Landgericht verurteilt 57-Jährigen zu drei Jahren und neun Monaten

Gefängnis für Missbrauch der Tochter

Verden - Das Landgericht Verden hat gestern einen 57-jährigen Verdener wegen sexuellen Missbrauchs seiner zum Tatzeitpunkt erst sieben Jahre alten Tochter zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. 2015 habe er sich bei zwei der 18 Taten des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht.

Der Mann nutzte dafür die Abwesenheit seiner Lebensgefährtin. Waren es zunächst Berührungen oberhalb der Kleidung, steigerte sich der Missbrauch des gemeinsamen Kindes am Ende. „Die Grenzen waren überschritten und danach ging es relativ häufig weiter. So ist es oft, wenn die Dämme erst mal gebrochen sind“, merkte der Vorsitzende Richter Joachim Grebe kritisch an.

Offenbar übte der Vater weder Druck auf seine Tochter aus, noch wendete er Gewalt an. Er konnte sie aber dazu bringen, nichts von alldem zu erzählen. Der Tatzeitraum erstreckte sich über acht bis neun Monate. Über Aussagen des Mädchens gegenüber Freundinnen, die diese richtig interpretierten, sollen die Taten ans Licht gekommen sein. Es folgten Festnahme und Untersuchungshaft.

„Die Feststellungen beruhen im Wesentlichen auf seiner Aussage“, so Grebe zum Wert des Geständnisses. Sonst wäre die Beweisführung schwierig gewesen, betonte der Vorsitzende. Außerdem habe der 57-Jährige damit seiner Tochter und zwei ihrer Freundinnen die Aussage vor Gericht erspart. Und scheinbar wollte er wirklich reinen Tisch machen. „Der Angeklagte hat eingeräumt, vergleichbare Taten an einer inzwischen erwachsenen Tochter aus erster Ehe verübt zu haben, als diese acht oder neun Jahre alt war“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Angeklagte sei therapiebereit. „Das hat er glaubhaft dargestellt“, sagte Grebe. „Wir haben auch gesehen, dass Sie Reue empfinden und ein Problembewusstsein entwickelt haben.“

Bereit erklärt hat sich der Angeklagte zur Zahlung von 5 000 Euro an seine Tochter, sobald ihm entsprechende Mittel zur Verfügung stehen. „Man kann das nicht mit Geld wettmachen, aber es ermöglicht ihr später eine vernünftige Ausbildung“, merkte der Vorsitzende an. Positiv fiel beim Strafmaß auch ins Gewicht, dass der Angeklagte nicht vorbestraft ist, doch Grebe hob einen entscheidenden Punkt deutlich hervor: das Alter des Opfers. „Sie war noch ein sehr, sehr kleines Kind.“ - wb

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