Behördenübergreifendes Projekt „Finde deinen Beruf“ an Campus Oberschule

Ganzheitliche Berufsberatung

Campus Oberschule, Agentur für Arbeit, ALV und Landkreis Verden ziehen bei der Berufsorientierung an einem Strang. Foto: Haubrock-Kriedel

Verden - Was will ich werden? Wo liegen meine Talente? Wer hilft mir bei der Berufswahl? Fragen, deren Antworten Auswirkungen auf das gesamte spätere Leben haben. Beratung und Unterstützung kann es für Jugendliche daher gar nicht früh genug geben.

Das Projekt „Finde deinen Beruf“, eine Kooperation zwischen der Agentur für Arbeit, der ALV (kommunales Jobcenter) und dem Landkreis Verden bietet an der Campus Oberschule jetzt eine neue Form der ganzheitlichen, niederschwelligen Berufsberatung für Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse direkt in der Schule an.

Christian Piechot, Campus-Schulleiter, bezeichnete das neue Konzept bei der Projektvorstellung am Mittwoch als „Riesenchance“. Der Bildungsverbund Schule/Beruf habe das Ziel, jedem Kind in Verden einen gelungenen Bildungsweg zu ermöglichen. Die Berufsorientierung sei ein elementarer Teil. „Für viele Schüler wäre die Latte viel zu hoch, sich an das Jugendamt oder das Arbeitsamt zu wenden. Daher ist das Projekt richtig gut.“

Landrat Peter Bohlmann hob besonders hervor, dass drei Institutionen übergreifend in mehreren Rechtsgebieten mit der Schule zusammenarbeiten. Das habe es in dieser Form bislang noch nicht gegeben. „Der Kontakt ist dort, wo die Schüler sich befinden, und steht allen offen“, sagte er. Wichtig sei es, „Fälle“ gar nicht erst entstehen zu lassen, was bedeute, dass Ausbildungslosigkeit verhindert wird.

Auch Kerstin Wendt, Vorständin der ALV, sieht die Präsenz in der Schule als großen Vorteil. „Jobcenter sind für Jugendliche uncool“, weiß sie. „Wir können hier ein ganz anderes Gesicht zeigen, und es gibt für die Jugendlichen keine Stigmatisierung. Zudem könne über das Netzwerk Schule auch besser Kontakt zu den Eltern aufgenommen werden.

„Der Titel ist Programm“, so Christoph Tietje, Leiter der Arbeitsagentur Verden. „Finde deinen Beruf“ sei ein innovatives Projekt, das es in Niedersachsen woanders noch nicht gibt. Er lobte die gute behördenübergreifende Zusammenarbeit. „Nur wenn alle Hand in Hand arbeiten, klappt das auch. Wir wollen unsere Personalkapazitäten weiter ausbauen und in allen Schulformen stärker vor Ort sein.“ Das Projekt solle dann auch in den Nachbarlandkreisen etabliert werden.

Insa Sanders vom Jugendamt Verden betonte, wie wichtig es sei, die Kinder frühzeitig zu erreichen. „Ein Kind, das zu Hause Probleme hat, kann sich nicht aufs Lernen konzentrieren.“ Berufsberaterin Anna Lühning von der Arbeitsagentur, Arbeitsvermittler Kai Schiffbach von der ALV und Felix Küther-Szczepanski vom Fachdienst Jugend beim Landkreis Verden bilden das Beratungsteam. Einmal wöchentlich bieten sie an der Oberschule eine Sprechstunde an. „Unser Ziel ist es, dass jeder Schüler nach Klasse zehn weiß, wie es weitergeht.“

„Wir arbeiten mit den Schulsozialarbeitern zusammen und wissen, wer unterstützende Hilfe braucht“, so Küther-Szczepanski. Diese könne auch durch Probleme im Elternhaus nötig werden.

Um eine gute Erreichbarkeit zu gewährleisten, wurde die Internetseite www.finde-deinen-beruf.jetzt für mobile Endgeräte konzipiert. Die Termine, an denen das Beratungsteam vor Ort ist, sind schnell gefunden. Zudem gibt es unter der Nummer 0800/5583751 eine kostenlose Hotline, unter der alle drei Behörden zu erreichen sind.

Bei den Schülerinnen und Schülern ist die Resonanz bislang durchweg positiv. „Es ist ein sehr gutes Projekt, wenn man noch nicht weiß, was man werden möchte“ findet Karina Tibelius. Sie selbst hat sich bereits mit Unterstützung des Teams bei der Fachoberschule der BBS angemeldet. Auch ihre Mitschülerin Serap Dag hat ihren Übergang an das Gymnasium so problemlos vorbereitet. „Alle Schüler sollten sich rechtzeitig um die Termine kümmern“, rät sie.  ahk

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