Große Pläne für den Sitz der Verdener Kreisfeuerwehr

FTZ mit Millionen-Umbau wieder fit

Die Fahrzeughalle auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale von außen.
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Die Fahrzeughalle kann den Bedarf nicht decken. Eine weitere Halle wird nötig.

35 Jahre hat die Feuerwehrtechnische Zentrale die Sonderfahrzeuge und -geräte der Kreisfeuerwehr bereitgehalten und Raum für die Ausbildung von Feuerwehrleuten, Atemschutzgeräteträgern, Maschinisten und Sprechfunkern geboten. Damit sie diese Aufgaben auch in Zukunft erfüllen kann, sind Anpassungen nötig. 5,4 Millionen Euro soll das Gesamtpaket kosten, das jetzt in die Kreistagsgremien geht.

Verden – „Wir sind schon arbeitsrechtlich gezwungen, etwas zu tun“, sagt Kreisschirrmeister Wolfgang Wendt. Seit zwei Jahren arbeitet er in einer Arbeitsgruppe daran mit, dass die FTZ den inzwischen ergangenen gesetzlichen Vorgaben und den von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) geforderten Standards gerecht wird. Aber auch auf die veränderte Zusammensetzung der Einsatzabteilungen der Feuerwehren mit einem wachsenden Anteil weiblicher Aktiver muss sich die Einrichtung der Kreisfeuerwehr am Schuckenstaller Weg in Verden einstellen.

Nicht auf weibliche Einsatzkräfte vorbereitet

Es geht nicht nur darum, dass für die Lehrgänge auch ausreichend Damen-WCs vorhanden sind, auch für die Einsätze müssen Duschen und Umkleiden für die weiblichen Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Das fehlt in dem Gebäude, das 1985 eingeweiht wurde, komplett. Ebenso ein Rollstuhl- und behindertengerechtes WC.

Eine Schwarz-Weiß-Trennung, die die Helfer und Helferinnen davor schützt, dass sie den Ausdünstungen von der bei Einsätzen verseuchten Kleidung und Ausstattung ausgesetzt werden, fehlt ebenso. Die Arbeitsstättenverordnung schreibt sie vor, ebenso eine räumliche Trennung, die der jetzige Gebäudebestand nicht bieten kann. Dasselbe gilt für die Wäscherei, in der die Ausrüstung wieder für den nächsten Einsatz gesäubert wird. Zudem ist sie zu klein. „Fast schon ein Provisorium“, hatte Wolfgang Wendt dem Kreistagsausschuss für Brandschutz und Ordnungsangelegenheiten in einem Zwischenbericht im vergangenen Jahr beschrieben. Ähnlich knapp bemessen sei die Atemschutzwerkstatt.

Den ganzen Komplex umgekrempelt

Weil außerdem der Schulungsraum nach den Jahrzehnten zumindest energetisch saniert werden müsste und die Anlieferung von Fahrzeugen und Ausrüstung nicht mehr den Vorschriften entspricht, hat die Arbeitsgruppe um Wolfgang Wendt den ganzen Komplex auf dem Reißbrett umgekrempelt. Ganz unvorbereitet trifft das Projekt und der Kostenrahmen die Abgeordneten nicht. Einen groben Eindruck, von dem, was da alles ansteht, hatten Wendt und der Architekt schon im November vermittelt. Sowohl der Ausschussvorsitzende Jens Richter (CDU) als auch SPD-Vertreter Bernd Junker hatten die Notwendigkeit bestätigt und betont, dass es hier nicht um Luxus, sondern um Sicherheit geht.

In einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Fachdiensten Sicherheit und Ordnung und Gebäudewirtschaft im Kreishaus, Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling, seinem Stellvertreter Peter Schmidt, Wendts Stellvertreter Frank Brasgalla und dem Fischerhuder Architekten Peter Bischof entstanden ein Raumkonzept und eine Grobplanung. Dabei standen die gesetzlichen Vorgaben, Standards der Versicherung und die praktischen Erwägungen, die die Praktiker aus der Feuerwehr mitbrachten, Pate.

Der Kreisschirrmeister jedenfalls ist verhalten zuversichtlich und hofft auf die weitere Unterstützung aus der Politik. „Dann könnten wir noch 2022 mit dem ersten Bauabschnitt anfangen.“ Das wäre dann der Neubau von Atemschutzwerkstatt, Wäscherei und einer Fahrzeughalle. Im zweiten Bauabschnitt werde es darum gehen, den Um- und Erweiterungsbau des Bestandsgebäudes inklusive Schulungsbereich anzugehen. Alles sei auf dem bestehenden Gelände möglich. Und wenn alles gut läuft, könnte die modernisierte FTZ 2024 oder 25 fertig sein.

Von Ronald Klee

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