Verdi fehlt Zeit für einstweilige Verfügung

Geschäfte sind Sonntag nun doch geöffnet

Verden - Von Volkmar Koy. Nach der Hängepartie am Donnerstag ist die Stadt Verden mit einem blauen Auge davon gekommen. Es wird am 5. November einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Die Gewerkschaft Verdi verzichtet aus formellen Gründen auf eine einstweilige Verfügung. Das bestätigte gestern Nachmittag die für den Fachbereich Handel zuständige Gewerkschaftssekretärin Sandra Schmidt aus Bremen auf Anfrage unserer Zeitung.

Wie berichtet, hatte es im Verdener Rathaus ein Gespräch zwischen Vertretern von Verdi einerseits und der Kaufmannschaft andererseits gegeben. Dritter im Bunde war Bürgermeister Lutz Brockmann. Anlass war der geplante verkaufsoffene Sonntag am 5. November. Dazu kam die Information, dass landesweit zahlreiche verkaufsoffene Sonntage von Verdi mit Blick auf die aktuelle Gesetzeslage (so bei Dodenhof) abgesagt worden waren.

Genehmigungsbehörden sind die jeweiligen Kommunen vor Ort, in diesem Fall also die Stadt Verden. Nach Auffassung der Gewerkschaft müsse parallel zum verkaufsoffenen Sonntag eine Traditionsveranstaltung stattfinden, die unabhängig von den geöffneten Geschäften sehr viele Menschen anziehe. In dieser Hinsicht hatte Sandra Schmidt, was den 5. November in Verden angeht, erhebliche Zweifel.

Doch formelle Dinge wie der Zeitfaktor hätten Verdi davon abgehalten, eine einstweilige Verfügung beim zuständigen Verwaltungsgericht zu beantragen. „Wenn wir es könnten, hätten wie es gemacht“, so Sandra Schmidt unmissverständlich. Doch habe in diesem speziellen Fall die Zeit gefehlt. Wegen des Feiertages in dieser Woche sei alles sehr kurzfristig verlaufen. Auch wenn laut Schmidt Verdi gute Chancen gehabt hätte, den Verkaufsoffenen zu verhindern, wolle sie nun ein Auge zudrücken. „Mein Ziel bleibt aber weiterhin: kein Sonntag“, so Sandra Schmidt.

In dem besagten Gespräch im Verdener Rathaus sei vereinbart worden, Anfang 2018 über die vier geplanten verkaufsoffenen Sonntage im nächsten Jahr auch mit Blick auf die aktuelle Gesetzeslage zu sprechen. Da sei Verden im Vergleich zu anderen Kommunen weit voraus, betonte Sandra Schmidt, die allerdings die „Rumeierei“ bezüglich des Ladenschlussgesetzes nicht verstehe. Die Jazz- und Blues-Tage im September als Schwerpunkt-Veranstaltung würde sie indes akzeptieren, sagte die Gewerkschaftssekretärin.

Bürgermeister Lutz Brockmann („Es gibt nichts Gesetzestreueres als die Stadtverwaltung“) und Kaufleute-Vorsitzender Harald Nienaber („Wir sind hellauf begeistert“) begrüßten nachhaltig die aktuelle Entwicklung.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Nikolausmarkt in Bücken

Nikolausmarkt in Bücken

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Meistgelesene Artikel

Maritime Musik zum Advent mit dem Shanty-Chor Verden in der St. Johanniskirche

Maritime Musik zum Advent mit dem Shanty-Chor Verden in der St. Johanniskirche

Verdener Klärwerk: „Nervensystem getroffen“

Verdener Klärwerk: „Nervensystem getroffen“

Neues Supermarktgebäude in Kirchlinteln gleicht einer „Tropfsteinhöhle“

Neues Supermarktgebäude in Kirchlinteln gleicht einer „Tropfsteinhöhle“

Heino Meyer – mit viel Gefühl

Heino Meyer – mit viel Gefühl

Kommentare