Grete Hoops zu Gast bei der Verdener Aller-Zeitung

Mit viel Charme und einem Augenzwinkern

Grete Hoops hat ein neues Buch
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Grete Hoops hat ein neues Buch – ihr 18.! – geschrieben. „Wi vertellt op Platt“ ist auch in der Geschäftsstelle der Verdener Aller-Zeitung und des Achimer Kreisblatts erhältlich.

In der Redaktion der Verdener Aller-Zeitung ist sie ein gern gesehener Gast. Aber nicht nur hier freut man sich, wenn Grete Hoops zur Tür hereinkommt, um ihr neuestes Buch vorzustellen....

Verden - Auch bei unzähligen Lesungen wusste und weiß die Tarmstedterin den Menschen mit ihren plattdeutschen Geschichten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.Auch bei unzähligen Lesungen wusste und weiß die Tarmstedterin den Menschen mit ihren plattdeutschen Geschichten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.Auf Niederdeutsch klingt eben Gutes noch ein bisschen besser und Schlechtes nur halb so schlimm. „Plattdüütsch Woort hett’n warmen Klang“, sagt Grete Hoops über die Sprache, die ihr so sehr am Herzen liegt und zu deren Erhalt sie mit ihren Büchern und ihren Auftritten beitragen möchte.

Grete Hoops: „Plattdüütsch Woort hett’n warmen Klang“

Derlei Veranstaltungen sind sowohl für das Publikum als auch für die 86-Jährige ein Gewinn. Denn so manches Mal, verrät die Autorin, erzählen ihr die Menschen am Rande der Lesungen dies und das – oder besser düt un dat – aus ihrem Leben. Ein echter Fundus, aus dem Grete Hoops gerne schöpft.

Nun hat die Tarmstedterin aus dem Gehörten und Erlebten aus Tarmstedt, Bremerhaven, Steddorf, Zeven und anderen Ecken des nordöstlichen Niedersachsens ein neues Buch gemacht. Das 18.! „Wi vertellt op Platt“ heißt es und es ist gefüllt mit „twintig wohren Geschichten ton Högen un Nadinken“, also zum Erfreuen und Nachdenken.

Nicht alles, was sie aufschnappt oder erzählt bekommt, findet den Weg aufs Papier. Wahr müssen die Geschichten sein. „Ich will mir nix ausdenken. Ich will ja meinem Grundsatz treu bleiben“, sagt die Autorin mit Nachdruck. Und „das soll schon positiv unterhalten“, nennt Peter Hoops, Sohn – und dieses Mal auch Chauffeur – von Grete Hoops ein weiteres Auswahlkriterium seiner Mutter. Die stimmt ihm zu, guckt schelmisch aus ihren blitzblauen Augen und verweist dann wie zum Beweis gleich mal auf ihre Lieblingsgeschichte: „De griese Breef“.

Zu Gast in Verden und die Gechichte von „De griese Breef“.

„Eine Verwechslungsgeschichte“, sagt Grete Hoops über die darin beschriebenen Erlebnisse einer Seniorin. Besagter Dame flattert ein Brief des Landkreises ins Haus, den sie ob des grauen Umschlags für eine Zahlungsaufforderung wegen zu schnellem Fahren hält.

Auch „disse gräsige Corona Süük“ thematisiert die 86-Jährige in ihrem neuen Buch, indem sie von einem Familienausflug an die Küste während der Pandemie berichtet. Und was sie alltags von ihrem Küchenfenster aus beobachtet, darüber sinniert Grete Hoops in „So ännert sik die Tieden“. Natürlich auch dies mit viel Charme und einem Augenzwinkern.

Corona und der Alltag vor dem Küchenfenster

„Es ist für Junge und Alte interessant. Für Reiche und Arme“, sagt Grete Hoops über ihr neuestes Werk. Es ist ihr wichtig, mit ihren Büchern viele Menschen zu erreichen und sie mit der plattdeutschen Sprache vertraut zu machen.

Freundlich ermuntert die Tarmstedterin in ihrem „Woort vörweg“, sich zu trauen, platt zu schnacken, gerade so, wie „em de Schnabel wussen is“. Denn falsch, also verkehrt kann man dabei nichts machen. Dabei behilflich ist auch der Anhang von „Wi vertellt op Platt“. Von A wie Aarntiet bis Z wie Zeeg ist dort auf drei Seiten erklärt, „wat de Wöör bedüürt“.

Grete Hoops weiß, wie es sich anfühlt, des Deutschen, in ihrem Fall des Hochdeutschen nicht mächtig zu sein. Kein Wort davon habe sie bei ihrer Einschulung sprechen können, berichtet sie, um dann – stolz lächelnd –  zu erzählen, dass sie später vom zweiten gleich ins vierte Schuljahr versetzt worden sei.

Plattdeutsch: Es gibt kein falsch....

Das Schreiben, das fiel ihr schon damals leicht. Als Autorin ist sie dennoch eine Spätberufene. Ihre Freundin Rosemarie habe sie „geschubst“, die Anekdoten, die sie schon immer erzählte, doch nun endlich aufzuschreiben.

Das geschieht heute wie vor 20 Jahren meist am heimschen Esstisch. Mit Kuli und Kladde. „Erst schreibe ich in meinem eigenen Steno, weil ich ja nicht so schnell schreiben kann, wie ich denke“, sagt sie. Die Abschrift, wieder von Hand, erfolgt dann in Schönschrift, gut lesbar für den, der es abtippt.

Mit Kuli und Kladde am heimischen Esstisch

Lange Jahre hatte eine Nachbarin, Erika, die Aufgabe übernommen, die Geschichte vom Papier auf den PC zu übertragen. „Sie war auch meine Kritikerin“ , sagt Grete Hoops über die inzwischen verstorbene Erika. Denn die Dame sprach kein Plattdeutsch. Wenn sie die Geschichten verstand, dann sollte das für die Leser auch kein Problem sein.

Das Buch „Wi vertellt op Platt – Twintig wohre Geschichten ton Högen un Nadinken“ ist im Oldenburger Isensee Verlag erschienen, ISBN 978-3-7308-1839-8. Für 8,50 Euro ist es in den Geschäftsstellen der Verdener Aller-Zeitung und des Achimer Kreisblatts erhältlich.

Von Katrin Preuss

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