Poetry-Slam-Festival in der Stadtbibliothek / Nächsten Freitag sind die Amateure dran

Gereimtes Lebensgefühl

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Das Publikum stimmt ab. Wer den stärksten Beifall erhält, bekommt eine Zehn. In Verden hatte am Ende Simeon Buß alias „Sim Panse“ aus Bremen die Nase vorn.

Verden - Lyrisch, verträumt, kritisch, witzig, derb, politisch, sinnlich, manchmal auch schlüpfrig, aber stets sehr fantasievoll ging es am Freitagabend beim 3. Poetry-Slam-Festival in der Verdener Stadtbibliothek zu. Dort war die Kleinkunstbühne zum Auftakt des Festivals zunächst den Profi-Slammern vorbehalten, doch bereits am kommenden Freitag, 8. September, sind dann Amateure gefragt.

Für diesen Termin werden auch noch interessierte Wortspieler gesucht, die sich in der Stadtbibliothek persönlich, per E-Mail an stadtbibliothek@verden.de oder telefonisch unter 04231/807111 anmelden können.

Es war schon eine beeindruckende Sache: Da traten acht Frauen und Männer auf die Bühne, trugen Selbstgereimtes, Selbsterdachtes oder Selbstgereimtes vor. Ohne Firlefanz, waren sie einfach nur sie selbst – und mit ihnen ganz viele Buchstaben, aus denen sie überaus gekonnt Wörtern und Sätze konstruierten, die entweder frei gesprochen oder abgelesen wurden.

Die Jury waren acht Leute aus dem Publikum, die nach von Lautstärke, Intensität und Beifalldauer ihre Bewertungskarten zückten. Bei einigen Zehner-Kandidaten vibrierte gar der Boden, so sehr begeisterten sie ihr Publikum.

Lippi Punkstrumpf aus Bremen (l.) und Janina Mau aus Oldenbüttel. Etwa 30 Prozent der Profi-Slammer sind Frauen.

Thematisch hatten die Slammer den Bogen weit gespannt. Sie reichten vom Objekt traumwandlerischer Liebe über aktuelle Wahlkampfaktivitäten der Parteien bis hin zum Rasurprozedere bei einem reich behaarten Männerhintern. Doch ganz gleich, ob die Wortschöpfungen nachdenklich machten oder ob sie zum Brüllen komisch waren: Die Slammer hatten sich zu ihren Themen ganz individuelle und freie Gedanken gemacht und diese dann im breiten Feld zwischen Realität und Absurdität zusammengefügt.

„Poetry Slam drückt ein Lebensgefühl aus“

„Poetry Slam ist etwas ganz Spezielles. Es drückt ein Lebensgefühl aus“, beschrieb Sebastian Butte, der gemeinsam mit Bibliotheksleiter Stefan Kaplon die Veranstaltung vorbereitet hatte, die Faszination des Spektakels. Themen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Modernes Rezitieren trifft auf die Oldschool der Rhetorik.

Frei von Regeln ist der Dichterwettstreit indes nicht. So sollte der Text in maximal sechs Minuten vorgetragen werden. Auch „Buh-Rufe“ waren nicht erlaubt. „Ihr könnt eure fehlende Begeisterung verhalten äußern, indem ihr beispielsweise nur mit einem Finger klatscht“, riet Butte.

Im Finale hatte dann Simeon Buß aus Bremen die Nase vorn. Vor Janina Mau aus Oldenbüttel und Dominik Bartels aus Helmstedt traf der Wortspieler die Stimmungslage von Jury und Publikum am besten.

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