Musik und Körperspannung

Führungswechsel: Ballettstudio Christa Weise heißt künftig Polkadot

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Vermitteln, wofür Ballett steht: Christa Weise mit ihren Ballettschülerinnen.

Verden - Führungswechsel im Ballettstudio Christa Weise: Nach annähernd 23-jähriger Selbstständigkeit in Verden, hat sich die Tanzpädagogin im Beisein von Kolleginnen, Schülerinnen und Wegbegleitern aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet. In einer Feierstunde gab sie den Staffelstab an ihre Nachfolgerin, Isabella Klesse, weiter. In Zukunft wird das Ballettstudio in der Artilleriestraße unter dem Namen „Ballettstudio Polkadot (ehemals Ballettstudio Christa Weise)“ geführt.

„Es waren sehr bewegende Abschiedsmomente“, sagt Weise. Ihr ist es wesentlich zu verdanken, dass sich in Verden neben modernem Tanz auch klassisches Ballett etabliert hat. Doch nun endet ihre Ära. Die Ballett-Fachfrau ist aber zufrieden, da sie mit Klesse eine Nachfolge gefunden hat, die die gleichen Ideale teilt und tanzend lebt. Ballett bedeute schließlich Hingabe, Leidenschaft, absolute Disziplin, Liebe zur klassischen Musik, Perfektionismus, Körperspannung und Bescheidenheit.

Ballett bleibt für Weise wichtig

Mit eben dieser Leidenschaft und Hingabe hat Christa Weise in den vergangenen 23 Jahren in ihrer Verdener Ballettschule unzählige kleine und große Tänzerinnen und einige Tänzer unterrichtet. „Ich habe versucht, ihnen alles zu vermitteln, wofür Ballett steht“, sagt sie.

Sie habe motiviert und in den Elevinnen und Eleven die Begeisterung für diese wunderbare Kunstform entfacht. Weise erinnert sich gerne an die Jahre, in denen sie das Studio aufgebaut hat. „Es gibt für mich eigentlich nichts Schöneres als Tanzen“, hatte Weise anlässlich des 20-jährigen Bestehens ihres Studios gesagt. Und auch im Ruhestand werde das Ballett ihr das Wichtigste bleiben.

Isabella Klesse (2. v. l. ) übernimmt das Ballettstudio von Christa Weise und wird die Arbeit mit den Tanzlehrerinnen Julia Nehus (l.) und Melanie Schubert (r.) fortsetzen.

Von ihrer Nachfolgerin ist Weise geradezu begeistert. Die Wahl-Bremerin Isabella Klesse ist 1977 geboren, in Bayern aufgewachsen und seit dem zehnten Lebensjahr tanzend aktiv. 1997 hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, zunächst ein Gaststudium Creative Therapie/Dans in den Niederlanden absolviert sowie Fortbildungen in den Bereichen Klassisches Ballett, Modern und Jazz Dance abgeschlossen.

Klesse sammelte erste professionalle Erfahrung an der Staatsoper Hannover

Im Jahr darauf nahm Klesse ihre Unterrichtstätigkeit in Norddeutschland auf, übernahm choreografische Arbeiten und absolvierte Fortbildungen im Bereich Kindertanz und tänzerische Früherziehung sowie ein Studium „Tanz und Tanzpädagogik“ an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Ihre ersten professionellen Bühnenerfahrungen sammelte Klesse an der Staatsoper Hannover, außerdem hat sie nach ihrem Abschluss freiberuflich als Diplom-Tanzpädagogin an privaten Ballettschulen, Vereinen und Musikschulen gearbeitet. Weitere Fortbildungen und Workshops bei nationalen und internationalen Dozenten in Deutschland, Irland und den Niederlanden folgten. So hat Klesse unter anderem eine zusätzliche Ausbildung als Trainerin für Pilates-Matwork bei „Pilates-Bodymotion“ gemacht und sich bereits 2009 in Bremen mit „Polkadot“ den Lebenstraum vom eigenen Ballettstudio erfüllt.

„Müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein anderes eintreten können“

Weise gibt die Leitung des Ballettstudios ab, „um Zeit für Neues zu haben“, sagt sie. „Alle Veränderungen…..haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst. Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein anderes eintreten können.“ Weise bediente sich der Worte des französischen Lyrikers Anatole France, um ihre derzeitige Gefühlslage zu beschreiben.

Sie empfinde eine große Erleichterung darüber, dass ihr berufliches Lebenswerk in gute Hände gekommen ist und weiterleben werde. Aber auch große Dankbarkeit, dass sie ihren Lebenstraum verwirklichen konnte und so viele tolle menschliche Begegnungen habe erleben dürfen. Und schließlich fühle sie dennoch eine gewisse Melancholie, gepaart mit Freude und Neugierde auf den nun folgenden neuen Lebensabschnitt.

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