Polizei nimmt Ermittlungen auf

Hündin Lotti stirbt an Vergiftung: Giftköder im Verdener Stadtwald?

Hündin Lotti war zwar schon elf Jahre alt, aber immer noch topfit berichten ihre Besitzer. Ihr plötzlicher Tod schmerzt beide sehr.
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Hündin Lotti war zwar schon elf Jahre alt, aber immer noch topfit berichten ihre Besitzer. Ihr plötzlicher Tod schmerzt beide sehr.

Verden – Nur zwei Minuten lang war Lotti im Unterholz des Verdener Stadtwalds verschwunden. Als sie zurückkam, schien bei der elfjährigen Mischlingshündin noch alles in Ordnung zu sein. Doch wenige Tage später verstirbt Lotti an einer Vergiftung. Ob sie einen Giftköder gefunden und gefressen hat, ist derzeit noch unklar. Jetzt hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

„Sie war zwar schon elf Jahr alt, aber immer noch topfit“, berichtet der zutiefst betroffene Besitzer, der anonym bleiben möchte, von Lotti im Gespräch. „Regelmäßig sind wir hier zusammen Gassi gegangen“, erläutert der Verdener weiter mit Blick auf den vor ihm liegenden Stadtwald, in den es selbst bei Regen viele Hundebesitzer, Fahrradfahrer und Spaziergänger zieht. So drehte er mit Lotti auch am Samstag vor einer Woche ganz normal ihre übliche Runde.

Normalerweise sei Lotti an der Leine. Um der Hündin auf den letzten Metern nach Hause aber ein bisschen Auslauf zu gönnen, ließ er sie ein paar Minuten lang frei laufen. „Als ich sie schließlich gerufen habe, kam sie direkt wieder. Sie hat wirklich super gehört, war immer lieb, sowohl zu Menschen als auch zu anderen Hunden. Das einzige was mir auffiel, war, dass sie sich die Schnauze leckte, als hätte sie gerade etwas gefressen“, erinnert sich der Hundehalter.

Tierarzt vermutet, dass sich Lotti den Magen verdorben hat

Wenige Stunden später setzten die ersten Symptome ein. Lottis Muskeln begannen zu zucken, die Hündin übergab sich mehrmals und wurde zunehmend unsicherer auf den Beinen. „Wir sind direkt mit ihr zum Tierarzt nach Posthausen. Da bekam sie dann eine Spritze, damit sie nicht dehydriert in dem Fall, dass sie sich weiter erbricht. Der Arzt hat vermutet, dass sie sich vielleicht den Magen verdorben hat“, schildert der Verdener.

Ist ein Giftköder schuld? Zustand von Lotti verschlechtert sich rapide

Doch der Zustand der Hündin, auch wenn die sich wacker auf den Beinen hielt, verschlechterte sich immer weiter. Selbst ihren Magen bei einem weiteren Besuch beim Tierarzt auszuspülen, brachte nichts. „Irgendwann ging es ihr dann so schlecht, dass wir sie haben einschläfern lassen. Wir konnten es uns nicht länger mit ansehen“, beschreibt Lottis Besitzer. Später stellte sich heraus, dass die Hündin starke innere Blutungen hatte und Entzündungen im Bereich des Darmtrakts. Sie war an einer Vergiftung gestorben. „Ich weiß nicht welche Art von Vergiftung. Aber es war schrecklich. Nach unserem ersten Besuch beim Tierarzt mit ihr dachten wir noch, dass alles gut wird. Nie hätte ich gedacht, dass Lotti so plötzlich aus unserem Leben gerissen wird. Sie war ein toller Hund.“

„Achtung! Giftköder im Stadtwald!“ In Absprache mit der Verdener Polizei brachten Lottis Besitzer Schilder an, die andere Hundehalter vor der noch unbekannten Gefahr im Stadtwald warnen sollen.

Um andere Hundebesitzer vor der im Stadtwald lauernden, derzeit noch unbekannten Gefahr zu warnen, hängten Lottis Besitzer Schilder im gesamten Stadtwald auf. „Niemand soll seinen Hund auf so eine Art und Weise, wie wir verlieren“, erläutert der Verdener. Eine Erlaubnis, die Warnungen aufzuhängen, bekamen er und seiner Partnerin von der Verdener Polizei, bei der sie den Vorfall meldeten.

Auf Facebook zieht Lottis Geschichte schon weite Kreise, viele sprechen ihr Beileid für das Paar aus, andere wiederum machen ihrer Wut und ihrem Unverständnis Luft, indem sie dem „Tierhasser“, der in ihren Augen Giftköder verteilt, unaussprechliches wünschen.

Illegal entsorgtes Rattengift oder absichtlich platzierte Falle?

„Es steht nicht fest, ob es sich bei dem, was der Hund gefressen hat, wirklich um einen Giftköder handelt. Aber wir können auch nicht ausschließen, dass es keiner war“, so Sebastian Landwehr, Pressesprecher der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. „Ein Kollege ermittelt in der Angelegenheit noch.“ Ebenfalls nicht ausschließen könne man, dass Lotti eine andere, ebenfalls giftige Substanz gefressen hat. Unachtsam und illegal entsorgtes Rattengift beispielsweise oder Pflanzenschutzmittel könnten ebenfalls für den Tod der Mischlingshündin verantwortlich sein. „Es muss nicht immer böse Absicht sein“, so Landwehr.

Giftköder im Stadtwald? Ermittlungen der Polizei laufen

Fest stünde, dass es seit letztem November im gesamten Stadtgebiet Verden keinen Vorfall im Zusammenhang mit Giftköderfallen gegeben habe. Sollte jemand – sei es im Stadtwald oder woanders – doch einen Köder finden, sollte dieser davon eine Probe sicherstellen sowie die Polizei informieren. „Wenn jemand hier wirklich absichtlich Giftköder auslegt, handelt es sich dabei um eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz“, stellt der Pressesprecher klar. Das Strafmaß dafür entscheide immer ein Staatsanwalt für den Einzelfall.

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