Landkreis: Mit 450.000 Euro mehr Sprachkurse und Qualifizierung für den Arbeitsmarkt

Geld für Integration von Flüchtlingen

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Symbolbild

Landkreis - Für den menschlichen Umgang mit den Flüchtlingen hatte SPD-Fraktionschef Heiko Oetjen dem Landkreis in der Sitzung des Kreistags ein dickes Lob ausgesprochen. Diesen Prinzipien will die Behörde offenbar nicht nur bei der Unterbringung, sondern auch bei der Eingliederung der Zuwanderer in die Gesellschaft folgen.

Arbeit und Sprache spielen dabei eine zentrale Rolle. Das Jobcenter des Kreises (ALV), das dieses Feld seit Anfang 2015 beackert, soll dafür überplanmäßig 450 000 Euro erhalten. Das Geld soll vor allem helfen, Lücken in Eingliederungspaketen anderer Behörden zu schließen.

Von den etwa 2000 asylsuchenden und geduldeten Zuwanderern im Kreisgebiet seien 100 im Alter zwischen 18 und 59 Jahren. Damit sind sie Kandidaten für den Arbeitsmarkt, wenn dem nicht Hindernisse im Wege stehen. Mit dem seit gestern vorliegenden Vorschlag für den Kreistag, sollen diese Hürden angepackt werden.

Eine der größten ist die Sprache. Der Landkeis hatte sich schon frühzeitig dieser Aufgabe gewidmet, und mittlerweile haben 450 Personen die Angebote durchlaufen. Sie setzen wesentlich früher ein als die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Kurse oder Angebote der Agentur für Arbeit.

Abgesehen von den ehrenamtlich geleisteten Sprachangeboten, seien noch 800 Personen komplett unversorgt, informiert Bohlmann im Entwurfspapier. Deshalb soll ein Teil der vorgeschlagenen Summe hier Lücken schließen und einen möglichst frühen Spracherwerb ermöglichen. Damit wird zugleich die Fähigkeit verbessert, den Alltag in der neuen Umgebung zu bewältigen, und eine Grundlage für den weiteren, speziell in der Arbeitswelt benötigten Spracherwerb gelegt.

Der Rest der 450 000 zusätzlichen Euros soll dann für arbeitsmarktnahe Qualifizierungsangebote verwendet werden. Wo auch hier Drittmittel zur Verfügung stehen, sollen sie natürlich vorrangig genutzt werden. Welche Qualifizierungsmaßnahmen nötig sind, hängt stark von den Kompetenzen des jeweiligen Asylbewerbers oder Bleibeberechtigten ab. Deshalb werden die Mitarbeiter der ALV hier, wie auch bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen, die Personen im Einzelfall betrachten müssen. Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden, wie etwa der Agentur für Arbeit soll weiterhin zur Vorgehensweise gehören.

Im Einklang mit Landkreistag

Ein Instrument zur Qualifizierung auch größerer Gruppen für den deutschen Arbeitsmarkt sind Beschäftigungsprojekte wie das Gebrauchtmöbel-Lager oder der ehemals sehr erfolgreich arbeitende „Garten- und Landschaftsbau“ (Gala). Projekte dieser Art schweben dem Landrat vor. Allerdings erweist sich hier die aktuelle Gesestzeslage als Hindernis. Sie hatte vor gut zwei Jahren bereits zur Einstellung des Gala-Projekts geführt. Und auch das Möbellager wäre ihr zum Opfer gefallen, hätte der Kreistag nicht sechsstellige Summen bewilligt, um es zu retten.

Eine Neuauflage des Gala-Projektes würde vor allem das Gebot der Wettbewerbsneutralität der mit geringfügigen Beschäftigungen erbrachten Leistungen verhindern. Eine Hürde, deren Aufhebung nicht nur Bohlmann, sondern auch seine Kollegen im Landkreistag fordern. In ihrer „Papenburger Erklärung zur Integration von Flüchtlingen“ vom 29. Januar fordern die Vertreter der niedersächsischen Landkreise, die Anstrengungen zur Eingliederung zu intensivieren und besser zu koordinieren. Dabei setzen sie sich unter anderem auch für die Flexibilisierung der Arbeitsförderung und ausdrücklich den Fall der Wettbewerbsneutralität ein.

kle

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