Galeristen Sylvia Casaretto und Dieter Roscheck wollen neue Wege gehen

Kunst bleibt ihnen erhalten

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Die beiden Galeristen Sylvia Casaretto und Dieter Roscheck wollen einen Neuanfang.

Verden - Die Verdener Kunst- und Kulturlandschaft wird um eine wichtige Adresse ärmer, wenn das Verdener Kunsthaus CasarettoArt ab April seine Tore für immer schließt (wir berichteten). Eine Nachricht, die laut Auskunft der Galeristen Sylvia Casaretto und Dieter Roscheck wie eine Bombe eingeschlagen ist.

Mitte vergangener Woche hatte das Galeristenpaar bereits in einer Pressemitteilung angekündigt, dass es die Galerie zum April schließen werde, es aber in anderen Formaten weiterarbeiten wolle. „Unser Telefon steht kaum noch still“, sagen sie. Vor allem den vielen Stammkunden wird das Geschäft in der Brückstraße 4-6 fehlen. Doch die Galeristen haben diese Entscheidung nicht aus Verbitterung getroffen, sie sind vielmehr gut gelaunt und bester Dinge. Sicher, weil der Entschluss über mehrere Monate gereift ist und weil die Schließung mit einem Neuanfang verbunden ist.

„Wir möchten gerne auch noch andere Dinge machen, was angesichts der zeitlichen Bindung durch ein Ladengeschäft nicht möglich war. Es ist daher an der Zeit, es aufzugeben um dadurch mehr Freiheit zu gewinnen“, so die Galeristen, die das Geschäft, das zuerst in der Oberen Straße zu finden war, seit August 2010 betreiben. Zumeist neun Stunden täglich stünden sie von morgens bis abends in ihrem Laden. Da bleibe einfach zu vieles, was sie gerne noch machen möchten, auf der Strecke.

„Wir bleiben Verden wie auch der Kunst- und Kulturlandschaft auf jeden Fall erhalten. Nur eben auf andere Art und Weise.“ Wie genau das aussehen wird, wollen sie aber noch nicht verraten. Nur soviel: „Wir planen einen Webshop mit ausgesuchten Geschenkartikeln und haben außerdem noch weitere Ideen, was unsere Aktivitäten in Sachen Kunst angeht.“ Der Dialog mit der Kunst und mit Künstlern werde also auf jeden Fall fortgeführt, nur die Plattform dafür werde eine andere sein.

Seit 2006 ist die Galerie, die zuvor unter Galerie Schwabe firmiert hatte, unter der Leitung der Eheleute ein beliebter Treffpunkt für Menschen, die Kunst und schöne Dinge für zu Hause lieben. Insgesamt 42 Ausstellungen wurden in dieser Zeit gezeigt, darunter so renommierte Künstler wie James Rizzi, Heinz Mack oder Jörg Immendorf und Armin Müller-Stahl. Rizzi hat das Paar sogar zweimal persönlich nach Verden geholt. Die Kunden finden dort Originale und Unikate bekannter und weniger bekannter Künstler, Ausgefallenes aus dem Kunstgewerbe und Dekorationsbereich sowie individuelle Einrahmungen.

„Unser Geschäft war uns stets eine Herzensangelegenheit“, betonen Casaretto und Roscheck, doch jetzt sei die Zeit reif, neue Prioritäten zu setzen. „Wir sind in einem Alter, wo man seine eigenen Bedürfnisse neu sondieren und ausrichten muss“, so Roscheck. Doch Wehmut ist keine herausragende Eigenschaft der Eheleute. „Manchmal war es anstrengend, aber meistens sehr schön“, resümieren sie. Der Kontakt zu den vielen Menschen habe sie sehr bereichert.

Jetzt aber wollen sie mehr Zeit haben für sich selbst und dabei nicht immer auf die Uhr schauen zu müssen. „An das Mehr an freier Zeit werden wir uns zunächst sicher noch gewöhnen müssen“, sagen sie lachend. Und dass der Hund, „Miss Sophie“, sich darüber vermutlich noch am meisten freuen wird.

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