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Verden will Baurecht schaffen für Solarparks

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Von: Katrin Preuß

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Der Statkraft-Solarpark am Wasserkraftwerk in Dörverden: So wie hier soll möglichst schnell auch in Verden Strom mithilfe der Sonne gewonnen werden. Zunächst aber muss die Stadtverwaltung dafür geeignete Flächen ausfindig machen.
Der Statkraft-Solarpark am Wasserkraftwerk in Dörverden: So wie hier soll möglichst schnell auch in Verden Strom mithilfe der Sonne gewonnen werden. Zunächst aber muss die Stadtverwaltung dafür geeignete Flächen ausfindig machen. © Raczkowski

Die Möglichkeiten, weitere Windkraftanlagen zu errichten, sind in Verden ausgeschöpft. Um dennoch mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, wendet sich der Blick der Verwaltung nun Richtung Sonne.

Verden – Der Weltklimarat warnt: Es bleibt nur noch wenig Zeit, um die weitere Erderwärmung zu bremsen. Der Einsatz erneuerbarer Energien zur Minderung des CO2-Ausstoßes ist hier ein Baustein von vielen. Und einer, auf den die Stadt Verden setzt. Jetzt auch mit der Kraft der Sonne. Denn die Möglichkeiten der Windkraft sind aufgrund der engen Bebauung ausgereizt.

Wie Bürgermeister Lutz Brockmann im Stadtrat berichtete, sollen zunächst „optimale Bereiche und Standorte“ gesucht werden für Solarparks. Dem vorangestellt ist aber erst einmal die Entwicklung eines Kriterienkatalogs, der dann auch den ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung definiert. Denn für den Bau von Solarparks, anders als bei Windkraft, „gibt es keine allgemeingültigen Vorgaben“, erklärte Stadtplanerin Stephanie Thies auf Nachfrage.

Die Ziele der Stadt sind ehrgeizig. Von der Schaffung der ersten Baurechte im kommenden Jahr ist in der Ratsmitteilung die Rede, „sodass ab 2024/25 die Solarparks schrittweise errichtet werden können“. Das niedersächsische Klimaschutzgesetz gibt in seiner geplanten Novellierung vor, dass 0,5 Prozent der Gemeindeflächen für Solarparks vorgesehen werden sollen. Verden müsste demnach 36 Hektar ausweisen – mit einer möglichen Gesamtleistung von 20 Megawatt.

Erster Antrag auf einen Solarpark stammt vom März 2020

Der Bauunternehmer Detlef Buschmann stellte bereits im März 2020 den Antrag auf die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Grundstück am Kohweidsweg in Klein Hutbergen. Auf dem etwa 3,4 Hektar großen Flurstück in Nachbarschaft zum Sportplatz möchte der Verdener mit den Stadtwerken aufgeständerte Flächen-Photovoltaik-Anlagen errichten.

„Ziel sollte sein, dass die Photovoltaikanlage noch in diesem Jahr ans Netz geht“, schrieb Buschmann 2020 in seinem Antrag. Doch das Verfahren läuft immer noch. „Uns wäre auch daran gelegen, wenn es schneller ginge“, sagte Thies mit Bedauern. Dass in Hutbergen noch immer keine Energie mithilfe der Sonne gewonnen wird, „das hängt mit den besonderen Rahmenbedingungen der Fläche zusammen“. So laufe eine Hochspannungsleitung quer über das Areal. Und auch der Umgang mit einer Altlast auf dem Grundstück – eine mit Müll verfüllte alte Tongrube – müss geklärt werden.

Mittlerweile ist im Rathaus ein zweiter Antrag eingegangen, „auf einem wenig ertragreichen Ackerstandort das Baurecht für einen größeren Freiflächensolarpark zu schaffen“, wie es in der Ratsmitteilung heißt. Dieser Antrag gab auch den Anstoß dafür, die Umsetzung solcher Projekte von Beginn an in geordnete Bahnen zu lenken.

Stadt auf der Suche nach potenziellen Standorten

Jetzt ist die Stadtverwaltung am Zuge. Sie muss weitere potenzielle Standorte finden und dann deren Eigentümer befragen, ob die denn überhaupt bereit wären, ihre Flächen für Solarparks zur Verfügung zu stellen.

Die Ratsmitteilung nennt dazu einiges an Argumenten: Beispielsweise würden Investoren das Drei- bis Vierfache der üblichen Ackerpacht zahlen. Zudem könnten Bürgersolarparks die Akzeptanz erhöhen und sogar die Stadt finanziell ihren Nutzen daraus ziehen.

Auch die Umwelt profitiere. Solarparks würden extensiv gepflegt, ohne Dünger, ohne den Einsatz von Pestiziden. Sie dienten daher häufig als Schaf- oder Bienenweiden. Aber auch der Anbau von Obst und Gemüse sei unter den Modulen möglich.

Da diese aufgeständert würden, gebe es nur eine geringe Versiegelung. Regenwasser kann versickern, Grundwasser sich neu bilden. Und mag mancher sich an der Optik von Solarparks stören, so gibt sich die Stadtverwaltung doch optimistisch, dass sie sich „durch umlaufende Hecken und Baumreihen gut in die Landschaft integrieren“ ließen.

Grundsätzlich hat man im Rathaus schon mögliche Flächen im Hinterkopf: im Wasserschutzgebiet. Die sandigen Äcker dort brächten nur geringe Erträge, heißt es. Gleichzeitig schränkt man ein: „Vorranggebiete für Landwirtschaft scheiden als Standorte aus.“ Dennoch kämen laut Verwaltung im Wasserschutzgebiet II 20 Hektar und in der Schutzzone III 200 Hektar Ackerland in Frage. Insgesamt viel mehr, als das Landesgesetz vorgeben wird.

Der Stadtrat nahm das alles erst einmal zur Kenntnis. Sven Sottorff (CDU) gab der Verwaltung aber noch eine Bitte auf den Weg: Man möge auch prüfen, inwieweit große Dachflächen oder auch Parkplätze sich für Photovoltaik-Anlagen eigneten.

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