Rechtliche Bedenken 

Fußgängerzone am Lugenstein statt eines Zebrastreifens

Verden - Eigentlich hätte es „nur“ um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gehen sollen, es wurde aber letztendlich eine Debatte um die Zukunft der Kinder. So breit gestreut war die Tagesordnung in der jüngsten Ratssitzung, in der beispielsweise die Verwaltung beauftragt wurde, eine Ausweisung des Lugensteins als Fußgängerzone vorzubereiten.

Damit folgte das Gremium am Dienstagabend dem Beschlussvorschlag des Marktausschusses, nachdem klar war, dass ein Zebrastreifen auf der Straße Lugenstein aus rechtlichen Gründen nicht möglich sein würde. Piktogramme auf der Fahrbahn und die Hoffnung auf einsichtige Autofahrer waren weitere Argumente für die Ausweisung einer Fußgängerzone. Eine Vorlage dazu werde jetzt erarbeitet, so Bürgermeister Lutz Brockmann.

Einstimmigkeit herrschte im Rat auch bei der Vorlage, die Bahnhofstraße und den Holzmarkt zur Tempo-30-Zone umzuwandeln. Henning Wittboldt-Müller (FDP) hatte dazu indes eine eigene Meinung: „Wir können zustimmen oder es lassen. An Tempo 30 hält sich sowieso keiner. Die Linienbusse schon gar nicht.“ Dennoch werde die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöht, fand Johanna König von den Grünen.

Sie hatte auch das Wort beim Antrag ihrer Partei, die Verwaltung zu beauftragen, sich zur Erhöhung der Vielfalt auf der Domweih aktiv um die Bewerbung von Ständen mit Essen in Bioqualität zu kümmern und bei der Platzvergabe zu berücksichtigen. Der Antrag wurde an den Marktausschuss verwiesen, Marktmeister Rüdiger Nodorp hat nun eine neue Aufgabe. Heinz Möller (SPD) ließ sich im Rat noch zu der Frage hinreißen: „Gibt es dann auch Bio-Bier?“

Rat diskutiert über die Entwicklung der Verdener Kitas

Ernster und zum Teil außerordentlich emotional ging es dann beim folgenden Tagesordnungspunkt zu, als die städtische Beauftragte für Kindertagesstätten, Hilde Zimmermann, einen Bericht zur Entwicklung der Kitas zu Familienzentren gab. In ihrem Referat fanden insbesondere die Aktivitäten in der Kita Neißestraße Widerhall. Vor allem Väter und Mütter unter den Ratsmitgliedern hatten zu dem Thema Wortbeiträge, die immer wieder von Beifall auf der einen wie auf der anderen Seite unterbrochen wurden. Und wenn nicht der stellvertretene Ratsvorsitzende Wolf Hertz-Kleptow das Ende der Rednerliste aufgerufen hätte, die Diskussion wäre bis in die Nacht fortgesetzt worden.

Bürgermeister Brockmann deutete bereits an, dass er derzeit eine Ratsvorlage mit entsprechenden Deckungsvorschlägen erarbeiten lasse. In jedem Falle wolle er allen Kindern die gleiche Chancen bieten. Die Verantwortung der Eltern für ihre Kinder war ebenso ein Diskussionsbeitrag wie die Einbindung der freien Träger in die Abwicklung der Thematik. 

koy

Rubriklistenbild: © imago

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