BBS-Schüler bringen die Flüchtlingsthematik mit Graphic Novel comicartig auf Papier

So grausam, dass man hinsehen muss

Birgit Gerlach (l.) mit einem Teil der engagierten Schüler vor einer Graphic Novel.

Verden - Mit dem Thema „Flüchtlinge“ haben sich die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse Fachoberschule Gestaltung von den Berufsbildende Schulen Verden auf ihre ganz eigene Art und Weise auseinandergesetzt und haben das getan, was sie am besten können: Sie haben gezeichnet. Die Galerie wurde offiziell im Landkreis mit einer Vernissage eröffnet.

Das Thema hat Lehrerin Birgit Gerlach im Fach Gestaltung gestellt: „Flucht – Erfahrungen im Stil einer Graphic Novel“, so lautete die Aufgabe, die für die Schüler mit großen Herausforderungen verbunden war: „Wir haben die Technik sehr lange geübt und es sind eine Menge Zeichnungen in den Müll geflogen“, erzählt Birgit Gerlach.

Die Technik Graphic Novel (illustrierter Roman oder auch Comicroman) hat es in sich. Vor allem aufgrund der komplexeren Erzählung richtet sie sich häufig an Erwachsene. Das Üben hat sich letztendlich aber gelohnt: „Das Ergebnis ist super und absolut gelungen“, so Gerlach. „Ich weise nochmal daraufhin, es sind keine Fotos, sondern Zeichnungen“, sagt sie unter Verweis auf die realitätsgetreuen Bilder.

Eindrucksvolle Bilder.

Realitätsgetreu und vor allem grausam sind auch die Geschichten hinter jedem einzelnen Bild, und genau deshalb haben die Zeichnungen es ganz schön in sich: „Wir haben Interviews mit Flüchtlingen aus Verden geführt, aber auch im Internet Geschichten über Zugewanderte nachgelesen und die waren natürlich oft dramatisch“, erzählt die 18-Jährige Schülerin Alina Osmers. Die verschiedenen Geschichten wurden aber nur sinngemäß übernommen und die Namen geändert.

Ermöglicht wurde die Ausstellung im Gebäude des Landkreises von Dr. Sabine Wahba, Leiterin der Kreisvolkshochschule Verden, und Landrat Peter Bohlmann. Angetan von den Arbeiten seiner Schüler zeigte sich Reinhard Witt, der stellvertretend für Schulleiter Manfred Runge bei der Eröffnung anwesend war: „Wir sind stolz auf die Schule, wie gut sie sich mit der Thematik Flüchtlinge auseinandersetzt. Es lohnt sich, die Zeichnungen anzuschauen.“

Die Werke hängen auch nicht irgendwo im Landkreis aus: „Die Schüler haben die Bilder im Haupteingang ausgehängt, und die Galerie endet bei der Ausländerbehörde, das war beabsichtigt, damit die Arbeiten auch von Betroffenen gesehen werden“, so Dr. Sabine Wahba.

Die Graphic Novels hängen die ganzen Sommerferien über aus. - wll

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