Platten drohten auf Gleise zu fallen

Bahnbrücke in Dauelsen: Eisenträger in Rost aufgelöst

Die brüchigen Platten an der Brücke in Dauelsen wurden komplett abgeschlagen.
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Die brüchigen Platten an der Brücke in Dauelsen wurden komplett abgeschlagen. Das Geländer wird erneuert, Holzplatten schützen gegen die Hochspannung.

Verden – Das war ziemlich knapp und höchst gefährlich! Stephanie Weber guckt auf die Fotos und sieht viel Rost, letzte Spuren von Eisenträgern, die einmal für lebenswichtige Stabilität sorgen sollten. „Als wir die Kappen auf der Brücke in Dauelsen geöffnet haben, wussten wir, dass eine Sanierung nicht nur dringend, sondern unaufschiebar ist“, sagt die Planerin vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün. Die Sperrung der Brücke wird voraussichtlich noch bis September dauern (wir berichteten).

Brücke in Dauelsen: Von den Eisenträgern, die die Platten tragen sollten, keine Spur, aufgelöst in Rost und Staub

Wenn der Brückenbauer von Kappen spricht, dann ist von den beidseitigen Fuß- und Radwegen auf dem Bauwerk die Rede. So auch bei der Brücke in Dauelsen, die die Straße Am Thingplatz über die Gleise zum Sachsenhain führt. Unter den Kappen liegen Eisenträger, die an den Brückenrändern, jenseits des Geländers, im Normalfall schwere Betonplatten tragen sollen. Die Platten, knapp einen Meter breit, ragen über die Gleise und schützen auf der Brücke Fußgänger und Radfahrer vor Hochspannung.

Kein Durchkommen: Die Brücke Am Thingplatz ist bis September komplett gesperrt.

Die Brücke ist mittlerweile blank, die Kappen sind runter, von den Eisenträgern, die die Platten tragen sollten, allerdings keine Spur, aufgelöst in Rost und Staub. „Da ist vom Eisen kaum was übrig“, sagt Stephanie Weber. Schon in den vergangenen Jahren war bei regelmäßigen Kontrollen aufgefallen, dass sich einige der Platten leicht gen Boden neigten. Auf der Brücke stand sogar ein Kübel als Gegengewicht, um die Träger zu stabilisieren. Mehr war bislang im laufenden Zugverkehr nicht möglich.

Sämtliche Platten, zu allererst die über den Gleisen, sind mittlerweile abgeschlagen

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Eine sogenannte Sperrphase bei der Deutschen Bahn, die Züge auf der Teilstrecke zwischen Hannover und Bremen wurden umgeleitet, und dann machten sich die Ingenieure unverzüglich an die Arbeit. „Sämtliche Platten, zu allererst die über den Gleisen, sind mittlerweile abgeschlagen“, schildert Weber.

Zur Dramatik neigt die Planerin eigentlich nicht, dennoch gibt sie unumwunden zu: „Die Brücke und deren Zustand haben mir schon ein paar schlaflose Stunden beschert.“ Nicht ohne Grund, zumal an vergleichbaren Bauwerken, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Betonteile abbrachen und auf den Gleisen landeten. „Diese Sorge sind wir schon mal los“, stellt Weber erleichtert fest.

An vergleichbaren Bauwerken, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, brachen Betonteile ab und landeten auf den Gleisen

Und es kann umfangreich saniert werden. Die Bahn hat die dafür notwendigen Sperrphasen für Züge auf der Strecke genehmigt. Nicht nur die Platten und die Kappen sind Geschichte. Auch der alte, brüchige Asphalt auf der Brücke wird ausgetauscht. Das komplette Bauwerk ist eingerüstet, auch Teile des Geländers sind bereits demontiert. Holzwände zu beiden Seiten schirmen die Handwerker vor der Hochspannug ab.

Steht das Gerüst komplett, können die Arbeiten bequem und sicher ausgeführt werden. Die Platten, sagt Weber, kommen nicht wieder dran. Heutzutage werde anders gebaut. Eine circa zwei Meter hohe und zehn Meter lange Wand aus Sicherheitsglas bietet auf der Brücke künftig freie Sicht und schütze gegen die Hochspannung. Links und rechts der Wand führen massive Geländer aus Stahl zu den Brückenköpfen.

Brücke in Verden-Dauelsen: Sanierungskosten liegen geschätzt bei 450 .000 Euro.

Arbeiten an der Fahrbahn: Der Asphalt ist abgefräst und wird ebenfalls ersetzt.

Die Arbeiten sind aufwendig und zeitlich getaktet. „Wir brauchen dazu immer wieder Sperrphasen der Bahnstrecke. Das macht es nicht einfacher“, so Weber. Bis Anfang September dürfte es dauern, ehe das Bauwerk freigegeben wird. Die Baukosten liegen geschätzt bei 450 .000 Euro.

Während der Bauphase ist die Brücke für Fußgänger, Radfahrer und Autos komplett gesperrt.

Während der Bauphase ist die Brücke komplett gesperrt. Weder aus Richtung Achimer Straße noch von der anderen Seite, aus dem Sachsenhain, können Autos, Fahrräder oder Fußgänger den Bereich passieren. Eine Ausweichstrecke über den Tunnel Knippsande beziehungsweise den Mühlenweg ist ausgeschildert. Da allerdings größere Fahrzeuge weder Tunnel noch Mühlenwegsbrücke passieren können, werden sie, wenn höher als drei Meter und schwerer als 3,5 Tonnen, über die Eisseler Straße und den von dort abzweigenden Wirtschaftsweg umgeleitet. Das gilt aber nur für diese Fahrzeuge, für alle anderen nicht. Um Begegnungsverkehr zu vermeiden, soll von Eissel aus auf dem Wirtschaftsweg In der Marsch Richtung Dauelsen, von Dauelsen aus Richtung Eissel auf dem Weg Große Kuhweide gefahren werden, teilt die Verwaltung mit.

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