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Für 120 Ukraine-Geflüchtete: Impfzentrum wieder Aufnahmestelle

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Von: Heinrich Kracke

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Gestapelte Container mit Fenstern.
Das Containerdorf am Kreishaus wird vom Impfzentrum in eine Anlaufstelle für Geflüchtete umfunktioniert. © Wienken

Zumindest für eine erste Welle geflüchteter Menschen aus der Ukraine ist der Landkreis Verden gerüstet. Das Corona-Impfzentrum am Kreishaus soll wieder zur Anlaufstelle umgebaut werden.

Verden/Achim – Mit einschneidenden Maßnahmen reagiert der Landkreis Verden auf die zu erwartende Welle Geflüchteter aus der Ukraine. Konkret soll einer Mitteilung aus dem Kreishaus zufolge das Impfzentrum wieder zu einer Aufnahmestelle umfunktioniert werden. Gleichzeitig wird eine Sporthalle der Berufsbildenden Schulen als Sammelunterkunft hergerichtet.

Zusätzlich vertraut die Verwaltung auf weitere kleinere Immobilien, die ebenfalls für den Bezug vorbereitet werden.

Landrat Peter Bohlmann geht auf Nachfrage davon aus, die Container am Kreishaus reichen für etwa 120 Menschen. In Dauelsen fänden um die 90 Personen Platz. Sollte die Zahl der Zuflucht suchenden Menschen weiter auf die Marke von 700 zulaufen, was wie berichtet avisiert worden war, oder darüber hinaus gehen, werde man weitere Sporthalle umrüsten, erklärt Bohlmann.

Da jetzt zunächst das Containerdorf am Kreishaus nicht mehr für Impfungen zur Verfügung stehe, verweist die Kreisverwaltung auf den Standort bei Dodenhof. „Es hat zuletzt nur noch sehr wenige stationäre Impfungen gegeben, die Kapazitäten in Posthausen müssten also ausreichen“, so Bohlmann. Man bemühe sich aber auch im Südkreis um einen festen Impf-Anlaufpunkt.

Auf jeden Fall seien im Landkreis Verden schon erste Menschen angekommen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind. „Die meisten von ihnen sind bislang bei Verwandten und Freunden untergekommen, vereinzelt haben auch hilfsbereite Bürger Flüchtlinge aufgenommen“, berichtet die Erste Kreisrätin Regina Tryta. Der Landkreis, so Tryta weiter, rechne in Kürze mit ersten Zuweisungen. Allerdings mehren sich die Anzeichen für überlastete Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes. „Wir gehen davon aus, die Erstaufnahme wird jetzt in den Landkreisen erfolgen“, so Bohlmann

Der Landkreis bittet Verwandte, Freunde, Bekannte und andere Personen, die zwischenzeitlich Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen haben, sich beim Einwohnermeldeamt ihres Wohnsitzes zu melden und die geflüchteten Personen registrieren zu lassen. Parallel können Passkopien der untergebrachten Personen mit der aktuellen Wohnungsanschrift per E-Mail: termine-abh@landkreis-verden.de an die Ausländerbehörde übersandt werden. Anschließend erfolgt seitens der Ausländerbehörde eine automatische Kontaktaufnahme.

Meist seien die Neuankömmlinge mit einem Touristenvisum im Raum Verden/Achim unterwegs. Sie sollten sich unbedingt mit der Kreisverwaltung in Verbindung setzen. Darum bittet der Landrat. Hintergund: Das Touristenvisum gilt nur 90 Tage.

Die Anmeldung ist im Bedarfsfall auch die Voraussetzung für eine Unterstützung der hilfsbedürftigen ukrainischen Staatsangehörigen in Sachen Unterkunft, Verpflegung oder medizinische Versorgung. Entsprechende Informationen und Antragsunterlagen stellt der Landkreis auf seiner Homepage unter www.landkreis-verden.de/ukraine bereit. Eine Anmeldung ist darüber hinaus auch in Sachen Schulbesuch und möglicher Integrationskurse wichtig.

Für Fragen rund um die Ukraine-Hilfe hat der Landkreis unter 04231/9030888 eine zentrale Hotlinenummer eingerichtet. Die Hotline nimmt die Anliegen – von Wohnraumangeboten über Hilfs- und Spendenangebote bis hin zu Fragen nach Sozialleistungen – zentral entgegen und leitet sie an die zuständigen Stellen weiter. Die Hotline, die zugleich auch die Hotline des Impfzentrums ist, ist montags bis donnerstags von 8.30 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 13 Uhr erreichbar.

Wer für die Menschen in der Ukraine spenden möchte, findet dazu auf der Landkreisseite die Spendenkonten nationaler Hilfsorganisationen. Von Sachspenden an die Kreisverwaltung bittet der Landkreis abzusehen. Sollten im Einzelfall gezielte Sachspenden erforderlich werden, werde der Landkreis dazu konkrete Aufrufe starten, heißt es aus dem Kreishaus.

Aktuell hat der Landkreis mit der Herrichtung der Flüchtlingsunterkünfte begonnen. Mit Unterstützung durch das Technische Hilfswerk wird bis zum kommenden Samstag eine der beiden Turnhallen der Berufsbildenden Schulen in Verden als Sammelunterkunft bezugsfertig hergerichtet. Die Container am Kreishaus sollen bis Mittwoch kommender Woche mit Betten und Möbeln bezugsfertig sein.

Wohnraumangebote zur Anmietung für einen längerfristigen Zeitraum nimmt der Landkreis unter wohnungsangebote@landkreis-verden.de entgegen. Im Falle einer Aufnahme von Geflüchteten in privaten Unterkünften gibt die Kreisverwaltung zu bedenken, dass diese Unterbringung voraussichtlich für mehrere Monate erforderlich wird. Wenn dies nicht möglich sei, sollte besser von einer privaten Einquartierung abgesehen werden, so der Landkreis.

Zelte in Sporthalle
Wie vor sieben Jahren entstehen aktuell in einer der beiden BBS-Sporthallen in Dauelsen Unterkünfte. Auf 90 Personen ist die Anlage zunächst ausgelegt. © Wienken

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