Düngemittel brennen und Schwefelgase werden freigesetzt

Großalarm am Schnuckenstall

Die Landesstraße war bis in den Abend voll gesperrt.
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Die Landesstraße war bis in den Abend voll gesperrt.

Verden – Männer in weißen Schutzanzügen und mit Gasmasken vor dem Gesicht, Atemschutzgeräteträger, Notärzte, Sanitäter und Polizei, ein Riesenaufgebot von circa 150 Einsatzkräften rückte heute Nachmittag an den Schnuckenstaller Weg, an der Grenze zwischen Verden und Kirchlinteln an. Drei Tonnen Düngemittel waren in einer Scheune in Brand geraten, Schwefelgase drohten auszutreten und damit für eine erhebliche Gefahr für Mensch und Umwelt zu sorgen.

Gegen 14 Uhr hatten Anwohner der Leitstelle das Feuer in der Lagerhalle am Schnuckenstaller Weg, direkt gegenüber der Feuerwehrtechnischen Zentrale Verden (FTZ), gemeldet. Die Einsatzkräfte rückten unmittelbar danach aus. Schnell war allerdings klar, dass nicht mit Wasser gearbeitet werden durfte. „Wir mussten das Feuer mit Sand ersticken, nur so kann verhindert werden, das giftige Reststoffe ins Erdreich gespült werden“, so Max Bomhoff, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr.

Der Aufwand dafür war entsprechend groß. Verpackt in schwere Schutzanzüge und mit Gasmasken drangen die Einsatzkräfte in das Gebäude vor. Auch Atemschutzgeräteträger unterstützten die Löscharbeiten. Im Halbstundentakt wechselten sich die Mannschaften bei der kräftezehrenden Arbeit ab. Während sich die Aktiven auf bereitgestellten Bänken erholten und mit Getränken versorgt wurden, lief die nächste Einheit in die Scheune. Mit Radladern wurde der Dünger auseinandergezogen, aufkommende Flammen immer wieder mit Sand bedeckt. Glück im Unglück: Der Qualm und damit auch mögliche Schwefelgase zogen aufgrund des günstig stehen Windes über einen dahinterliegen Acker ab.

Über Rundfunk wurde dennoch mit Beginn des Einsatzes die Bevölkerung auf das Feuer hingewiesen und aufgrund der austretenden Gase darum gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Einsatzleitung ließ sich im Minutentakt über die Luftqualität informieren. Der GW Messwagen der Kreisfeuerwehr lieferte die dafür notwendigen Daten. Sechs Personen mussten im Zuge des Einsatzes vor Ort medizinisch betreut werden, blieben aber laut Polizeibericht unverletzt.

Die Polizei habe noch während des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehr die ersten Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Der entstandene Schaden kann bisher nicht beziffert werden. Bis zum frühen Abend dauerten die Einsatzmaßnahmen vor Ort an. Die Landesstraße 171 blieb zwischen der Einmündung Schnuckenstall und dem Ortseingang Kirchlinteln bis in die Abendstunden vollständig gesperrt. Die Autos stauten sich zweitweilig bis zur Autobahn Anschlusstelle Verden-Ost. Die Polizei regelte den Verkehr.

Von Markus Wienken

Durchatmen nach dem Einsatz: In der Lagerhalle (hinten) hatten Düngemittel Feuer gefangen. Nur mit Schutzanzügen durften die Einsatzkräfte in die Halle, um die Flammen mit Sand zu löschen.
Insgesamt 150 Einsatzkräfte rückten an.

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