Gericht muss klären: Kirchlinteler Unternehmer gegen Kreissparkasse

Schief gelaufenes Geschäft

Verden - Mit dem Kampf Davids gegen Goliath vergleicht der Holtumer Erich Schwinge einen Streit, mit dem der Kirchlintler Rüdiger Meyer und die Kreissparkasse die Gerichte beschäftigen. Auslöser war ein schiefgelaufenes Geschäft, das Meyer an den Rand des Ruins brachte. Schwinge setzt sich für den Unternehmer ein, der seit Tagen als „Schwarzer Mann“ in stillem Protest vor der Hauptstelle der Bank steht.

Die Bekanntschaft von Erich Schwinge mit Rüdiger Meyer entstand, als sich beide bemühten, den Heisenhof zu erhalten. Der Kirchlintler Unternehmer hatte das Gelände am ehemaligen Bundeswehrstandort in Dörverden-Barme erworben, nachdem es wegen der Abrissverfügung für die Neonazis uninteressant geworden war. Beiden war daran gelegen, das historische Gebäudeensemble zu erhalten.

Das ist nun ein paar Jahre her und seitdem hat Schwinge auch andere Vorhaben Meyers begleitet. Darunter ein gewinnversprechendes Geschäft um Solaranlagen aus China. Einen Gewinn von 1,8 bis zwei Millionen Euro hatte der Unternehmer erwartet.

„Herr Meyer hatte in China 600 Solaranlagen bestellt, deren Lieferung und Bezahlung durch ein sogenanntes Akkreditiv der KSK abgesichert wurde. Akkreditive sollen gewährleisten, dass Käufer ihre Ware und Verkäufer ihr Geld bekommen“, erklärt Schwinge. Problem war nur, dass die Geschäftspartner nur 50 Anlagen lieferten. Meyer habe daraufhin noch versucht, das Auszahlen der vollen Kaufsumme per Einspruch zu verhindern. Er hatte keinen Erfolg, und so war das Geld in China und die restlichen Solaranlagen kamen nie in Kirchlinteln an.

„Herr Meyer machte die KSK für seinen finanziellen Schaden verantwortlich“, erinnert sich Schwinge. Er werfe der KSK vor, das Akkreditiv eigenmächtig so abgeändert zu haben, dass das Geschäft nicht mehr sicher habe ablaufen können.

Das wird in der Bank natürlich anders gesehen, aber damit, die Argumente vor aller Augen auszutauschen, tun sich die Bänker schwer. „Leider können wir uns in der Öffentlichkeit nicht direkt gegen die Vorwürfe wehren, da wir – auch bei Kunden, die unwahre Behauptungen aufstellen – an das Bankgeheimnis gebunden sind.

Alle Vorwürfe entbehren aber jeglicher Grundlage“, nimmt Dr. Beate Patolla, Leiterin der Unternehmenskommunikation des Kreditinstituts, dazu Stellung. Das wurde in einem Zivilgerichtsverfahren über zwei Instanzen auch bestätigt.

Am 2. August 2012 habe eine weitere Verhandlung vor dem Amtsgericht Verden stattgefunden, in der es um die Verwertung der Kreditsicherheiten ging. Schwinge war als Zuhörer dabei. Geklärt wurde die Angelegenheit offenbar nicht: Der Vergleich, dem beide Parteien zugestimmt hatten, half nicht. „Leider hat sich die KSK nicht an diese Abmachung gehalten“, sagt Schwinge. Dabei sei es darum gegangen, dass Meyer Immobilien in seinem Besitz selbst verkaufen können sollte, um einen höheren Erlös zu erzielen.

Aber auch an diesem Punkt scheint es mehr als eine Meinung zu geben: „Die Kreissparkasse Verden hält sich ganz gewiss an die vor Gericht getroffenen Vereinbarungen, wenn ein Vergleich trotzdem scheitert, dann hat das andere Gründe“, erklärt Dr. Patolla.

Eine Klärung ist über kurz oder lang zu erwarten, denn mittlerweile läuft ein Insolvenzverfahren gegen Meyer, und der Insolvenzverwalter wird für Rechtssicherheit sorgen müssen.

Erich Schwinge allerdings hätte es lieber gesehen, wenn „ein für solche wirschaftlichen Fragen zuständiges Fachgericht“ angerufen würde.

kle

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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