15 neue Streitschlichter erhalten Urkunde für ihren besonderen Einsatz

Das Gegenüber verstehen

Sie haben Erfahrung: Yannik Sackmann, Niklas Reichmann, Maximillian Kruska, Hauke Kleen, Felix Bockelmann (v.l.).

Verden - Von Felix Reichelt. Seit zehn Jahren helfen die Streitschlichter des Gymnasiums am Wall ihren Mitschüler dabei, Differenzen friedlich beizulegen und sich untereinander auszutauschen. Sie sorgen täglich mit vollem Einsatz für ein besseres Miteinander und versuchen, in Problemfällen vor allem Verantwortungsbewusstsein weiterzugeben. Im vergangenen Jahr sind zehn Mädchen und fünf Jungen erfolgreich ausgebildet worden. Dafür überreichte Schulleiterin Petra Sehrt jedem eine Urkunde für das besondere Engagement.

Die Ausbildung besteht aus einem 40-stündigen Training außerhalb der Schulzeit. Unterwiesen werden die Kinder und Jugendlichen dabei von den Lehrern Susanne Hoffmann und Falk Niedderer sowie von den erfahrenen Streitschlichtern. Yannik Sackmann ist schon seit fünf Jahren dabei. Er schildert die Prinzipien der Helfer: „Die Schüler kommen freiwillig vorbei, wenn sie Hilfe brauchen.“ Sie seien Vertrauenspersonen und müssten über das Besprochene schweigen. „Außerdem sind wir zur Neutralität verpflichtet.“

Wichtig sei auch der Umgang mit einem Streit. „Uns geht es um Wiedergutmachung statt Strafe“, fuhr Sackmann fort, „Wir wollen Perspektivenverschränkung vermitteln.“ Gemeint ist die Vermittlung von Empathiefähigkeit, damit sich die Betroffenen besser in ihr Gegenüber hineinversetzen können. Aus diesem Grund führen die Schlichter regelmäßig Klassengespräche durch und organisieren Informationsveranstaltungen, zum Beispiel über Cybermobbing.

Die Zahl der Streitschlichter am GaW wächst. - Fotos: Reichelt

Die hohe Qualität der Konfliktlösung und -beratung gewährleisten sowohl die dauerhafte Beschäftigung mit unterschiedlichen Konfliktmodellen als auch rhetorische Übungen und Rollenspiele. Ergänzend treffen sich alle Streitschlichter einmal die Woche, um sich zu beraten oder gemeinsame Entscheidungen zu fällen. „Wir sind eine sehr friedliche Schule, vieles wird hier unter sich geklärt“, sagt Maximillian Kruska. Er gehört auch schon lange dazu und arbeitet daran mit, dass die Schule auch so friedlich bleibt. Gerade nach den Ferien sind er und seine Mitschlichter dennoch oft gefragt. „Wir haben bisher jeden Fall gelöst“, berichtet Felix Bockelmann über die Erfolgsstatistik.

Dabei geht es nicht immer um einen Konflikt zwischen Schülern. Auch die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer ist sehr wichtig für die Schlichter. Jeder soll im Ernstfall einen Ansprechpartner haben, ohne sich über einen Streit mit einem Lehrer Sorgen machen zu müssen.

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