Großes Interesse an sozialer Absicherung und Zuchttechnik

Delegation von US-Landwirten informiert sich im Grünen Zentrum

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Stephane Alkabes (v.l.) und Jörn Ehlers begrüßen die US-Delegation vor dem riesigen Bronzebullen bei Masterrind.

Verden - Aus allen Regionen der 50 US-Bundesstaaten kamen die Mitglieder einer Delegation amerikanischer Landwirte nach Verden. Sie waren an der Landwirtschaft und besonders der Tierzucht in der Alten Welt interessiert. Im Grünen Zentrum in Verden erfuhren sie Näheres über den Maschinenring, die landwirtschaftliche Betriebshilfe sowie die Sozialversicherung des Berufsstandes.

Die McCloy-Stiftung hatte die Farmer für zehn Tage nach Europa zu einem Erfahrungsaustausch mit den Berufskollegen eingeladen. Weil in den Staaten soziale Absicherung auch in der Landwirtschaft mehr auf privater Initiative basiert, verfolgten die US-Damen die Ausführungen sehr interessiert und berichteten von den eigenen Herausforderungen im Betrieb.

Pastorin Ricarda Rabe stellte das Sorgentelefon für Landwirte, die Seelsorge sowie Dorfhelfer vor. Eine Dame aus der Gästegruppe erzählte von der Zeit, als sie dringend derartige Hilfe benötigt hätte, weil sie ihre Kinder, eins im Buggy und im Rucksack, füttern musste, da sich sonst niemand um den Nachwuchs gekümmert hätte. Daher nahmen die Landwirte aus der Neuen Welt die hiesigen Sozialstandards gerne als Anregung mit in ihre Heimat von North Dakota bis Hawaii. Denn die Gäste sind allesamt in den Organisationen der Agrarwirtschaft Funktionärinnen und gut organisiert.

Mehr ums Geschäft der Rinderzüchter ging es naturgemäß dann bei der Firma Masterrind. Dort waren die Gäste sehr von den Hygienestandards und den Quarantänemaßnahmen zur Qualitätssicherung beeindruckt. Natürlich hinterließen die großen Bullen der Holsteiner-Rasse auch ihren bleibenden Eindruck bei den Damen. Von Masterrind zeigte Stephane Alkabes der Delegation, die Kreislandwirt Jörn Ehlers organisiert hatte, ebenfalls die Laboratorien des Verdener Standorts.

Rosella Mosby von einer 140 Hektar großen Gemüsefarm vor den Toren von Seattle interessierte sich auch für die tiefgekühlten Rindersamen im Masterrindlabor.

Die Rinderzüchterinnen fragten dem Experten Löcher in den Bauch nach den Zuchttechniken in Verden, auch wenn ihre Betriebe mehr zur Fleischproduktion dienen. So wie bei Kalena Bruce aus Missouri, die auf ihrer 1400 Hektar großen Farm 600 Fleischrinder hält. Hauptsächlich hätte sie hochwertige Angusrinder in ihrer Herde, die mit acht bis zehn Monaten bereits vermarktet werden könnten. Zuchttiere würden auch bis zu 18 Monate im Betrieb bleiben, obwohl die meisten Kälber zugekauft würden. Bei ihrer Zucht würden Fleischqualität und Tiergesundheit in Kombination mit dem Wuchs klar im Fokus stehen.

Jersey-Rinder und sehr hochwertige Angus in einer selbst gezüchteten Herde von 50 Tieren hält Julie White auf ihrer Farm in Mississippi mit schon fast übersichtlichen 120 Hektar.

Aufhorchen ließ die Züchterinnen die hochmoderne Technik zur Geschlechterbestimmung bei der Verdener Zuchtorganisation. Denn beim Milchvieh würden vor allem weibliche Tiere benötigt, um Milch zu produzieren.

Andererseits präferieren die Produzenten von T-Bonesteaks und Burgern die männlichen Tiere der Fleischrassen. Der Marktanteil mit drei bis vier Prozent sei allerdings wegen der Kosten des Verfahrens vergleichbar mit dem europäischen Markt. Eine Nachfrage nach dem Verdener Verfahren auf dem US-Fleischrindermarkt hätte demnach Aussichten.

Anschließend lernte die Delegation das Potential der Reiterstadt Verden beim Hannoveraner Verband kennen. Sie bewunderte die Rassepferde, weil viele Gäste Pferde auf ihren großen Farmen für die Familie hielten. Das Erstaunen war groß, als sie vom jüngsten Rekorderlös von mehr als zwei Millionen Euro bei der Hengstauktion hörten.

Nach Stationen in der Samtgemeinde Thedinghausen ging es für die Gruppe weiter nach Bremen und über Würzburg nach München. Als Abschluss stehen die Institutionen der EU in Brüssel auf dem Programm. 

lee

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