Schüler des GaW bitten um alte Dokumente und suchen Zeitzeugen

Geschichts-Arbeit

150 Jahre alt wird das Gymnasium am Wall 2022. Der Seminarfachkurs von Heike Petermann arbeitet die Geschichte jetzt schon mal auf. Foto: Petermann

Verden – Wenn es soweit ist, werden sie die Schule bereits verlassen haben. Das hält die Jugendlichen aus dem Seminarfachkurs von Dr. Heike Petermann aber nicht davon ab, sich jetzt schon mal mit dem besonderen Ereignis zu befassen, das da heißt: 150 Jahre Gymnasium am Wall (GaW).

1872 als private höhere Töchterschule gegründet, hat sich die Bildungsanstalt in fast eineinhalb Jahrhunderten zu einem öffentlichen Gymnasium entwickelt, in dem nicht nur gelehrt und gelernt wird. Titel wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, „Mintfreundliche Schule“ oder „Fairtrade School“ zeugen davon, dass es in dem Ganztagsbetrieb auch um Inhalte geht, die über die Norm hinausgehen.

150-jähriges Jubiläum, das heißt auch, dass sich um das Gaw und seine Vorgänger Geschichte und zahlreiche Geschichten ranken. Beides gilt es nun für die Zwölfklässler von Heike Petermann zu recherchieren, aufzubereiten, zu bebildern. Dazu braucht es Material, das über das hinausgeht, was Schul-, Kreis- oder gar Staatsarchiv in Stade hergeben. Zumal deren Angebote, zumindest was den Nationalsozialismus betrifft, einige Lücken aufweisen, wie Heike Petermann bemerkt.

Ideen, wie sie ihre Aufgabe angehen wollen, haben die Schüler bereits: Julian möchte mit Zeitzeugen sprechen, also mit Menschen, die einst die Töchterschule beziehungsweise das Gaw besuchten und ihm davon erzählen mögen. „Ich bin für alles offen“, sagt der Zwölftklässer und meint damit, dass sich gerne Angehörige verschiedener Schülergenerationen melden können.

Janis und Adeline wollen sich auf die Architektur der Schule stürzen. Ihr Arbeitstitel lautet „Gebäudeentwicklung“. Ole will den Sportunterricht einst und heute unter die Lupe nehmen, Kimberly die Entwicklung des Sprachenunterrichtes untersuchen. Jessica möchte die Lücke zwischen 125. und 150. Jubiläum in der Chronik schließen, Sahra sich mit dem Schulalltag einst und heute befassen.

Für alle gilt: Es müssen Unterlagen her. „Wir brauchen Zeitzeugen! Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf und helfen Sie uns bei der Aufarbeitung der Geschichte des Gymnasiums am Wall“, heißt es denn auch nachdrücklich in dem Aufruf, den die Jugendlichen gemeinsam verfasst haben. „Wenn Sie Bilder, Videos, Zeugnisse, Verweise, blaue Briefe, Unterrichtsmappen, alte Jahrbücher, Schulbücher, Protokolle oder ähnliches aus dem Schulleben besitzen, wäre wir sehr dankbar, wenn Sie zu uns Kontakt aufnehmen könnten. Wir würden uns zum Beispiel freuen, mit Ihnen Interviews führen zu dürfen oder mit Ihnen zusammen einen Bericht über Ihren Schulalltag zu schreiben. Wir müssen unsere Facharbeit über 150 Jahre GaW-Schulgeschichte noch vor den Osterferien abgeben und sind auf Ihre Unterstützung angewiesen.“

Eine 15-seitige Arbeit muss jeder der Schüler zu seinem Thema schreiben. Geplant ist außerdem eine Ausstellung zum Jubiläum. Und Heike Petermann hat sich dazu bereit erklärt, eine Festschrift zu verfassen. Jeder Beitrag zählt also.  kp

Nachrichten

per Post an: Seminarfach Petermann, Gymnasium am Wall, Windmühlenstraße 9, 27283 Verden, per E-Mail an gaw2022@gaw-iserv.de.

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