„Werde sehen, was ich rausholen kann“

Moritz Schaller steht in den Startlöchern für den Stadtlauf

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Moritz Schaller läuft 2016 beim Stadtlauf auf Platz vier ins Ziel.

Verden - Von Jürgen Thiele. Moritz Schaller ist Dualstudent an der DHfPG – das ist die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Hamburg. Und zum dualen Studium gehört auch sein Arbeitgeber – die Firma Lorenzen Training in der Hansestadt.

Ein kleiner, aber feiner Betrieb mit sechs hauptamtlichen Mitarbeitern, von denen drei im Studium stehen. Sie eint ihr Engagement in verschiedenen Sportarten – von Triathlon über Rugby bis zur Leichtathletik.

Letztere ist auch seine Stärke: Moritz Schaller hat den Breitensport Leichtathletik bereits mit sechs Jahren begonnen, vor mehr als acht Jahren aber spezialisierte er sich auf Laufen. Da hat er im LAV Verden gute und erfahrene Ausbilder gehabt, die schon lange vor seiner Zeit Athleten betreut und aufgebaut haben: Monika Lohmann, Marion Parchmann und Uwe Cordes. Sie sind auch heute noch engagiert in dieser Sportart und können Wissen und Erfahrungen vermitteln.

Das ist auch das Ziel des 24-Jährigen, wenn er einmal das Studium abgeschlossen hat: So möchte er im Herbst die Lizenz im Leistungssport machen und danach auch Kinder trainieren.

Seinen sportlichen Weg begleiten keine Rekorde. Die messbaren Ergebnisse mit Zeiten oder Weiten zählen nicht für ihn: „Da sind es eher meine persönlichen Erfolge oder das Verbessern meiner eigenen Bestleistungen.“ 

Spaß in der Gruppe bereichert

So ist es nicht das eine besondere Ereignis, das er im Wettkampf erlebt hat, das in Erinnerung geblieben ist. Vielmehr sind es die Übungseinheiten mit anderen Athleten, die gemeinsamen Wettkämpfe und der Spaß in der Gruppe, die ihn und seine Erfahrungen bereichern. Eigentlich untypisch für die Individualsportart Leichtathletik.

So verwundert es dann auch nicht, dass der Verdener Stadtlauf ihn jedes Jahr wieder fordert, wenn nicht – wie 2017 – eine Verletzung die Teilnahme verhindert. „Dieser Lauf muss für Verden erhalten bleiben, hoffentlich noch lange und für ganz viele Läufer.“ Dieser Sport schweißt zusammen und lässt keine negativen Einflüsse zu. 

Durch die Strecke könne sich Verden von seiner schönsten Seite zeigen, so der 24-Jährige. Schaller sieht darin eher ein Miteinander als ein Gegeneinander, sein Wunsch für den Stadtlauf am 15. Juni. „Ich werde mich einfach in die Läuferspitze reinhängen und sehen, was ich rausholen kann.“

Wie viele Sportler hatte er lange Zeit ein Ritual: „Ich habe immer die gleichen Sicherheitsnadeln für die Startnummern benutzt.“ Aberglaube sei das aber nicht gewesen.

Jeder sei selbst verantwortlich für seinen Erfolg. Dafür trainiert er und glaubt fest daran, dass diese Arbeit auch belohnt wird. Was ihm Kraft gebe, sei seine Familie. Besonders Bruder Josef und Freundin Sophie, aber auch der Glaube an seine Religion.

Kraft tankt er im Urlaub

Kraft tankt er auch im Urlaub, auf der Insel Pellworm, in Rom und auf dem Jakobsweg, den er sechs Wochen gewandert ist. In diesem Jahr muss es die Europameisterschaft der Leichtathleten in Berlin sein. Danach geht es zum Flughafen und dann mit der Freundin spontan nach Irgendwo.

Eine besondere Trainingsstrecke hat Schaller nicht. Im Winter stehen längere Distanzen im Fokus, in der Woche so etwa 60 Kilometer. Im Sommer dagegen läuft er viel im Stadion auf der Tartanbahn, wechselnde Strecken über 400 Meter, sucht aber auch auf 200 und 300 Metern die Herausforderung. Oft auch in Gruppen mit Trainer Uwe Cordes.

Viel Wert legt der Athlet auf die Unterstützung seiner Familie. Die stellt ihm oft das Auto zu den Wettkämpfen und er versucht, den Sport um das Familienleben herum zu legen. Sein Blick in die Zukunft: „In zehn Jahren mache ich – hoffentlich – die Leichtathletik-Welt auf mich aufmerksam.“

Meldungen für den Stadtlauf am 15. Juni können bis zum 12. Juni abgegeben werden. Nachmeldungen sind möglich am Veranstaltungstag ab 16 Uhr bis 60 Minuten vor dem jeweiligen Lauf. Ausschreibungen und Infos im Internet unter www.lgkv.de.

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