Dog-Theater-AG bereitet Premiere von Wedekinds „Frühlings Erwachen“ vor

Ganz normale Teenager

Die Szene mit dem Rap: Wedekind hat die Pubertät zum Thema seines mittlerweile 125 Jahre alten Stückes gemacht. Die Theater-AG zeigt eine modernisierte Fassung. - Foto: Niemann

Verden - Die Theater-AG am Domgymnasium bringt ein neues Stück auf die Bühne. Nach „Schneewittchen vs. Stiefmutter“, „Romeo und Julia – reloaded“, „Freitag, der 13.“ haben sich die Theatermacher diesmal Frank Wedekinds Drama „Frühlings Erwachen“ vorgenommen. Wedekinds Klassiker der Moderne, dem er selbst den Untertitel „Kindertragödie“ verpasste,  spielen die Schüler in einer modernisierten Fassung von Nuran David Calis.

„Jetzt kommt, macht ein bisschen mehr Tempo. Ja, so war es doch schon viel besser.“ Lehrerin Vanessa Galli gibt den jungen Schauspielern auf der Bühne der Schulaula klare Anweisungen. Thomas Kruckenberg, für Licht und Ton verantwortlich, reagiert sogar auf Handzeichen. Galli hebt den Arm, Kruckenberg fährt die Regler hoch und schon sind die Stimmen der Darsteller deutlich besser zu hören. „Gut so. Jetzt die Szene mit dem Rap noch einmal...“, fordert Galli und gibt Kruckenberg erneut ein Zeichen, die Musik zu starten. Unter den kritischen Blicken von Mitspielern legen die Jugendlichen auf der Bühne erneut von vorne los.

Worum geht es in dem Stück, das auf Wedekinds Skandaldrama „Frühlings Erwachen“ aus dem Jahr 1891 basiert? Um Teenager, für die vor allem zwei Dinge wichtig sind: Ihr Handy und das andere Geschlecht. Melchior, Moritz, Wendla und die anderen sind 14 Jahre alt. Schule und Eltern bestimmen den Alltag. Melchior ist der Beste in der Klasse, seine Eltern vertrauen ihm und lassen ihn in Ruhe – so hat er auch allen Freiraum, die Geheimnisse der Liebe zu erforschen.

Moritz dagegen steht permanent unter großem Druck. Er lernt bis zur Erschöpfung, um seine Versetzung nicht zu gefährden und seinen Vater nicht zu enttäuschen. Alles macht ihm Angst, die Mädchen verwirren ihn, und seine Zukunft erscheint mehr als ungewiss. Moritz vertraut sich Melchior an, doch der hat kein Ohr für die Not seines Freundes. Denn Melchior trifft sich heimlich mit Wendla und schläft mit ihr.

Danach ist nichts mehr, wie es vorher war: Wendla wird schwanger und ist damit genauso überfordert wie ihr Geliebter. Als Moritz die Versetzung nicht schafft, ist er verzweifelt und wählt den Freitod. Melchior indes flüchtet: vor Wendla.

Zwei Wochen vor der Premiere sitzt natürlich noch nicht jedes einzelne Wort, doch die Freude der Acht- und Neuntklässler fürs Theaterspiel kommt allemal rüber. Etwa bei Maximilian Coels, der nicht zum erstenmal in einer Hauptrolle auf der Schultheaterbühne steht und diesmal den Moritz spielt. „Es macht mir Spaß und das Stück ist eine Herausforderung“, findet er. Leyla Böse (Wendla) und Luca Fabio Bormann (Melchior) nicken.

„Die in den Vorjahren gespielten Stücke waren lustiger. Diesmal mussten wir uns viel mehr in die Figuren hineindenken und uns mit ihrem Denken und Handeln auseinandersetzen“, finden sie. Das sei zwar anstrengender, aber auch spannender und sehr befriedigend, sagt Sinja. Sie spielt die Mutter Bergmann.

Simon nickt. Er ist zwar erst neu dabei, dafür aber schon Feuer und Flamme fürs Theaterspiel. Sehr angetan sind alle von AG-Leiterin Vanessa Galli, die das Stück mithilfe der 15-jährigen Schülerin Clara Jeggle und dem FSJ’ler Tim Ollendorf inszeniert. Das Lob gibt die Lehrerin übrigens zurück. In den Schülern schlummere viel Talent für die Bühne, findet sie. Sie seien mit großer Kreativität dabei und steuerten viele Ideen zur Inszenierung bei.

Die Premiere des Stücks ist am Mittwoch, 11. Mai, um 19 Uhr, weitere Aufführungen gibt es am Donnerstag, 12. Mai, und Freitag, 13. Mai. Karten zum Preis von fünf und drei Euro sind im Vorverkauf am Domgymnasium sowie bei der Buchhandlung Vielseitig erhältlich. Außerdem sind an der Abendkasse Restkarten zu erwerben.

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