Mehr Tempo-30-Schilder / Zuviele Elterntaxis an der Grundschule

Ortsrat fordert: Am Sachsenhain den Fuß vom Gas

 Die Straßen am Sachsenhain sollen mit Tempo-30-Schildern gekennzeichnet werden. Ehler Krippendorf, Bärbel Rater und Sabine-Patzer Janßen (v.l.) zeigen, wo.
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Noch ist der Asphalt blank: Die Straßen rund um die Grundschule am Sachsenhain sollen mit Tempo-30-Schildern gekennzeichnet werden. Ehler Krippendorf, Bärbel Rater und Sabine-Patzer Janßen (v.l.) zeigen, wo.

Die Straßen sind eng rund um die Grundschule am Sachsenhain. Dennoch wird zu schnell gefahren, obwohl nur Tempo 30 zulässig ist. Nun sollen deutliche Hinweise auf der Straße Autofahrer erziehen. Schließlich ist nächste Woche Schulanfang. Noch besser wäre, wenn möglichst wenig Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Tür fahren. Es gibt kaum Parkplätze.

Verden – Noch ist der Asphalt blank. Keine schwarzen Zahlen auf weißem Grund im roten Kreis weit und breit in Sicht. Aber sie kommen. „Wir brauchen in unserem Quartier rund um die Grundschule Tempo-30-Schilder, direkt auf der Straße. Die Anlieger wollen das, die Schule will das und wir wollen das“, sagt Sabine Patzer-Janßen, Ortsbürgermeisterin in Dauelsen. „Wir haben die Zusage der Stadt. Die machen das. Ist versprochen.“Sabine Patzer-Janßen steht auf der Straße Mühlenweg und runzelt die Stirn. Es ist und bleibt kompliziert rund um die Grundschule am Sachsenhain. „Schön ruhig ist es hier jetzt auf den Straßen, doch, wenn die Schule nächste Woche nach den Sommerferien wieder öffnet, herrscht morgens Chaos“, weiß Patzer-Janßen. Bis zu 320 Schülerinnen und Schüler sind es, die mit Beginn des neuen Schuljahres in die Einrichtung strömen – und irgendwie dorthin kommen müssen.

Am Sachsenhain in Verden: Im Quartier und rund um die Grundschule Tempo-30-Schilder

Das Problem ist bekannt: „Wir haben vor der Schule nur wenig Platz. Das wissen eigentlich auch alle, dennoch kommen nach wie vor viele Eltern mit dem Auto“, so die Ortsbürgermeisterin. Und sie schüttelt den Kopf, wenn sie daran denkt. Tempo 30, so steht es direkt am Ortseingang. Doch kaum jemand hält sich dran, haben sie und ihre Mitstreiter im Ortsrat beobachtet. Immer wieder wird gerast, ob aus Richtung Mühlenweg, vorbei am Mühlenteich, oder aus der anderen Richtung, durch die Straße Am Sachsenhain. „Es sind nicht nur Eltern, die ihre Kinder bringen, auch Anwohner halten sich längst nicht alle an das vorgeschriebene Tempo“, bedauert Patzer-Janßen.

Tempo-30-Schilder auf den Asphalt

Der Ortsrat war daher unterwegs im Quartier. Zehn Stellen hat das Gremium schon im Geiste markiert. „Nicht nur vor der Schule, sondern schon im Vorfeld müssen die Hinweise deutlich sichtbar auf den Asphalt. Sonst bringt das nichts“, fordert Patzer-Janßen. Sie weiß auch warum: „Die Leute haben sich an den Schilderwald im Randbereich gewöhnt. Den sieht doch keiner mehr.“ Und damit nicht genug: „Rund um die Schule werden wir mit der Polizei auffällige Banner aufhängen und zusätzlich auf die jungen Schüler hinweisen.“

Am Sachsenhain: Die Elterntaxis bleiben das Problem

Ob es hilft, das morgendliche Chaos im Quartier in den Griff zu kriegen? „Eigentlich brauchen wir mehr Parkraum an der Grundschule, um das Gewusel zu ordnen“, so Ortsratsmitglied Ehler Krippendorff. Er weiß aber auch: „Es wird schwer, den Platz dafür direkt in der Nähe der Schule zu finden.“ Und deswegen hilft nur ein Umdenken. „Eltern sollten dringend überlegen, ob es wirklich Sinn macht, die Kinder direkt vor der Schule abzusetzen“, so Krippendorff. „Die Elterntaxis bleiben das Problem“, weiß er.

Bei Regen sei es ganz schlimm. „Dann kommen alle mit dem Auto und die Fahrzeuge stauen sich bis zum Mühlenteich oder in die andere Richtung, in die Straße Am Sachsenhain und weit darüber hinaus. Sabine Patzer-Janßen schüttelt nochmals den Kopf, wird nun doch etwas energischer in ihren Worten: „Warum denn nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad, so wie wir das früher gemacht haben?“ Es würde die Situation vor der Schule und damit auch zum Schuljahresbeginn deutlich entschärfen.

Wohlwissend, dass diese Appelle nur bedingt fruchten, hat sich der Ortsrat nach anderen Lösungen auf die Suche gemacht. Eine davon fällt praktisch vor die Füße, weil es sie schon gibt. „Von der Hamburger Straße, gegenüber der Bäckerei Wöbse, in den Schülerweg biegen und die Kinder am Busbahnhof aussteigen lassen“, erklärt Sabine Patzer-Janßen. „Da gibt es einen eigenen Bereich für die Elterntaxis. Bis zur Schule sind es dann noch cirka 200 Meter. Das muss doch machbar sein.“

Der Mühlenweg ist bislang eine Sackgasse.

Den Mühlenweg am Sachsenhain frei geben

Aber der Ortsrat hätte noch einen neuen Vorschlag, um den Andrang vor der Schule zu entzerren. „Der Mühlenweg vor der Grundschule müsste in Verlängerung zur Straße Im Jerusalem geöffnet werden. Dann hätten die Autos eine weitere Alternative, von der Schule wegzukommen. Oder sie müssten gar nicht erst bis vor das Gebäude, weil sie wie in einem Kreisverkehr vorher wieder abfahren könnten“, erklärt Patzer-Janßen. Die Lösung sei mehrfach diskutiert worden. „Wir sind mit der Stadt im Gespräch, was da noch machbar ist“, so Patzer-Janßen.

Zum Schulbeginn ohne Auto sondern zu Fuß oder mit dem Rad

Zum Schulbeginn, soviel ist sicher, wird es sowohl mit den Malarbeiten auf dem Asphalt als auch mit der Öffnung der Straße Mühlenweg nicht klappen. „Für uns bleibt zunächst nur der Appell, runter vom Gas. Besser aber ist, den Weg zu Fuß oder mit dem Rad zu machen“, fordert auch Patzer-Janßen.

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