Millionen für den Lärmschutz: SPD informiert über Alpha-E-Schienenausbau

Für Holtum sind die Weichen gestellt

Eine Gruppe menschen posiert für ein Bild, im Hintergrund rauscht ein Zug vorbei.
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Vorbeirauschende Züge sorgen schon jetzt für Lärm in Holtum. Das merkten auch die Teilnehmer des SPD-Ortstermins am Bahnübergang Föscheberg.

Der Wahlkampf-Termin der SPD in Holtum (Geest) war etwas anstrengend, weil die Redebeiträge immer wieder von Lärm unterbrochen wurden. Die vorbeirauschenden Züge am Bahnübergang Föscheberg machten eins ganz deutlich: Die Ortschaft ist schon jetzt erheblich belastet. Dass das nach dem geplanten Ausbau zur Zweigleisigkeit der Strecke Verden-Rotenburg noch deutlich schlimmer werden würde, ist ganz klar.

Holtum (Geest) – Gut also, dass der Bundestag beschlossen hat, mehr als 190 Millionen Euro zusätzlich in den Ausbau des Teilstückes zu pumpen, 70 Millionen allein für zusätzlichen Lärmschutz.

Am Dienstagabend war Kirsten Lühmann, MdB, Sprecherin für Verkehr und digitale Infrastruktur in der SPD-Bundestagsfraktion, auf Einladung der Kirchlintler Bürgermeisterkandidatin Sabine Mandel und Holtums Ortsvorsteherin Helma Rippe in die Ortschaft gekommen, um mit Lokalpolitikern, Ratskandidaten, Anwohnern und Mitgliedern der Bürgerinitiative über den Bundestagsbeschluss und die Bedingungen der Gemeinde Kirchlinteln zum Alpha-E-Schienenausbau zu sprechen.

Gesetzlicher Mindeststandard wäre unbefriedigend

Die Ortschaft liegt unmittelbar an der Bahnstrecke und ihre Straßen haben aktuell vier Kreuzungspunkte mit den Gleisen. „Als Gemeinde haben wir uns schon sehr frühzeitig mit den Menschen vor Ort zusammengesetzt und geschaut, wie wir mit dem Ausbau umgehen wollen, damit dieser auch für die hier lebenden Menschen akzeptabel wird“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Auch habe sich die Gemeinde mit anderen betroffenen Kommunen zusammengetan und ihre gemeinsamen Forderungen als „Bedingungen der Region“ formuliert. Dazu gehört vor allem umfangreicher Lärmschutz, der deutlich über den unbefriedigenden gesetzlichen Mindeststandard hinausgeht.

„Was mich beim Thema Lärmschutz nervt“, sagte MdB Lühmann „ist, wie das angegangen wird. Jeder weiß, Lärm macht krank. Aber der Gesetzgeber sagt: Lärmschutz muss wirtschaftlich sein. Wenn an einer Bahnstrecke also nur zehn Leute wohnen, würde sich das demnach nicht lohnen. Was natürlich nicht stimmt, denn für die zehn Menschen lohnt es sich.“ Umso wichtiger sei es, dass zum Beispiel auch die Bewohner von Splittersiedlungen wie an der Holtumer Dorfstraße vor dem zu erwartenden Lärm geschützt werden, betonte Rodewald. „Wichtig ist uns dabei immer gewesen, dass alle den bestmöglichen Schutz erhalten, ohne dass dafür der einzelne Hausbesitzer in die eigene Tasche greifen muss.“

Bahnübergänge werden geschlossen, Kreisstraßen verlegt

Insgesamt sollen vier Bahnübergänge im Bereich Holtum geschlossen werden. Am Föscheberg und an der Holtumer Dorfstraße ist die Verlegung der betroffenen Kreisstraße K11 und K21 erforderlich. Dadurch wird ein durchgängiger Lärmschutz gewährleistet. Die Kreisstraßen werden an anderer Stelle unter der Bahn unterdurchgeführt. Rodewald und Amtsleiter Manuel Rampelmann konnten am Dienstag interessierten Einwohnern bereits Pläne zeigen, an welcher Stelle die Bahn untertunnelt werden soll, und welchen Weg die Kreisstraße nehmen wird. Die anderen beiden Bahnübergänge (Holtumer Moor und Wedehof) sollen aufgegeben werden. Im Gegenzug soll durch die Deutsche Bahn eine 500 Meter lange Ersatzwegeverbindung errichtet werden.

Dr. Dörte Liebetruth, Landtagsabgeordnete, nutzte den Moment, um allen zu danken, die sich bisher für die bessere Verträglichkeit des Ausbaus eingesetzt haben – von den Kommunen über Bürgerinitiativen bis hin zur Bundespolitik, die mit ihrem Beschluss zum übergesetzlichen Lärmschutz die richtigen Weichen gestellt hätten. „70 Millionen, das ist kein Pappenstiel. Für das Projekt ist das ein Meilenstein.“ Jetzt heiße es, dran zu bleiben.

Umsetzung wird noch lange auf sich warten lassen

Was die Zeitschiene angeht, müssen sich die Holtumer allerdings wohl noch eine Weile gedulden. Lühmann: „Nachdem die Bahn den Auftrag erhält, wird das Planfeststellungsverfahren vier bis fünf Jahre dauern. Vorausgesetzt, es gibt dann wenig bis keine Klagen, könnten in acht Jahren die ersten Maßnahmen beginnen.“ Rodewald, der bei der Planung des Kirchlintler Bahnhaltes seine eigenen Erfahrungen mit der Deutschen Bahn gemacht hat, zeigte sich weniger optimistisch. Er gehe von mindestens zehn bis zwölf Jahren aus.

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