Bürgerbeteiligung im Rathaus / Kaum Widerspruch gegen Fußgängerzone

Gebt dem Platz eine Chance

Im Ratsaal diskutierte das Publikum eifrig mit.
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Im Ratsaal diskutierte das Publikum eifrig mit.

Verden - Von Markus WienkenVERDEN · Rathausvorplatz und Große Straße sollen Fußgängerzone werden. Das war die vorherrschende Meinung auf der Bürgerbeteiligung im Verdener Rathaus am Donnerstagabend. Mit dem Auto darf, zeitlich begrenzt, nur fahren, wer dort wohnt oder anliefern will. Auch dagegen regte sich in der Versammlung der etwa 70 Zuhörer kaum bis gar kein Widerspruch. Ganz nach dem Motto: „Gebt dem Platz eine Chance.“

Fast fertig ist, nach vielen Verzögerungen, der Abschnitt zwischen Bäckerstraße bis zur Herrlichkeit. Doch was soll sich in welcher Form in Verdens „guter Stube“ abspielen? Bürgermeister Lutz Brockmann machte eingangs der Versammlung deutlich: „Es wurde so gebaut, dass in dem neu- und umgestalteten Bereich alles möglich ist. Ob reine Fußgängerzone, Autostraße oder Parkplatz“, spielte der Verwaltungschef verschiedene Varianten durch. Brockmann machte zwar keinerlei Hehl daraus, dass er gegen Autoverkehr ist. Das war‘s aber auch an Vorgaben, ansonsten bat er das Publikum um Vorschläge.

Und die Gäste ließen sich nicht lange bitten. „Fußgängerzone ja, aber was ist mit Lieferverkehr“, so die Frage einer Betroffenen. „Es lässt sich alles regeln, ob mit Ausweis oder entsprechender Beschilderung im Eingangsbereich. Da sind wir für Anregungen dankbar“, so Fachbereichsleiter Rüdiger Nodorp.

Doch wo kein Auto fahren darf, wie kommt denn der Anwohner zu seinem Haus? „Da brauchen wir ebenfalls genaue Zeiten.“ Die sollen, anders als bisher, in die frühen Morgenstunden und in den Abend gelegt werden. „Während der Mittagszeit sollte in der gesamten Zone keine Autoverkehr möglich sein“, lautete eine weitere Forderung.

Was die Kaufleute sich besonders wünschen: „Es gibt ja in den Nebenstraßen ausgewiesene Lieferzonen, doch die werden häufig zugeparkt. Das muss kontrolliert werden.“ Auch Ladeverkehr für Kunden, die größere Möbelstücke abholen wollen, soll erlaubt sein. Ebenso, wenn auch eingeschränkt, Taxis.

Der eine oder andere Parkplatz wurde allerdings vermisst: „Viele Leute fahren morgens in die Stadt. Sie sollten die Möglichkeit haben, kurz zu parken, um sich ein paar Brötchen zu holen oder in die Apotheke zu laufen“, so ein Einwand. „Aber nur wegen Brötchen mit dem Auto in die Stadt, das bedeutet viel Verkehr und unnötige Hektik“, kam es zurück. Apropos Parkplatz: „In den Seitenstraßen gibt es genug, von denen die Innenstadt fußläufig zu erreichen ist.“

Behindertenbeauftragter Rolf Pieper lobte den Rathausplatz als gelungen und barrierefrei gestaltet. „Wir sollten nicht den Fehler machen, ihn durch Autos und Parkplätze mit neuen Barrieren zuzustellen.“ Auch für Eltern mit Kindern wäre das ein Problem. „Wir haben uns deswegen gegen Behindertenparkplätze ausgesprochen.“ Ziel solle vielmehr sein, den Platz nicht mit Autoverkehr sondern mit Leben zu füllen.

Wer durch die Fußgänger- zone fahre, das ist ebenfalls Vorschrift, muss mit Schrittgeschwindigkeit fahren. „Das gilt für Autos und Fahrräder“, so Nodorp.

Was von den vielen Vorschlägen und Einwänden übrig bleibt, und ob und in welcher Form es eine Fußgängerzone zwischen Bäckerstraße und Herrlichkeit geben wird, darüber entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag, 11. Februar.

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