Umfangreiche Untersuchungen

Kreuzung in Hönisch wird umgerüstet: Grüner Pfeil als Hoffnungsträger

Die Kreuzung in Hönisch, Bundesstraße 215 in Verden
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Die Kreuzung in Hönisch: Wer stadtauswärts nach links in Richtung Dörverden/Nienburg will, darf künftig nur fahren, wenn der Pfeil grün zeigt. Derzeit wird die Anlage umgerüstet.

Immer wieder hat es gekracht! Nun werden die Ampeln an der Kreuzung in Hönisch umgerüstet. Ein grüner Pfeil gilt als Hoffnungsträger, das alles besser wird.... Und es gibt ein Akustiksignal...

Verden – Verkehrsplaner Mitja Mutschall neigt nicht zu Übertreibungen, ist eher, was zu seinem Job gehört, nüchterner Analytiker. „Aber in diesem Fall geht es tatsächlich um Sekunden“, sagt Mutschall. Zeit, die über einen möglichen Unfall an der Bundesstraße 215 in Hönisch entscheiden kann. Doch nun wird alles besser. Das Ampelprogramm am Unfallschwerpunkt wird digital neu abgestimmt – und von den Masten strahlen danach LED-Leuchten. Noch bis Ende der Woche wird der Knotenpunkt umgerüstet. Lange Staus inklusive.

Kreuzung in Hönisch: Noch bis Ende der Woche wird der Knotenpunkt umgerüstet

Unfallschwerpunkt, das ist das Stichwort, bei dem die Experten in Hönisch an der Kreuzung von Bundesstraße 215 und Landesstraße hellhörig und aktiv werden. Immer wieder kracht es dort. 13 Mal in den vergangenen zwei Jahren. „Wir haben uns auch immer wieder zusammengesetzt, um das Problem zu lösen“, sagt Mutschall, der beim Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) die Kreuzung unter seinen Fittichen hat.

Grüner Pfeil auf der Kreuzung, kein Gegenverkehr und zeitgleich kein Grün in beiden Richtungen

Jeder Unfall, jeder kleine Zwischenfall wird im NLStBV registriert. Nun wurden die Experten erneut an die Kreuzung geschickt. „Wir haben über Monate noch einmal die Verkehrsströme messen lassen, um zu ergründen, wo noch was machbar ist“, erklärt Mutschall. „Das Problem ist bekannt: Unfälle passieren vor allem dann, wenn Autofahrer von der Südbrücke stadtauswärts nach links in Richtung Dörverden wollen. „Wenn der grüne Pfeil leuchtet, dann kann im Normalfall nichts passieren“, sagt Mutschall. Allerdings gebe es einen Moment, in dem die beiden Ampeln, stadtein- und -auswärts, grün haben. „Zwei Sekunden dauerte bislang diese Phase, in der die Unfälle passierten, weil einer abbog und den Gegenverkehr nicht beachtet“, so Mutschall.

Verden: Jede Sekunde an der Kreuzung von Bundesstraße und Landesstraße zählt

Es sind die zwei Sekunden, die der Verkehrsplaner aber bislang an anderer Stelle brauchte, um die Schlangen vor der Kreuzung halbwegs geordnet abzubauen. Was sich für den Laien wie Erbsenzählerei anhört, hat beim Verkehrsplaner System: „Die Kreuzung in Hönisch ist an ihrer Belastungsgrenze, ob grün oder rot, jede Sekunde zählt“, erklärt Mutschall.

Doch nun wurde neu gezählt und geschaltet. „Möglich macht’s ein besseres Programm: „Noch schneller, noch effektiver“, so Mutschall. In der Umsetzung und für den Autofahrer ist es die denkbar einfachste Lösung, die der Computer ausgespuckt hat und nun erfolgreich umsetzen muss: Wer künftig von der Südbrücke stadtauswärts fährt, darf nur nach links, in Richtung Dörverden abbiegen, wenn der Pfeil grün zeigt. Die Zeiten, wo beide Spuren, stadtein- und -auswärts Grün haben, sind vorbei.

Experten haben die Kreuzung in Verden-Hönisch über Monate beobachtet

Bis es so weit ist, wird die Kreuzung komplett umgerüstet. Es gibt nicht nur ein neues Programm, auch alle Leuchten kommen runter, werden durch LED-Modelle ersetzt. „In der Wartung deutlich einfacher, im Stromverbrauch erheblich günstiger“, weiß Mutschall. Neue Strippen werden dafür gezogen, die Schaltkästen an der Kreuzung optimiert. Und noch einen Pluspunkt bietet das Ampelprogramm künftig: Wer schlecht sieht, kann als Fußgänger per Knopfdruck ein akustisches Signal auslösen, das bei Grün-Phase lautstark anschlägt.

B215/Landesstraße in Verden: Fußgängerampel mit Akustik-Signal

Ist der Unfallschwerpunkt damit entschärft? „Wir sind optimistisch, versuchen das, was technisch möglich ist“, so Mutschall. Staus, wie bereits jetzt zu den Stoßzeiten an dem Knotenpunkt, kann er allerdings nicht ausschließen. Morgens zur Rushhour, rollen aus Richtung Dörverden 8. 900, aus Richtung Hutbergen weitere 8 .000 Fahrzeuge auf die Kreuzung zu. Ein Großteil davon, insgesamt 14 .800 Lkws und Autos, fahren über die Nordbrücke und dann in den Nordertorkreisel. „Das bleibt ein Nadelöhr“, weiß Mutschall.

Zu spüren bekommen die Autofahrer das insbesondere in dieser Woche. Während der Umrüstung bleibt die Ampel aus, der Verkehr staute sich auch deswegen gestern auf einer Länge von mehr als drei Kilometern allein auf der B215 aus Richtung Dörverden.

Spätestens Ende der Woche soll die Ampel wieder leuchten – dann mit grünem Pfeil und LED.

Von Markus Wienken

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