Mehr als ein Archiv

Dokumentationzentrum: Geschichte sehen, hören und lesen

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Erhielten einen Einblick in die Arbeit des Verdener Dokumentationszentrums: Mitglieder des Kulturausschusses während ihrer jüngsten Sitzung.

Verden - Um aktuelle Informationen zum Verdener Dokumentationszentrum (Doz 20) ging es in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses der Stadt Verden. Kathrein Goldbach und Harm Schmidt gaben den Ratsmitgliedern einen Einblick in die bereits beträchtlich gewachsene Sammlung mit Exponaten aus dem 20. Jahrhundert.

Im August letzten Jahres wurde das Dokumentationszentrum eröffnet. Goldbach zeigte sich erfreut, dass die Stadt Verden nicht nur die Räumlichkeiten am Holzmarkt zur Verfügung gestellt, sondern auch eine Mitarbeiterin für die Archivierung bewilligt hat. „Wir wollen die Geschichte von unten konservieren. Geschichte muss erlebbar werden, man soll sie sehen, hören und lesen können“, erklärte Goldbach.

Die Bürger haben dabei offensichtlich gerne mitgemacht. Zahlreiche Urkunden, Fotos, Filme, Bücher und Gebrauchsgegenstände wurden abgegeben. „Der Tisch ist voll, vieles muss noch sortiert und archiviert werden“, so Goldbach. Weitere Sammelaktionen zu bestimmten Themen sind geplant. Zwei- bis dreimal jährlich soll es öffentliche Veranstaltungen geben. Am 1. September steht die 50-jährige Städtepartnerschaft zwischen Verden und Saumur im Fokus.

In Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten gibt es auch eine Dokumentation über den Anita-Augspurg-Preis. Dieser Preis wird seit 1994 verliehen und dient der Förderung der Gleichberechtigung von Frauen.

Wichtige pädagogische Aufarbeitung

Harm Schmidt wies auch auf die Wichtigkeit der pädagogischen Aufarbeitung der Geschichte hin. Angestrebt werde eine Kooperation mit den Schulen. Mit dem vorhandenen Material könne Geschichte auch an junge Leute herangetragen werden, sie vielleicht sogar dazu ermuntern, historisch zu forschen. „Dazu braucht es nicht nur Schriften, sondern auch Exponate“, so Schmidt. Als Beispiel nannte er das zur Sammlung gehörige Carepaket. „Wir wollen Kids zum Staunen bringen, sie könnten Vermutungen anstellen, was alles in so einem Paket drin war“, erklärte er. Das nächste Thema sei dann Flucht, Vertreibung und Eingliederung. „Wir wollen das Schicksal der Leute aufarbeiten, die in Verden sesshaft wurden. Aus dieser Generation gibt es noch Zeitzeugen“, erläuterte Schmidt.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung beschäftigte sich mit dem aktualisierten Bibliotheksprofil der Stadt Verden. Bibliotheksleiter Stefan Kaplon hatte zu diesem Thema ein umfangreiches Profil mit dem Ziel erstellt, die eigene Arbeit im Zusammenhang mit den regionalen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen zu beschreiben, gesellschaftliche Entwicklungen und Prognosen einzubeziehen und daraus Schwerpunkte abzuleiten, die angesichts der begrenzten Ressourcen in der Bibliotheksarbeit künftig im Vordergrund stehen sollen.

Viele Veränderungen in zehn Jahren

In den vergangenen zehn Jahren habe sich einiges geändert, berichtete Kaplon. Die Bibliothek habe sich von einem reinen Ort zum Bücherausleihen zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt. „Die Leute kommen, um sich inspirieren zu lassen und sich auszutauschen.“ Durch die Digitalisierung könne die Bibliothek neue Möglichkeiten anbieten. Eine Aufgabe sei, Medienkompetenz zu vermitteln, dabei gebe es auch Kooperationen mit anderen Einrichtungen.

Einstimmig empfahl der Kulturausschuss dem Stadtrat, die Stadtbibliothek am Holzmarkt auf Grundlage des Profils als moderne zentrale Informations- und Bildungseinrichtung für die Verdener Bürgerinnen und Bürger und als wichtige Daseinsvorsorge der Stadt zum Thema „Sprach- und Leseförderung sowie Vermittlung von Medienkompetenz weiter zu entwickeln.

ahk

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