In Schulen, Kitas, Kliniken und Kreisaltenheimen

Grüne wollen Bio-Verpflegung: Gesünder und nur geringfügig teurer

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Claudia Elfers und Bettina Stiffel (vorne, v.l.) referierten auf Einladung der Grünen, hier vertreten durch Ulla Schobert und Erich von Hofe, zum Thema gesunde Ernährung.

Verden - Was Qualität und Geschmack angehe, sei beim Essen in den Kitas und Schulen „noch viel Luft nach oben“, hat von Erich von Hofe, Kreistagsabgeordneter der Grünen aus Fischerhude und selber Lehrer, festgestellt. Gleichzeitig steige in Deutschland die Zahl der Kinder und Teenager mit Übergewicht. Jedes fünfte Grundschulkind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland sei zu dick, habe eine Studie ergeben.

Beide Problematiken möchten die kreisverdener Grünen angehen und sich dabei auch noch eines weiteren Themas annehmen: der Stärkung des ökologischen Landbaus. Der mache im Landkreis Verden zurzeit 5,4 Prozent der Landwirtschaft aus. Beim Nachbarn Bremen seien es schon 20 Prozent, so Erich von Hofe.

Doch nicht nur deshalb blicken die Grünen in Richtung Hansestadt. Dort beschloss der Senat zu Beginn des Jahres den „Aktionsplan 2025 – Gesunde Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung“. Eines der Ziele ist eine 100-prozentige Versorgung der Bremer Schulen und Kindertagesstätten mit Bio-Essen bis 2022 und eine deutliche Reduzierung des Fleischanteils von Tieren aus Massenhaltung bei der Kost in den kommunalen Krankenhäusern bis 2024.

Dem Bremer Beispiel möchten die Grünen im Kreistag folgen. Und weil das nur geht, wenn neben dem Landkreis auch die Städte und Gemeinden als Träger von Schulen und Kitas mitziehen, hatte die Fraktion für Donnerstag deren Vertreter zu einem Fachgespräch unter dem Titel „Gesund – Lecker – Nachhaltig: Bioessen aus Zentralküchen“ ins Verdener Hotel Höltje eingeladen.

Infos über Pilotprojekte

Bettina Stiffel vom Kompetenzzentrum Ökolandbau in Niedersachsen (KÖN) und Claudia Elfers vom Bremer Senat für Umwelt, Bau und Verkehr referierten unter anderem über Pilotprojekte an Kliniken, bei denen Krankenkassen Biokost finanzieren, und über das EU-Schulobstprogramm. Schulen und Kitas können darüber kostenlos Obst und Gemüse beziehen. Das KÖN fungiert hier als eine Art Bindeglied zwischen den Abnehmern und den Bio-Landwirten.

Das Programm, so Hofe, sei ein Einstieg, „aber eben nicht genug“. Schritt für Schritt möchten er und seine Partei die Umstellung auf frische und leckere Bio-Kost mit Zutaten aus der Region. Sicher müsse man dafür Geld in die Hand nehmen, räumte von Hofe ein. Beispielsweise beim Bau und Betrieb von Frischeküchen in den Einrichtungen. In der Regel sei Bio-Essen aber nur geringfügig teurer, „das zeigen die Bremer Ergebnisse“. Und seiner Erfahrung nach seien Eltern durchaus bereit, bei entsprechender Qualität einen Euro mehr für die Verpflegung des Nachwuchses zu zahlen.

Für Montag, 29. Oktober, lädt die grüne Kreistagsfraktion zu einem weiteren Fachgespräch auf die Straußenfarm nach Thedinghausen-Werder ein. Ab 19.30 Uhr sprechen die Leiterinnen zweier Bremer Klinikküchen über ihre Erfahrungen mit der Umstellung der Verpflegung. 

kp

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