Vier Wochen im Keller des Gotteshauses

Verdener Domstollen: Das Geheimnis ist die Reifung

Beim Profi zugeschaut und mitgeknetet: Bäckermeister Horst Rotermundt (vorne rechts) zeigt der Dom-Abordnung den richtigen Umgang mit dem Stollen-Teig. - Fotos: Niemann

Verden/Holtum  (Geest) - Zur Eröffnung des Verdener Weihnachtsmarkts am Montag, 21. November, wird wieder der beliebte Verdener Domstollen für den guten Zweck verkauft. Initiiert wird die Aktion bereits zum neunten Mal von Bäckermeister Horst Rotermundt, der – wie in den Jahren zuvor – den kompletten Verkaufserlös aus dieser Veranstaltung dem in der Wilhelmstraße ansässigen Domkindergarten spendet.

Viele Köche verderben den Brei“, besagt ein altes Sprichwort, doch für Bäcker gilt das nicht. Denn genau das bewiesen am Sonnabend die Vertreter der Domgemeinde, Diakon Christian Wietfeld, Dorit Börmann, Ute Sievers, Christiane und Rainald Bücklers, Christian Liebig, Helmut Kruckenberg sowie Jürgen und Martin Volk in der Backstube der Bäckerei Rotermundt in Holtum (Geest).

Feinarbeit: Damit die Stolllen die gleiche Größe haben, wird der Teig portionsweise abgewogen.

Beim Stollenbacken war Teamarbeit gefragt. Und unter fachkundiger Anleitung von Bäckermeister Rotermund wurde geknetet, geformt, gebacken und natürlich auch vom Teig genascht. In weißen Schürzen, konzentriert den Anweisungen des Fachmanns folgend, entstand so zwischen Mehl und Milch die bei den Verdenern so beliebte köstlich schmeckende Weihnachtsleckerei.

„Den Vorteig habe ich bereits angerührt, jetzt geben wir nach und nach die weiteren Zutaten wie die in Kirschwasser eingelegten Rosinen und Cranberrys, Vanille, Butter oder eine Gewürzmischung hinzu“, führte Horst Rotermundt am Sonnabendmorgen die Gruppe in ihre Aufgaben ein.

Das Back-Rezept war der erste wichtige Erfolgsgarant, aber natürlich mussten auch die Drehzahl der Teigmaschine, die Rühr- und die Ruhezeiten stimmen. Der fertig geknetete Stollenteig wurde dann von den Helfern portionsweise abgewogen, nochmals ein wenig geknetet, zu kleinen Rollen geformt, zurecht geklopft und in die zuvor gefetteten Stollenformen hineingelegt.

„Das eigentliche Geheimnis, aus einem guten Stollen einen Domstollen zu machen, liegt im Reifen des Backwerks im Domkeller“, erzählte Rotermundt. Rund vier Wochen verbleibt das Gebäck in den Gemäuern des Gotteshauses. Die konstante Temperatur von rund zwölf Grad Celsius und die gleichbleibende Luftfeuchtigkeit böten ideale Bedingungen für die Entfaltung des Geschmacks.

Stollenbacken in Verden

Auch in dieser Woche werden in Rotermundts Backstube noch Domstollen gefertigt, da sich der Saisonartikel steigender Nachfrage erfreut. Rotermundt: „Der klassische Stollen war zuvor kaum noch nachgefragt. Aber seitdem wir den Domstollen in einer veränderten Rezeptur herstellen, ist das Weihnachtsgebäck bei der jungen wie bei der älteren Kundschaft wieder gleichermaßen beliebt.“

Wer sich einen Dom-Stollen in einer der Rotermundt-Filialen reserviert, kann diesen ab dem oben genannten Datum abholen. Vom Verkaufspreis gehen jeweils 50 Cent an den Domkindergarten, und die werden nach Auskunft von Einrichtungsleiterin Dorit Börmann in den Kauf von Tischspielen investiert, die die Kinder leihweise sogar mit nach Hause nehmen können. 

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