobert (Grüne) verwies auf die angespannte Personalsituation bei der Stadtverwaltung, so dass es zeitlich eng werden könnte. Sie forderte daher eine Prioritätenliste anstehender Bauvorhaben, „so dass wir auch mit Blick auf Walle verlässlich unsere Schwerpunkte setzen können“.

mw

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