Großprojekt wird im Kreishaus vorbereitet / Zielvorgabe bis 2018

Aller unter Naturschutz

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Natur- und Landschaftsschutz entlang der Aller: Der Fachausschuss machte sich mit ersten Planungen vertraut.

Landkreis - Die Wümmeniederung ist abgeschlossen, jetzt ist die Aller dran. Kreismitarbeiter Thomas Arkenau hat sich Verdienste erworben, als die Landschaft rund um das Flüsschen bei Fischerhude unter Naturschutz gestellt wurde. Jetzt hat er sich die Aller vorgenommen. Erste Planungen präsentierte er am Dienstag dem Ausschuss Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft des Kreistags.

Naturnäher wird die untere Aller werden, wenn auch wegen der intensiven Landwirtschaft vielleicht nicht so ein Idyll wie die Wümme in der preisgekrönten Niederung bei Fischerhude. „Angedacht ist auch, die Alte Aller bei Verden wieder anzuschließen“, verriet Arkenau, was er im Sinn hat. Aus lauter Spaß am Naturschutz hat der Fachmann das Großprojekt mit einem Umfang von knapp 2000 Hektar nicht in Angriff genommen. Eine Zielvereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und dem Landkreistag macht sogar Druck: die Arbeit soll bis 2018 abgeschlossen sein. „Sonst bekommen wir Probleme mit dem Land“, warnte Fachbereichsleiter Volker Lück. Zumal die Planung vorliegen müsse, wenn sich das Land an den Ersatz für die Verdener Nordbrücke mache.

Auslöser für die Vereinbarung sei die Unzufriedenheit der EU, erläuterte Arkenau. Die habe bemängelt, dass die nach ihrer Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) ausgewiesenen Flächen zum Schutz bedrohter Tierarten nicht ausreichend gesichert seien. Jetzt will der Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz liefern. Leiterin Silke Brünn konnte den Abgeordneten allerdings noch keine detail-genauen Pläne vorlegen: „Es gibt bislang keinen Verordnungsentwurf aus Hannover.“ Auf die genaue Abgrenzung der FFH-Gebiete an der Aller wartet Thomas Arkenau deshalb noch.

Die dürften nämlich nicht unterschritten werden, wenn die Flächen unter Natur- oder Landschaftsschutz gestellt werden. Auch was die konkrete Planung und die Erhaltungsziele betrifft, ist der Gestaltungsspielraum des Planers eingeschränkt. Das Land, genauer das Umweltministerium, gebe ziemlich präzis vor, was am Flusslauf und den wertvollen Biotopen an seinem Ufer angestrebt wird. Die Vorgaben, wie Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen auszusehen haben, seien streng.

Große Probleme, vor allem mit der Landwirtschaft, erwarten die Planer im Kreishaus allerdings nicht. Das liegt zum einen daran, dass ein großer Teil der infrage kommende Flächen an der Aller zwischen der Wesermündung und der Kreisgrenze bereits im Besitz von Kreis, Gemeinden, des Landes und des Bundes sind. Zum anderen sind die Erfahrungen aus langjähriger Zusammenarbeit, nicht nur in der Wümmeniederung, sondern auch in betroffenen Gebieten an der Aller gut. Bedenken von Ralf Großklaus (SPD) konnten Brünn ebenso wie Heinrich Zeyn zerstreuen. Beide setzen auf Selbstkontrollmechanismen und, wenn das nicht ausreicht, auf die Polizei. Der Vertreter der Landwirtschaft verwies zudem darauf, dass in einigen Fällen Vorgaben für die Bewirtschaftung mit Ausgleichszahlungen verbunden sein könnten. Das betrifft etwa 77 Hektar, hatte Arkenau ermittelt.

kle

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