Verein Verdener Jazz- und Blues-Tage bereitet Festival auf dem Domplatz im Juli vor

Große Pläne für den Neustart der Kultur

Kultur richtet sich nach Corona: Das Personenleitsystem soll beim Festival für Pandemie-Sicherheit sorgen. Volkmar Koy (vorne), Barbara Rucka und Wolfgang Krützfeld demonstrierten Lutz Brockmann (l.) und Peter Bohlmann (r.), wie es funktioniert.
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Kultur richtet sich nach Corona: Das Personenleitsystem soll beim Festival für Pandemie-Sicherheit sorgen. Volkmar Koy (vorne), Barbara Rucka und Wolfgang Krützfeld demonstrierten Lutz Brockmann (l.) und Peter Bohlmann (r.), wie es funktioniert.

Verden – „Seit einem Jahr haben wir kein Konzert mehr veranstaltet“, sagte Jazz-Tage-Vorsitzender Volkmar Koy. Ein Jahr Corona-Stille auf den Bühnen der Stadt und die Musiker lechzen ebenso nach Auftritten wie ihr Publikum. Zeit für den Neustart der Kultur also und der Verein Verdener Jazz- und Blues-Tage geht mit einem Domplatz-Festival am 30. und 31. Juli in die Vollen.

Auch wenn manches Detail noch nicht planbar ist und nicht einmal abzusehen ist, welche Regeln die Pandemie erfordert, sollen Open-Air-Auftritte von Max Mutzke, Rüdiger Baldauf und Michael Schulte den Neustart unüberhörbar machen.

Bundesförderung für Neubeginn

Seit dem Jahresbeginn, so verriet Koy, habe der Vorstand des Verdener Vereins in zahllosen Sitzungen an den Plänen getüftelt und Konzepte für die Durchführung des zweitägigen Festivals erarbeitet. Nicht ohne einen gewissen Druck zu spüren, wie der Vorsitzende auch zugeben musste. Der Neustart bewegte die Jazz- und Bluesfreunde nicht von ungefähr. Die stellvertetende Vorsitzende, Barbara Rucka berichtete, dass eine Bundesförderung dahinter steckt, die nicht nur die Arbeit des Vereins unterstützt, sondern auch die Mittel für den Zweck eingesetzt sehen will.

„Neustart Kultur“ so heiße das Rettungs- und Zukunftsprogramm aus der Feder der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Monika Grütters. Es soll gezielt pandemiebedingte Investitionen und Projekte dabei unterstützen, ihren Betrieb wieder aufzunehmen.

Und das aus den Bundesmitteln finanzierte Personenleitsystem mit 30 Ständern und roten Gurten dazwischen, wird spätestens auf dem Domplatz seine Dienste tun können. „Geplant ist Rüdiger Baldauf’s Trumpet Night featuring Max Mutzke am 30. Juli und am Samstag, 31. Juli, Michael Schulte mit Benne als Support“, berichtete Dieter Rater.

Eine kleinere Beschallungsanlage, deren Anschaffung das Programm dem Verein ebenfalls möglich gemacht hat, eignet sich gut für Konzerte, wie sie der Verein schon mehrfach auf der Open-Air-Bühne des Domgymnasiums durchgeführt hat. Das Tonsystem dürfte schon vor dem Domplatz-Festival seine Feuertaufe haben. „Am 19. Juni“, so kündigte Koy ein weiteres Event in diesem an, „kommen Larry and the Handjive, und spielen dort“.

Jazz- und Blues-Tage und noch einige weiter Konzerte

Die Liste wird aber noch länger. Die Vorbereitungen für die Jazz- und Blues-Tage im Frühherbst mit Stefanie Heinzmann als Headlinerin seien bereits in vollem Gange. Dabei sei auch da noch nicht so klar, ob etwa die Kneipennacht überhaupt durchführbar sein werde. Im November, am 12., wird Stefan Jürgens im Domgymnasium auftreten und einen Monat später, genau am 11. Dezember, hat der Verein Botticelli Baby mit ihrem handgemachten Swing mit Punkattitüde verpflichtet.

„Wir wissen, dass die Hauptgefahr der Ansteckung drinnen lauert“, sagte Landrat Peter Bohlmann zu Beginn der Pressekonferenz, auf der der Verdener Verein seine Pläne gestern öffentlich machte. Bohlmann, der seit vielen Jahren Schirmherr der Verdener Jazz- und Blues-Tage ist, zeigte sich denn auch zuversichtlich, dass sich die Veranstalter-Pläne umsetzen lassen, auch wenn man kaum vorhersagen könne, was die Zukunft bringt.

Dass Kultur fehlt und ein Hunger nach Veranstaltungen bestehe, wie die auf dem Domplatz, spürte der Chef der Kreisverwaltung ebenfalls. Dabei sah Bohlmann die Kultur in einer wichtigen Rolle, wenn es darum gehen werde, nach der Pandemie wieder Widerstandskraft für das gemeinsame Überleben zu entwickeln.

Hunger nach dem Lebensmittel Kultur

Bürgermeister Lutz Brockmann ordnete Kultur gleich mal als Lebensmittel ein, um den Bedarf deutlich zu machen. Deswegen fand er es richtig, dass der Verwaltungsausschuss des Rates Mittel von 30  000 Euro für die Veranstaltungen auf dem Domplatz bewilligt hat. „Wir müssen das Vereinsleben, aber auch die betroffenen Branchen wie Gastronomie und Veranstaltungsbranche am Leben erhalten.“ Brockmann hoffe darauf, dass im nächsten Jahr Normalität zurückkehren könne. „Die Frage ist dann nur, wer ist dann noch da.“

Die Karten übrigens, das konnten die Vereinsvertreter gestern schon mit Bestimmtheit verkünden, seien bereits im Vorverkauf erhältlich. Geplant seien 600 Plätze für Max Mutzke und 1 000 für Michael Schulte. Karten gibt es online bei Eventim und Nordwest-Ticket, und wenn es die Pandemie zulasse, auch in der Tourist-Info der Stadt und bei der Verdener Aller-Zeitung.

Von Ronald Klee

Max Mutzke.
Der Jazz-Trompeter Rüdiger Baldauf.
Michael Schulte.

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