Die Region wird nach Skandinavien verlegt

Größte CIMIC-Übung innerhalb der NATO startet: Bundeswehr übt auch im Landkreis Verden

+
Teilnehmer aus 18 Nationen bei Joint Cooperation 2016. 

Landkreis - Nienburg wird von Freitag an bis zum 16. November nach Skandinavien verlegt. Doch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung macht diesen Umzug mit. Betroffen sei nur, wer die Großübung „Joint Cooperation“ als ziviler Darsteller unterstütze, ist einer Pressemitteilung Bundeswehr-Sprecher Ulrich Baade zu entnehmen. Diese größte CIMIC-Übung innerhalb der Nato (CIMIC = Civil-Military Cooperation, englisch für zivil-militärische Zusammenarbeit) werde bereits zum achten Mal in Nienburg und Umgebung durchgeführt. Der Übungsraum umfasst auch angrenzende Teile des Landkreises Verden.

Ausrichter, so die Mitteilung, sei das Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr in der Nachbarkreisstadt. Während der Übung stellt dieses Gebiet die Provinz Falun des fiktiven Staates Framland dar. Allerdings muss niemand Schwedisch verstehen: Übungssprache ist Englisch, und für Gespräche mit den Einheimischen stehen Dolmetscher bereit.

360 Soldaten aus 20 Nationen sowie 60 Zivilisten nehmen teil. Sie werden mit Lagebildern konfrontiert, die mehr als 100 Freiwillige aus der Region darstellen: Kommunalpolitiker, Vertreter von Behörden, Unternehmen und medizinischen Einrichtungen sowie Angehörige von Rettungsorganisationen.

Wie viele Zivilisten ist auch der Nienburger Bürgermeister Henning Onkes in seiner realen Funktion ins Geschehen eingebunden. „Ich freue mich, dass die Übung in Nienburg die Friedensarbeit fördert. Die Stadt unterstützt die Veranstaltung daher sehr gerne“, ist sein Kommentar.

Das Einsatzszenario muss im Ausland sein, sonst stimmt die Rechtslage nicht

Mehr als 200 Einzelereignisse ergeben ein Gesamtbild: Eine junge Demokratie durchlebt politische Wirren, Unruhen, Korruption und Angriffe von innen und außen. Die verunsicherte Bevölkerung ist teilweise schlecht versorgt. Die internationale Staatengemeinschaft wird zu Hilfe gerufen und ist nun vor Ort.

Ein Stabilisierungseinsatz im Ausland musste es sein. Militär und Zivilisten stimmen ihre Aktivitäten unter diesem Aspekt aufeinander ab. Ein Einsatz im Inland konnte nicht das Szenario geben. Das decke die geltende Rechtslage nicht ab. Beim Austausch von Militär und zivilen Akteuren gehe es um Informationen über die Lage der Bevölkerung und das zivile Umfeld. Hierzu sind Verbindungs- und Erkundungstrupps unterwegs. In Nienburg und Steyerberg wird jeweils ein CIMIC-Center als Anlaufstelle für die Einheimischen eingerichtet.

Die Übungsinhalte setzen Rollenspieler nach einem Drehbuch um. Aber wissbegierige Passanten werden nicht abgewiesen. Die CIMIC-Soldaten erfahren vorher nicht, was auf sie zukommt, sodass sie nicht erkennen können, ob ein Besucher mit seinen Fragen ein Rollenspieler oder ein Passant ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Meistgelesene Artikel

Mitmachtag in der Kita Dörverden kommt gut an

Mitmachtag in der Kita Dörverden kommt gut an

Gesteckt, nicht gewickelt – und mal ohne Kerzen

Gesteckt, nicht gewickelt – und mal ohne Kerzen

Wieder Wechsel im Kreisarchiv

Wieder Wechsel im Kreisarchiv

Schimmel und Feuchtigkeit bedrohen jahrhundertealten Buchbestand

Schimmel und Feuchtigkeit bedrohen jahrhundertealten Buchbestand

Kommentare