Grüne: „Mehr Geld für Radwege“

Gutes Beispiel: Der Radweg entlang der Eisenbahnbrücke. Foto:s wienken

Es ist so einfach, und immer mehr Menschen machen es, insbesondere inZeiten von Corona. Statt mit dem Auto, rauf auf’s Fahrrad und ab in die Stadt. Die umweltfreundliche Fortbewegung ist ein Lieblingsthema der Grünen. Nun hat die Stadtratsfraktion eine Liste von Anregungen an die Verwaltung geschickt, will damit noch mehr Radler auf die Straße holen.

VON MARKUS WIENKEN

Weniger bis gar keinen Autoverkehr in der Innenstadt, gleichzeitig mehr Angebote für Fußgänger und vor allem Radfahrer, das wollen die Vertreter von Bündnis/90 Die Grünen in Verden durchsetzen. „Da gibt es noch einiges zu tun, und wir wollen mit ein paar Anregungen dafür sorgen, dass sich einige Dinge möglichst schnell ändern“, so Rasmus Grobe in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Die Liste der Forderungen liegt auch der Verwaltung vor.

Es ist nicht nur, aber auch die Corona-Krise, die die Grünen den neuerlichen Anlauf für eine fahrradfreundlichere Stadt nehmen lässt. „Grundsätzlich steht für uns fest, wir wollen mehr Platz fürs Fahrrad“, so Grobe. Die Pandemie und deren Folgen machten allerdings deutlich, dass es im Interesse aller schneller gehen müsse. „Unumgänglich ist, dass angesichts von gelten Abstandsregelungen Wege deutlich breiter angelegt werden müssten. „Kombinierte Rad- und Fußwege mit Begegnungsverkehr sind nach geltenden Corona-Regeln mit 1,5 Metern Distanz derzeit eigentlich kaum zu nutzen“, weiß Grobe. Er meint damit auch die Verbindung an der Bremer und Hamburger Straße, praktisch das Einfallstor in die Stadt. Wie es geht, zeigen andere Städte, wo beim Bau sogenannter Pop-Up-Radwege – zum Beispiel in Berlin – halbseitig Fahrbahnen für Radler freigegeben wurden und sich der Autoverkehr unterordnen muss. Platz dafür wäre an der besagten Bundesstraße 215 allemal. Auf dem Seitenstreifen parken hin und wieder Autos und Lastwagen, sonst bleiben die Flächen ungenutzt. Außer zur Domweih, wenn dort die Fahrzeuge der Schausteller auf Abruf stehen. „Da gibt es aber andere Lösungen“, ist Grobe sicher.

Vorschläge hat er auch für eine weitere Verkehrsader: „Am Berliner Ring, wo die Radwege eh’ im erbärmlichen Zustand sind, wäre eine Fahrradstraße zumindest einen Versuch wert“, schlägt Grobe vor. Seine Fraktionskollegin, Bärbel Rater, unterstützt ihn und spricht aus eigener Erfahrung: „Für Radler, insbesondere eine E-Bike-Fahrerin wie mich, wäre es eine Erleichterung, könnten sie auf der Strecke ihre Räder doch voll ausschöpfen und müssten sich nicht auf den angrenzenden holprigen Wegen durchschütteln lassen.“

Grobe könnte sich auch eine zeitliche Begrenzung der Fahrradstraße vorstellen, „bis die Radwege saniert und eine gefahrlose Begegnung möglich ist.“

Was sich wie ein kleines Sammelsurium liest, gehört, so der Wunsch der Grünen, in Strukturen gegossen. „Wir brauchen ein Radwegeflächenkonzept“, fordert Werner Meincke. Ein entsprechendes Dokument liegt seit 2012 vor. „Etliches wurde erledigt, manches muss überarbeitet werden, aber vieles ist noch aktuell“, so der Grüne. Auch den geplanten Schnellradweg zwischen Bahnhof Verden und den Berufsbildenden Schulen in Dauelsen zählen die Grünen dazu. Im Sinne einer zügigen Umsetzung gibt es ein klare Ansage von Meincke: „Kein Geld für Parkplätze, alles für die Fahrradfahrer.“ Jährlich 65 000 Euro stehen dafür sowieso regelmäßig im Stadthaushalt zur Verfügung. „Diese Summe gehört auf jeden Fall schon mal verdoppelt“, fordert Meincke.

Als nach wie vor gelungenes Beispiel sehen Bündnis 90/Die Grünen den Brückenschlag über die Aller nach Wahnebergen. „Der Bau des Radweges entlang der Eisenbahnbrücke hat sich als goldrichtige Lösung von hoher Qualität nicht nür für den Tourismus, sondern auch für einheimische Pendler erwiesen. An dieses Projekt sollten wir anknüpfen“, so Grobe.

Die Liste der Anregungen liegen der Stadtverwaltung vor. Bürgermeister Lutz Brockmann: „Wir haben die Anregungen zur Kenntnis genommen und müssen, auch in Abstimmung mit übergeordneten Behörden prüfen, was überhaupt machbar ist.“

Info

Bilder zum Text und zur Radwegbrücke gibt es unter www.kreiszeitung.de in der Rubrik „Videos und Fotostrecken“.

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