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Menschen, Vereine und Organisationen im Verdener Raum leisten großartige Hilfe für leidende Ukrainer

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Von: Manfred Brodt

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Eine Box mit verschiedenen Medikamentenpackungen mit kyrillischer Schrift.
Medikamentenspende von Rotary Clubs. © Rotarier

Unglaublich und unvorstellbar sind die Leiden der Menschen in der Ukraine durch den russischen Angriffskrieg. Groß und großartig ist deshalb auch die Hilfsbereitschaft von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen in Verden. Hier einige Beispiele:

Verden  – „Willkommen Engel aus Verden!“ Mit diesen Worten begrüßte Priester Henryk Grzadko die Teilnehmer eines Großtransportes der Ukrainehilfe der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Verden in der polnischen Großstadt Gorzow Wielkopolski, dem einstigen Landsberg. Der seelsorgerische Leiter der katholischen Hilfsorganisation Sw. Brata Krystyna in Gorzow Wielkopolski, Henryk Grzadko, freute sich sehr über mehr als neun Tonnen an Sachspenden, die die Crew um Heinz Möller diesmal dabei hatte, um insbesondere Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine zu helfen. Besonders wichtig waren haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Babynahrung, Windeln/Pampers, aber auch kleinere Spielsachen. Von der Firma Mars hatte man eine tonnenschwere Lebensmittelspende für die Flüchtlinge abgeholt. Darunter auch Süßigkeiten für Kinder als österliche Überraschung.

Allein die Bekleidungsspenden aus Kirchlinteln füllten einen LKW

Ferner freuten sich die Empfänger der Hilfsorganisation um den seelsorgerischen Leiter Priester Henryk Grzadko über medizinische Geräte, Krankenhausbedarfsartikel, orthopädische Versorgungsgüter wie Rollatoren, Roll- und Toilettenstühle, Reha-Geräte, Astronautenkost für Krebskranke sowie Bekleidung für ihre Schützlinge. Hierbei hatten sich einmal mehr das Verdener Sanitätshaus Müller sowie die AWO-Sozialkaufhäuser in Verden und Bassen als Spender hervorgetan.

Freunde aus allen Städten und Gemeinden des Landkreises Verden hatten diesen Hilfstransport erst möglich gemacht, indem sie die Spritkosten für die insgesamt fünf Transportfahrzeuge finanzierten.

Priester Grzadko berichtete, dass allein im Familien- und Therapiezentrum in Dlugie-Ressort von Sw. Brata Krystyna zurzeit über 200 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine betreut werden. So freute er sich auch über die Bekleidungsspenden aus der Gemeinde Kirchlinteln, die allein einen Lkw füllten.

Lebensmittel von Mars für Kriegsflüchtlinge

In der Armenküche der Hilfsorganisation, die monatlich über 24 000 kostenlose Essen an Bedürftige und jetzt zusätzlich für Kriegsflüchtlinge ausgibt, freute sich besonders Köchin Kasia Burzawa über die leckeren Lebensmittel des Verdener Unternehmens Mars für die bedürftigen Gäste der Einrichtung.

In der Kinderbetreuungseinrichtung von Sw. Brata Krystyna waren strahlende Augen zu sehen, als dort das DPG-Team auch hier wieder zahlreiche Pakete mit Bekleidung und Spielwaren übergab, die von vielen Menschen aus den Landkreisen Verden, Rotenburg, Nienburg, Heidekreis sowie aus der Stadt Bremen liebevoll gepackt und gezielt zur Verfügung gestellt worden waren.

Katastrophal ist auch die Lage in der vom russischen Militär zerstörten Universitätsstadt Charkiw. Der Verdener Rotary Club konnte jetzt im Zusammenwirken mit seinem finnischen Partnerclub Santa Claus in Rovaniemi, dessen Partnerclub wiederum der RC Charkiv Nadiya ist, lebensnotwendige Hilfe leisten. Auf Kosten des Verdener Serviceclubs wurden wichtige Medikamente und Vitaminpräparate gekauft und über Rotarierinnen und Rotarier im Kriegsgebiet an Bedürftige verteilt. Der Kontakt kam über die Verdener Rotarierin Sandra Tollé zustande, die über finnische Freunde eine Verbindung zur Vizepräsidentin des Rotary Clubs in Charkiv, Yulia Pavichenko, herstellte. Die Ukrainerin ist Leiterin einer Schule in Charkiv und beschreibt die Situation vor Ort als „täglich schlechter“.

Kontakt mit Rotariern aus Charkiw

Die Rotarier und viele andere Helfer konnten beispielsweise ein Lager mit Kühlmöglichkeit und mehrere Transporte organisieren. Unter Lebensgefahr fahren sie in bis zu 150 Kilometer entfernte Orte, um Lebensmittel einzukaufen und sie an die Bevölkerung Charkivs zu verteilen. Ebenso versuchen die Rotarier, in Turnhallen und Schulen Menschen unterzubringen, die aus ihren Wohnungen gebombt wurden. Yulia Pavichenko: „Wir haben ein Call-Center organisiert, das alle Anfragen um Hilfe und Unterstützung sammelt und verwaltet.“

Die Kommunalverwaltungen tun alles in ihrer Macht Stehende, um Unterkünfte bewohnbar und für alle geeignet zu machen. Aber die Gesamtkapazität aller städtischen Notunterkünfte (einschließlich U-Bahn-Stationen) ist auf etwa 200 000 Plätze begrenzt.

An den beiden Samstagen, 23. und 30. April, sammeln die Lions Clubs aus dem Landkreis zentral in Verden.

Lions sammeln demnächst ganz gezielt in Verden

Im Brunnenweg 1, dem ehemaligen Kraftfutterwerk Höing, werden von 9 bis 14 Uhr Spenden für Schutzsuchende aus der Ukraine gesammelt. Diese Hilfsgüter werden von den Clubs direkt nach Polen, in die Kleinstadt Kozmin Wielkopolksi transportiert. Mit dem dort ansässigen Lions Club ist durch einen LionsCharityRun im September 2021 eine enge Freundschaft entstanden. Der polnische Lions Club hatte die „Lauf- und Lionsfreundin“ Anke Hornemann aus Achim direkt um Unterstützung gebeten, da in Polen sehr viele ukrainische Geflüchtete aufgenommen wurden. So wurde bereits eine Sammlung mit Kleidung, Bettdecken und Schlafsäcken nach Polen gebracht.

Dieses Mal sammeln die Lions vor allem Konserven, Nudeln, Reis, Müsliriegel, Nüsse, Trockenfrüchte, H-Milch, Kaffee, Tee, Kakao, Babynahrung, Milchpulver, Windeln, Damen-Hygieneprodukte. Babypflegeprodukte. Haar-, Zahn- und Körperpflegemittel.

Ganz andere Aktionen regt die SPD-Kreistagsfraktion an. Die Kreisverwaltung soll prüfen, inwieweit der Landkreis Verden in der Ukraine humanitäre Hilfe leisten und eine mögliche Partnerschaft mit einer Gebietskörperschaft in der Ukraine eingehen kann. Dabei solle die jahrzehntelange Partnerschaft des Landkreises mit den nordostpolnischen Kommunen im Rayon Bagrationowsk im ehemaligen Kreis Preußisch Eylau mit einem hohen Anteil ukrainischer Bevölkerung nicht außer acht gelassen werden.

Eventuell könnten auch Gebiete in Frage kommen, in denen ehemalige ukrainische Zwangsarbeiter oder ihre Nachkommen lebten, die im Zweiten Weltkrieg im Landkreis Verden arbeiten mussten.  

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