Verdener Motorboot-Verein erneuert Slip-Anlage für 160 000 Euro

Großprojekt an der Waterkant

Blick vom Wasser aus auf die Rampe, die in den Fluss führt. Im Hintergrund ist ein Gebäude, das Clubhaus, zu erkennen. Am Giebel des roten Ziegelbaus ist VMV zu lesen.
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Die Rampe ist offizielle Einsatzstelle auch für Boote der Feuerwehr, des THW und der DLRG.

Der Verdener Motorboot-Verein benötigte eine neue Rampe. Ein Mammutprojekt für den Club, aber notwendig, da auch Rettungsorganisationen die Anlage zum Einsetzen benötigen.

Verden – Zur Hafenanlage des Verdener Motorboot-Vereins (VMV) in Höltenwerder gehört eine Rampe, über die nicht nur private Boote zu Wasser gelassen werden. Sie ist auch die offizielle Einsatzstelle für Boote des DLRG, des THW und der Feuerwehr. Das VMV-Gelände an der Aller, das in einem geschützten FFH-Gebiet liegt, wird regelmäßig von Hochwasser heimgesucht, das mitunter kräftig an der Basis der Slip-Anlage nagt.

So mussten in den zurückliegenden 50 Jahren des Vereinsbestehens immer wieder Ausbesserungen vorgenommen werden, damit die Anlage einsatzfähig bleibt.

In diesem Jahr stand erstmals eine komplette Erneuerung an, nachdem im vergangenen Jahr an der Betonplatte unter Wasser Teilabbrüche festgestellt wurden – für die rund 150 Mitglieder eine echte Mammutaufgabe, ausgerechnet zu Corona-Zeiten und im Jubiläumsjahr. Zunächst verhinderten allerdings gestiegene Baustoffpreise den Baubeginn, dann mussten die Rammarbeiten vor Ort abgebrochen werden, weil ein Nachbar Angst um sein Haus bekam. „Dabei wurde extra ein Niederfrequenz-Verfahren angewendet“, versichert der Vereinsvorsitzende, Klaus Henninges.

Schweres Gerät beim Verdener Motorboot-Verein.

Um jeglichen Ärger zu vermeiden, wurde jetzt ohne weiteres Rammen nach Entfernung der alten Platte eine gut zehn Zentimeter dicke und stahlmattenverstärkte Betonschicht von rund 40 Quadratmetern Fläche eingebracht. Ein Taucher überprüfte zuvor das stabile Schotterbett, damit künftig so schnell nichts mehr verrutscht.

Für die Aktion hatte der Verein Sondergenehmigungen eingeholt, die Steganlage in diesem Jahr länger als bis Oktober im Wasser lassen zu dürfen. Die wird über die Slip-Anlage ins Winterlager transportiert und das ist in diesem Jahr erst Mitte November möglich. Dazu mussten das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sowie die Untere Wasserschutz-Behörde ihre Zustimmung geben.

Die Slip-Anlage der Hafenanlage in Höltenwerder ist in die Jahre gekommen. Dieses Jahr war eine Kompletterneuerung fällig.

„Das Groß-Projekt mit einem Kostenrahmen von circa 160 000 Euro wird durch Zuschüsse des Kreissportbundes Verden, der Arbeitsgemeinschaft Verdener Sportvereine und des Landkreises Verden finanziert“, erklärt Klaus Henninges. Dem Verein obliege die Zwischenfinanzierung bis zum Eintreffen aller Zuschüsse und am Ende die Übernahme eines Kostenanteils von rund 30 000 Euro – keine Kleinigkeit für den Verein, aber doch machbar. Wie wichtig die Slip-Anlage nicht nur für den VMV, sondern auch für die Allgemeinheit ist, zeigte sich wenige Tage nach der Erneuerung: Die Feuerwehr kam im Rahmen eines Großeinsatzes mit einem Boot zur Einsatzstelle in Höltenwerder. Man hatte vergessen, dass die Slip-Anlage noch nicht einsatzbereit ist, und so mussten die Helfer unverrichteter Dinge wieder abziehen.  

Von Ulla Kanning

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